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Konfrontation jung gegen alt

Hochschulgruppe der Grünen in München macht Stimmung gegen ältere Kommilitonen: Seniorstudenten würden den wissenschaftlichen Betrieb behindern. Die Leitung der Münchner Universität sieht dagegen keine Probleme: Die Erfahrungen mit studierenden Senioren seien sehr gut. Beim Vorstand der Münchner Grünen stieß das Verhalten der grünen Studentenorganisation auf empörte Ablehung.

Mo. 10.07.00 - Mit dem Slogan "Senioren in den Park" hat in München die Hochschulgruppe der Grünen (GrünS) im Hochschulwahlkampf Simmung gegen ältere Kommilitonen gemacht. "Senioren gehören nicht in die Seminare - sondern behindern den wissenschaftlichen Betrieb", begründen einem Bericht der Münchner Abendzeitung (AZ) zufolge die grünen Studenten ihren offenen Aufruf, die etwa 2000 Seniorstudenten aus der Universität zu verbannen und in den Park zu schicken, älteres Lehrpersonal mit dazu.

"Ich verstehe diese Aktion überhaupt nicht. Bei uns sind die SeniorInnen immer positiv aufgefallen", so der hochschulpolitische Sprecher Philipp Bauer gegenüber der AZ. "Fächer, die die Senioren belegen, wie Geschichte und Philosophie sind keine Massenfächer", deshalb entstünden dadurch auch keine Platzprobleme, sagt Bauer. Mit ihrem Wissensstandes seien die studierenden Senioren vielen jüngeren Studenten überlegen. "Gerade in den Seminaren liefern sie tolle Diskussionsbeiträge", so Bauer. Außerdem widerspreche der Slogan "Senioren in den Park" dem Grundrecht auf Bildung für jedermann.

Auch der Korektor der Universität, Professor Wilhelm Vossenkuhl, spricht in der Wochenendausgabe der AZ von in der Regel sehr guten Erfahrungen, auch wenn vereinzelt schon mal Unmut entstünde, "wenn ein Senior in einem NC-Fach einen Studenten auffordert, seinen Platz freizumachen." Insgesamt sei "die Konfrontation jung - alt förderlich, für beide Generationen.", betont Vossenkuhl.

Beachtlichen Ärger löste das Verhalten der grünen Hochschulgruppe beim Vorstand der Grünen in München aus. Nach AZ-Angaben reagierte die Sprecherin der Grünen, Lydia Dietrich, wütend: Die Debatte über Zweitstudiengebühren und fehlende Kapazitäten dürfe "nicht auf dem Rücken der Senioren ausgetragen werden". Der Adressat dafür sei der bayerische Wissenschaftsminister Zehetmair.
 
(boa München, 10.07.2000, quelle: az v. 08.07.00)
 
 

Zitat:
"GrünS (gegründet im Juni 1998) ist eine Ansammlung von netten grünnahen und grünen Studierenden der LMU, die sich in Politik und Gesellschaft wiederfinden wollen und deshalb beschlossen haben, sich ins politische und hochschulpolitische Geschehen einzumischen."
Aus der Selbstdarstellung der Münchner Hochschulgruppe GrünS:
http://www.gruens.de/


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