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. ..Schlussfolgerung
.   01.05.2000
 "Kapitalistische Lebensweise in Frage stellen" 
 Krise und Kritik der Arbeit
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Statt verzweifelter Anpassung oder gar bedingungsloser Kapitulation
braucht es die Neuformulierung einer radikalen Kapitalismuskritik.
 

Bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts galt der "Standpunkt der Arbeit" als selbstverständlicher Gegensatz zum "Standpunkt des Kapitals". Aber nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Arbeit immer stärker demoralisiert: zuerst durch die Freizeitgesellschaft, dann durch die ökologische Krise, schließlich durch die strukturelle Massenarbeitslosigkeit und die soziale "Individualisierung". Heute scheint sich das neue Finanzkapital mit immer weniger Arbeit schrankenlos vermehren zu können. Die Gewerkschaften geraten in eine Existenzkrise. Nicht eine verzweifelte Anpassung oder gar bedingungslose Kapitulation kann die Schlußfolgerung sein, sondern im Gegenteil, die Neuformulierung einer radikalen Kapitalismuskritik. Diese Kritik ist nicht mehr von einem vermeintlich überholten historischen "Standpunkt der Arbeit" aus möglich. Vielmehr müssen zusammen mit der inhaltsleeren Abstraktion "Arbeit" die betriebswirtschaftliche Produktionsform und die gesamte kapitalistische Lebensweise in Frage gestellt werden, "in" deren Schranken sich das kritische Denken bis heute noch bewegt.

Robert Kurz, 1943 geboren, freier Publizist, Mitherausgeber der gesellschaftskritischen Theoriezeitschrift Krisis. Kurz ist auch Autor des "Schwarzbuch Kapitalismus" .
 


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Am Freitag, 5.Mai 2000, 19 Uhr findet im Münchner DGB-Haus unter dem Titel "Krise und Kritik der Arbeit" eine Diskussionsveranstaltung mit Robert Kurz statt.
DGB-Haus München, Schwanthalerstr.64 ,Großer Saal, Tel.089/54330-103
Veranstalter: DGB-Bildungswerk München und AstA der Uni München
 
 


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. boa 29.04.00

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