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 last update: boa München, Mi. 04.07.2001 - 13:00 
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Alarmierendes Zeichen

Arbeitslosigkeit steigt wieder

Bereits seit Anfang des Jahres steigen die von saisonalen Einflüssen bereinigten Arbeitslosenzahlen. Seit Mitte 2000 sei das Wirtschaftswachstum so schwach gewesen, dass es kaum Impulse für zusätzliche Beschäftigung gebracht habe, stellt Konjunkturexperte Willi Leibfritz fest.

Mi.04.07.01 - Die Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland verläuft in diesem Jahr noch schlechter als ohnehin befürchtet. Nach Ansicht von Experten werden die monatlichen Arbeitslosenzahlen im Herbst erstmals wieder über den Vorjahreswerten liegen. Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, geht das Münchner ifo-Institut für Wirtschaftsforschung davon aus, dass dies spätestens im Oktober der Fall sein wird. Auch am Jahresende, so heißt es, dürften die Zahlen höher liegen als Ende 2000, wo rund 3,8 Millionen Arbeitslose gezählt wurden. Der Konjukturexperte Leibfritz wird mit den Worten zitiert: "Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist gestoppt". Leibfritz wertete es als alarmierendes Zeichen, dass bereits seit Anfang des Jahres die von saisonalen Einflüssen bereinigten Arbeitslosenzahlen stiegen. Seit Mitte 2000 sei das Wirtschaftswachstum so schwach gewesen, dass es kaum Impulse für zusätzliche Beschäftigung gebracht habe. Der Konjunkturexperte warnte die Gewerkschaften vor hohen Tarifabschlüssen. Wenn die "Lohnrunde 2002 danebengeht, sind die Arbeitnehmer die Leidtragenden", sagte er. Dann würde sich der Druck zu Rationalisierung und Stellenabbau verstärken.

Die Arbeitnehmer seien nicht bereit, auf Lohnsteigerungen zu verzichten, sagte DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer. Sie forderte die Bundesregierung zur Ausweitung der aktiven Arbeitsmarktpolitik auf, verbunden mit zusätzlichen Investitionen in die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur. Die Arbeitgeber müssten zudem die Überstunden kräftig reduzieren und mehr Teilzeitstellen anbieten. Dann wäre auch das Ziel der Regierung erreichbar, die Zahl der Arbeitslosen im Wahljahr 2002 unter 3,5 Millionen zu senken.

Die Bundesanstalt für Arbeit gibt die offiziellen Zahlen am Donnerstag bekannt.

Trotz des geringeren Wachstums erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Europa einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die OECD geht in ihrem neuen Beschäftigungsausblick von einer positiven Entwicklung auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt aus.

Die OECD ist zuversichtlich, dass es sich bei der momentanen Abkühlung der Weltkonjunktur um eine "sehr begrenzte Abschwächung" handelt. Spätestens 2002 werde sich die Wirtschaft wieder beleben.

(Quellen: br, bz, sz)



Inflation ist so hoch wie seit sieben Jahren nicht

Wiesbaden (AP) – Höhere Preise für Autofahren, Heizen und Ernährung haben die Inflationsrate auf den höchsten Stand seit über sieben Jahren steigen lassen: Die Teuerungsrate kletterte im Mai um 3,5 Prozent über den Stand des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Konjunkturexperten rechnen aber mit einem Nachlassen des Preisdrucks im Laufe des Jahres. Im April 2001 betrug die Teuerung gegenüber dem Vorjahresmonat noch 2,9 Prozent. Den Angaben zufolge war die Inflationsrate im zurückliegenden Monat die höchste seit Dezember 1993; damals lag sie bei 4,2 Prozent. Preistreiber im Mai waren vor allem Kraftstoffe, Lebensmittel und Haushaltsenergie. So verteuerte sich den Angaben zufolge Treibstoff im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,4 Prozent. Im Bereich Haushaltsenergie stiegen die Umlagen der Mieter für Zentralheizung und Fernwärme um 28,1, die Preise der Privathaushalte für Gas kletterten um 25,8 und für leichtes Heizöl um 6,4 Prozent nach oben. (13.06.01)
 
 

"Jetzt sind die Arbeitnehmer endlich mal wieder dran"
Gewerkschaften bestehen auf kräftigen Lohnerhöhungen

Im Jahr der Bundestagswahl droht Deutschland eine hart geführte Tarifrunde. Rekordinflation und Wachstumsschwäche lassen die Gewerkschaften schon jetzt auf kräftigen Lohnerhöhungen für 2002 bestehen. Die Arbeitgeber beharren dagegen auf einer weiterhin moderaten Tarifpolitik. Auslöser des Konflikts sind erneut erheblich nach unten revidierte Konjunktur-Prognosen für die Bundesrepublik. Dies fällt zusammen mit dem höchsten Preisanstieg im Euroland seit Anfang 1993. Die IG Metall fordert einen Ausgleich für die Inflation. Auch in der gemäßigteren Chemie-Gewerkschaft regt sich der Unmut.

IG-Metall-Sprecher Claus Eilrich wies gegenüber der Süddeutschen Zeitung Appelle zur Zurückhaltung zurück: "Bei uns akzeptiert keiner mehr den Spruch, Lohnzurückhaltung schaffe Arbeitsplätze. Jetzt sind die Arbeitnehmer endlich mal wieder dran." Eilrich wirft den Arbeitgebern vor, sie hätten ihr Versprechen gebrochen, zum Ausgleich moderater Lohnerhöhungen Zehntausende Jobs zu schaffen.



Löhne sind in Deutschland nicht zu hoch
Die deutsche Lohnstruktur ist in sehr viel höherem Maße marktkonform, als die Rohdaten vermuten lassen und ist daher kaum die Ursache der hierzulande höheren Arbeitslosigkeit.

Mehr unter:
http://www.zeit.de/2001/21/Wirtschaft/200121_forum.html



Regierung streicht Bundesanstalt für Arbeit den Zuschuss
Arbeits- und Finanzministerium einigten sich auf Streichung von derzeit 1,2 Milliarden DM Bundeszuschuss für die BfA, da die Arbeitslosenzahlen im kommenden Jahr auf unter 3,5 Millionen sinken könnte, so ein Regierungssprecher.[ mehr... ]


Alternatives Wirtschaftsmemorandum übt massive Kritik an rot-grüner Arbeitsmarktpolitik
Der Arbeitskreis Alternative Wirtschaftspolitik, ein Zusammenschluss linker Ökonomen, hat in seinem "Memorandum" zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland der rot-grünen Koalition schlechte Noten erteilt. Das Plus von mehreren hunderttausend Stellen in den vergangenen beiden Jahren hätten die Arbeitnehmer mit Lohnverzicht und einer Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse teuer bezahlt. In ihrem Memoramdum fordern die Ökonomen eine radikale Verkürzung der Wochenarbeitszeit.[ mehr... ]


BfA-Präsident Jagoda: Durch Überstundenabbau könnten Arbeitsplätze geschaffen werden
Überstunden-Frage blieb bei Spitzenrunde im Bündnis für Arbeit ungelöst.[ mehr... ]


Arbeitslosigkeit bleibt auf hohem Niveau
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland blieb auch Ende Februar über der Vier-
Millionen-Grenze.[ mehr... ]



Der Verlust des Jobs misshandelt den Menschen.
Er beschädigt seine Würde.

Seit 20 Jahren sind in Deutschland Monat für Monat mehr als eine Million Arbeitslose registriert, in der Spitze waren es im Januar 1997 knapp unter fünf Millionen. Und heute, zu Beginn eines gefährlichen konjunkturellen Abschwungs, sind es immer noch mehr als vier Millionen Menschen, mit trostlosen Ballungen zum Beispiel in weiten Teilen Ostdeutschlands. Diesen Dauerzustand konserviert zu haben, ist der größte Skandal der deutschen Politik, schwerwiegender als jede Spendenaffäre, aber zugleich folgenloser als diese.

Marc Beise in einem Kommentar für die Süddeutsche Zeitung
("Wo bleiben die Jobs?", SZ, Sa. 03.03.01)

Über eine Milliarde Menschen ohne Arbeit
Nach Angaben des Generaldirektors des Internationalen Arbeitsamtes (ILO), Juan Somavia, sind weltweit über eine Milliarde Personen arbeitslos oder stark unterbeschäftigt.

160 Millionen Menschen hätten überhaupt keinen Arbeitsplatz, weit über 850 Millionen könnten mit ihren Einkommen ihre Familien nicht ernähren, weil sie nur zeitweise arbeiten können oder ihre Löhne zu niedrig sind, um die Grundbedürfnisse zu befriedigen, erklärte Somavia in einem Bericht an die ILO-Jahreskonferenz 2001. In dem Bericht weist der ILO- Generalsekretär zudem darauf hin, dass 80 Prozent der arbeitenden Bevölkerung weiterhin über keine oder nur ungenügende Renten- und Krankenversicherungen verfügt. Soziale Sicherheit sei für den weitaus größten Teil der Weltbevölkerung immer noch ein unerfüllbarer Traum.

Als beunruhigend bezeichnet Somavia nicht zuletzt auch, dass die Einkommen weltweit zwar ansteigen, die Zahl der Armen gleichzeitig aber zunimmt. Dieser Trend sei durch die Globalisierung nicht umgekehrt, sondern noch verstärkt worden, betont der ILO-Generalsekretär. Es sei deshalb an der Zeit, dafür zu sorgen, dass die durch die Globalisierung bewirkte Produktivitätssteigerung allen zu Gute kommt. Es dürfe nicht sein, dass ein immer größerer Teil der Weltbevölkerung marginalisiert wird und von der positiven Entwicklung ausgeschlossen bleibt. (Quelle: sz)
 
 


Update: +++ Do. 05.07.01+++ 13:00 +++ Nach Beobachtungen der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg hat sich das abgeschwächte wirtschaftliche Wachstum auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Es wurden im Juni knapp 3,7 Millionen Arbeitslose registriert, das sind nur 26.000 Arbeitslose weniger als im Mai. Für die Entwicklung machen die Experten neben der konjunkturellen Situation eine nachlassende Nachfrage der Verbraucher und einen deutlichen Rückgang der Bautätigkeit in Deutschland verantwortlich. +++ Quelle: br
 
 



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