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Rote Karte gegen Rechts
5 000 demonstrieren in München gegen NPD-Kundgebung

Rund 5 000 Menschen haben am Samstag auf dem Marienplatz in München gegen eine Kundgebung der rechtsextremen NPD demonstriert. Nur mit Unterstützung der Polizei gelang es etwa hundert NPD-Anhängern und Skinheads sich auf dem Platz zu versammeln. Gegendemonstranten riefen: "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda" und "Nazis raus!".

Mi. 04.10.00 - Mit massivem Einsatz drängten rund 300 Polizisten die Menschenmassen zurück und bahnten etwa 100 Anhängern der rechtsextremen NPD den Weg zu ihrem genehmigten Versammlungsort direkt vor dem Münchner Rathaus. Eine Polizeikette hielt die wütenden Gegendemonstranten zurück. Das Häuflein NPD-Veteranen und Skinheads hielt zwei Stunden lang Hof, zeigte den Hitlergruß und skandierte:" Deutschland den Deutschen" und "Wir wollen keine Asylantenheime". Pfeiffkonzerte und Sprechchöre übertönten die rechten Parolen. Einige Gegendemonstranten reckten "Rote Karten gegen Rechts" hoch andere riefen "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda", "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen" und "Nazis raus!". Eier und Tomaten verirrten sich in Richtung NPD. Wer warf wurde von Polizisten im Kampfanzug brutal abgeführt, 50 wurden festgenommen, auf den Boden geworfen und mit Pfefferspray besprüht. Für das harte Vorgehen der Ordnungskräfte hagelte es erboste Kritik: Auf der einen Seite würden die Repräsentanten von Stadt und Staat zur Zivilcourage gegen rechte Gewalt aufrufen und auf der anderen Seite wird aktive Zivilcourage mit Polizeiknüppeln und Pfefferspray bekämpft.

Zu der Münchner Bürgeraktion gegen den Aufmarsch der NPD hatten Gewerkschaften, Parteien, kirchliche und antifaschistische Gruppen, die Israelitische Kultusgemeinde und zahlreiche Prominente aufgerufen.

Die NPD-Kundgebung war vom Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) als "Informationsveranstaltung" gegen ein geplantes NPD-Verbot genehmigt worden. Es bestünde keine andere Wahl, sagte der Leiter des KVR, Wilfried Blume-Beyerle, gegenüber der Presse. Er müsse den Aufmarsch der NPD als einer legalen Partei genehmigen. "Von der politischen Seite her finde ich es gut, dass so viele Münchner dagegen demostrieren. Aber nicht auf diese Weise. Die Blockade des Platzes ist eine Art von Nötigung."

* * *

In der Hansestadt Lübeck haben sich am Samstagmorgen nach Angaben der Polizei rund 800 Menschen an einer Demonstration gegen Rechtsextremismus und für Toleranz, Demokratie und Zivilcourage beteiligt. Die Demonstranten kamen aus der Stadt, dem Umland und auch aus dem benachbarten Ausland. Aufgerufen zu der Kundgebung vor dem Holstentor hatte das Bündnis gegen Rechts.

(boa München, Quelle: dpa, az, sz, jw, partisan.net)



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