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War Zone Amerika:

Verheerende Terror-Angriffe auf die USA

Das World Trade Center in New York fiel in sich zusammen, nachdem zwei entführte Passagierflugzeuge in das Gebäude rasten. Der US-Sender CNN berichtete von Massenevakuierungen in New York. Ein weiteres Flugzeug stürzte auf das Pentagon in Washington, das zum Teil zerstört wurde. Über die Zahl der Opfer gibt es noch keine verlässlichen Angaben. Die Rede ist von Tausenden von Toten und Verletzten. Die amerikanische Finanzwelt ist lahmgelegt. Nach Bekanntwerden der Anschläge verteuerten sich die Preise für Öl und Gold in großem Ausmaß. Weltweit brachen die Aktienkurse ein. Titel der Rüstungskonzerne verzeichneten dagegen einen starken Anstieg...

Di.11.09.01 - last update: 07.10.01 - Es ist die schrecklichste Terror-Serie der Geschichte. Begangen mit einer Präzision, die bisher nicht denkbar war. Im Abstand von 18 Minuten rasten am Dienstag um 9 Uhr morgens (Ortszeit) zwei entführte Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center in New York. Nach schweren Explosionen gingen die 411 Meter hohen Gebäude in Flammen auf und fielen etwa eine Stunde später in sich zusammen. In den beiden Türmen arbeiten normalerweise rund 50000 Menschen. Zehntausende sind in benachbarten Häusern beschäftigt. Rettungsmannschaften befürchten, dass Tausende getötet wurden. Man müsse sich auf "einen schrecklichen Verlust von Menschenleben" einstellen, erklärte Polizeichef Howard Safir.

Das Welthandelszentrum war pulsierender Mittelpunkt der amerikanischen Finanzwelt und Symbol amerikanischer Wirtschaftsmacht und seit einem Anschlag vor acht Jahren eines der am besten gesicherten Gebäude der Welt. Vor allem Immobilienunternehmen, Banken und Versicherungen waren in dem Hochhaus untergebracht. Nach den Anschlägen ist das Telefonnetz in der Millionenstadt zusammengebrochen. Auch das Internet war betroffen.

Etwa eine halbe Stunde nach dem Anschlag in New York wurde der Nerv der amerikanischen Militärmacht Ziel einer Terror-Attacke: Ein Flugzeug raste unmittelbar bei dem fünf-flügeligen Verteidigungsministerium in Washington zu Boden. Das Pentagon ging in Rauch und Flammen auf, Explosionen zerstörten Teile des Gebäudekomplexes. Die genaue Absturzstelle - ganz in der Nähe des Hubschrauberlandeplatzes -war offensichtlich sorgfältig ausgesucht: In diesem Teil des Gebäudes arbeiten vor allem hochrangige Militärs. Ein Pentagonsprecher sagte, es gebeviele Tote und Verletzte. Verteidigungsminister David Rumsfeld, der sich auch im Gebäude aufhielt, blieb allerdings unverletzt.

Bei Pittsburgh stürzte ein viertes Flugzeug ab. Offenbar sollte sie den Präsidentenlandsitz Camp Davis treffen. US-Präsident George W. Bush sprach von einem "terroristischen Anschlag auf unsere Nation" und einer "nationalen Tragödie. "Wir werden die, die für diese feigen Taten verantwortlich sind, zur Strecke bringen und bestrafen", so Bush.

Seit 1941, seit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor im Zweiten Weltkrieg ist dies das erste Mal, dass Amerika auf seinem eigenen Territorium einen Krieg erlebt. Doch Paul Harbor liegt in Hawaii, weit weg vom eigentlichen Amerika, weit draußen im Pazifik. Und die Getroffenen waren Soldaten.

Nach den Anschlägen in New York wurde das gesamte südliche Manhatten, alle größeren Gebäude der USA und das Regierungsviertel in Washington komplett evakuiert, alle Flughäfen des Landes geschlossen. Alle Flüge in die USA wurden zunächst nach Kanada umgeleitet. Die Nato evakuierte das Hauptquartier in Brüssel. Die US-Streitkräfte wurden weltweit in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Marine entsandte Flugzeugträger und Kriegsschiffe mit Raketenabwehrsystemen Richtung New York und Washington. Über Washington kreisten Militärflugzeuge. Auch Russland setzte die Luftabwehr in Gefechtsbereitschaft.

Die Serie von Terroranschlägen in New York und Washington hat am Dienstag die amerikanische Finanzwelt lahmgelegt: Alle Börsen blieben geschlossen. Die wichtigsten Börsen in New York, die New York Stock Exchange (Nyse), die Technologiebörse Nasdaq und die Energiebörse Nymex liegen in unmittelbarer Nähe zu den zwei völlig zerstörten Türmen des Welthandelszentrums. Sie gelten zugleich als weltweite Leitbörsen auf ihrem Gebiet.

Nach Bekanntwerden der Anschläge verteuerten sich die Preise für Öl und Gold in großem Ausmaß. Weltweit brachen die Aktienkurse ein. Titel der Rüstungskonzerne verzeichneten dagegen einen starken Anstieg.

"Es ist eine Tragödie, eine Schandtat gegen die Menschheit. Das hat einen Schock am Aktienmarkt ausgelöst", meinte ein Händler in Frankfurt. "Das ist Krieg, ein Anschlag auf die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt und wird Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft haben", sagte der geschäftführende Vorstand des Deutschen Aktien Instituts, Rüdiger von Rosen. Stanley Nabi, Geschäftsführer bei Credit Suisse Asset Management, erwartet der Nachrichtenagentur Reuters zufolge, dass die Terror-Attacke die USA endgültig in die Rezession stürzen wird. Immerhin lief ein Drittel aller Finanztransaktionen in den USA über New York.

(Quellen: ap, dpa, rtr, afp, fr, taz, sz, az)


HUNTSVILLE Im US-Bundesstaat Texas ist eine Hinrichtung aufgeschoben worden, die für Dienstag-Nacht geplant war. Der 41-jährige Jeffery Tucker bekommt 30 Tage Aufschub, weil viele Behörden und Gerichte wegen der Terroranschläge geschlossen seien. (Quelle: AZ vom 12.09.01)
 
 


Der neue Krieg des 21.Jahrhunderts kommt in merkwürdig bekannten Bildern über uns. Die Katastrophe spukte längst schon in unseren Köpfen.

taz-Schlagzeilen vom 13.09.01
 
 


"Was da geschehen ist, ist - jetzt müssen Sie alle Ihr Gehirn umstellen - das größte Kunstwerk, das es je gegeben hat. "

Komponist Karlheinz Stockhausen am 16.09.01
http://www.boa-muenchen.org/boa-kuenstlerkooperative/
n0109120.htm#stockhausen

 
 


"Der Anschlag auf diesen Doppelphallus war, banal gesagt, ein Tritt in die Eier, der auch auf den Kopf zielte. Insofern war dieser Anschlag bestens durchdacht: Es ging nicht nur darum, die symbolischen Zentren zu treffen, sondern auch die der ganz realen Macht."

Klaus Theweleit, Autor von "Männerphantasien"
in einem taz-Interview vom 20.09.01
http://www.taz.de/pt/2001/09/19/a0117.nf/text

 
 


"Nach Stunden, als die starren Bilder von Rauch und Feuer allmählich abgelöst werden von Kommentaren, ist das vorherrschende Urteil, dass Amerika war zone geworden ist, Kriegsgebiet, so wie die Straßen von Jerusalem, Haifa und Tel Aviv, nur hundertmal, tausendmal schlimmer. Diese schreckliche Erkenntnis wird die Vereinigten Staaten ebenso verändern wie deren Außenpolitik im Nahen Osten und anderswo."

Wolfgang Koydl in der Süddeutschen Zeitung vom 11.09.01
 
 


"Während Manhatten von den Staubwolken der einstürzenden Zwillingstürme verdeckt wurde, lässt sich ohne viel Fantasie behaupten, dass diese Attentate die Welt massiv verändern werden. Amerika wird die Akte des Terrors als Kriegserklärung verstehen, als Angriff auf das Land. Sollten die Täter identifiziert werden, werden die USA mit noch nicht vorstellbarer Härte Vergeltung üben. Ein tatsächlicher Krieg gegen eine fundamentalistische Gruppe oder gar gegen ein Land sind wahrscheinlich. Die Ausweitung zu einem regionalen Konflikt ist nicht ausgeschlossen.

Stefan Kornelius in der Süddeutschen Zeitung vom 12.09.01
 
 


"Nichts in der politischen Biografie des George W. Bush deutet daraufhin, dass er zu dem Wagnis eines Gewaltverzichts bereit wäre. Vergeltung war in seiner Amtszeit als Gouverneur [ 1 ] immer schon eine gültige politische Kategorie, zudem wächst der Druck auf ihn, "Stärke" zu zeigen. Die oppositionellen Demokraten haben ihrem Präsidenten bereits bedingungslose Unterstützung zugesagt, allen voran Hillary Clinton."

Andrea Böhm in der "Zeit" vom 13.09.01

[ 1 ] Bush profilierte sich vor allem als Verfechter der Todesstrafe: In seiner Amtszeit als Gouverneur von Texas wurden 152 Menschen, auch Minderjährige und Geisteskranke, hingerichtet.
 
 

"Die Schläge gegen das World Trade Center, das Pentagon und das Weiße Haus verhelfen Bush zur Gelegenheit seines Lebens: Eine Knallcharge darf sich als Führer der freien Welt aufspielen und keiner lacht. So gesehen war die Attacke gegen die USA ein echter Schlag ins Kontor."

Wiglaf Droste in "Bin ich Ami, bin ich Laden", taz vom 14.09.01
http://www.taz.de/pt/2001/09/14/a0185.nf/text

 
 


"Verletzlich sind alle Gesellschaften und ihre Organe. Ein probates Mittel gegen Terroranschläge gibt es nicht. Wenn US-Präsident Bush erklärt, er wolle die Attentäter 'jagen', so heißt das nur, dass er auch weiterhin einen Staat mit einer Ranch verwechselt. Nicht die Furcht vor dem Sheriff hindert die meisten Bürger, ihre Interessen durch Terroranschläge durchzusetzen, sondern ihre Überzeugung, dass sich diese Interessen auch auf anderem, weniger blutigem Wege vertreten lassen. "

Antje Bauer in der taz vom 12.09.01
 
 


Mi. 12.09.01, 23:00, last update: Fr. 14.09.01, 12.00

Nato ruft kollektiven Verteidigungsfall aus

Nach den Terror-Angriffen auf die USA hat die westliche Allianz gestern den kollektiven Verteidigungsfall gemäß Artikel fünf des NATO-Vertrags ausgerufen. Darin verpflichten sich die Mitgliedsstaaten zu gegenseitigem Beistand, der auch militärische Hilfe einschließt. NATO-Generalsekretär Robertson sagte am Abend in Brüssel, Washington habe die volle Unterstützung der 18 Partner-Länder, wenn sich erweise, daß die Anschläge aus dem Ausland gegen die USA gerichtet worden seien. Laut dem Artikel sei ein Angriff auf ein NATO-Mitglied ein Angriff auf alle Verbündeten. Auf die Frage, ob dies bedeute, daß die Allianz nun handeln werde, erklärte Robertson, das angegriffene Land müsse um Hilfe bitten. Bundeskanzler Schröder betonte in Berlin, Deutschland trage die Entscheidung des NATO-Rats zur Unterstützung der USA im Verteidigungsfall mit. Weiter sagte der Kanzler, im Falle eines bewaffneten Einsatzes deutscher Soldaten werde die Regierung die erforderliche Zustimmung des Bundestages einholen. Zuvor hatte Schröder die Partei- und Fraktionsvorsitzenden informiert. Dabei sei die Bereitschaft auch der Opposition zu einem gemeinsamen Vorgehen deutlich geworden. Der Bundeskanzler unterstrich, Deutschland werde mit den NATO-Partnern sehr eng zusammenarbeiten.

Erklärung der Nato
Nato-Generalsekretär George Robertson hat am
Mittwochabend eine Erklärung des Nordatlantikrates
abgegeben. Auszüge unter:
http://www.taz.de/pt/2001/09/14/a0125.nf/text.name,askNNptjR.n,0

Der Nato-"Bündnisfall"
Der Nato-Rat hat am Mittwochabend als Reaktion auf die
Terroranschläge gegen die USA festgestellt, dass die
Beistandsklausel, der Ernstfall der kollektiven Verteidigung der
Nato-Mitgliedstaaten gegeben ist, falls die Angriffe gegen die
USA aus dem Ausland gekommen sind. Der Wortlaut dieses Artikel 5
des Nato-Vertrages:
http://www.taz.de/pt/2001/09/14/a0124.nf/text.name,askzgaUm5.n,1

Erklärung des Bundeskanzlers zum Beschluss des Nato-Rates
"Wir leisten Beistand". Der vollständige Wortlaut der am
Mittwochabend von Bundeskanzler Schröder abgegebenen
Erklärung ist nachzulesen unter:
http://www.jungewelt.de/2001/09-14/011.shtml

 
 

"Zum ersten Mal seit dem 11. September gibt es Grund, auch in der Bundesrepublik beunruhigt zu sein. Deutschland hat den ersten Schritt in Richtung Krieg getan - und die Regierung hat es vor ihren Bürgern gut verborgen. Noch am Mittwochnachmittag bestritt Kanzleramtsminister Steinmeier, dass Gerhard Schröder mit seinem Satz von der "Kriegserklärung" den Bündnisfall gemeint habe. Nur Stunden später - und ohne eine Veränderung der Lage - gaben Schröder und sein verkleinertes Sicherheitskabinett der Nato ihr O.K. Zu diesem Zeitpunkt wusste praktisch niemand in Deutschland auch nur von der Absicht des Nato-Rats, den Bündnisfall zu erklären. Selbst die Parteien hat der Kanzler erst nachträglich informiert - die Öffentlichkeit noch später. Das Vertrauen der rot-grünen Koalition in die freie Gesellschaft, die sie beschwört und vertritt, war offenbar nicht sehr groß.

Dabei hätte ein Minimum an öffentlicher Erörterung Not getan. Wenn die Bundesregierung den Angriff auf Amerika zu einem Angriff gegen die Nato erklärt, so erliegt sie nicht einer Zwangsläufigkeit, sondern trifft eine politische Entscheidung. Rot-Grün lässt sich ein auf die Logik der Eskalation. "

Patrik Schwarz in der taz vom 14.09.01
http://www.taz.de/pt/2001/09/14/a0064.nf/text.name,askrt9B0s.n,0

 
 

Nach dem Bündnisfall-Beschluss:
Teile der Notstandsgesetze von 1968 können aktiviert werden

Heribert Prantl schreibt in der Süddeutschen Zeitung vom 14.09.01:
"Ein Bündnisfall-Beschluss hat unmittelbare innenpolitische Auswirkungen – es werden automatisch eine Reihe von (durchaus heiklen) Gesetzen in Kraft gesetzt.

Zum erstenmal in der Geschichte der Bundesrepublik wird demzufolge ein Teil der Notstandsgesetze aus dem Jahr 1968 aktiviert – allein durch Nato- Beschluss: Eine Feststellung des „Bündnisfalles" durch die Nato plus Zustimmung der Bundesregierung sperrt gemäß Artikel 80 a Absatz 3 des Grundgesetzes Rechtsvorschriften auf, vor denen in normalen Zeiten ein Riegel liegt; es handelt sich um Vorschriften über die Verteidigung und den Schutz der Zivilbevölkerung. Der Grundgesetzkommentar von Mangoldt/Klein/Starck (4. Auflage 2001) spricht in diesem Zusammenhang von einer zivilen 'Teilmobilmachung' nach Maßgabe des Nato-Alarmplans. "

Mehr unter:
http://szarchiv.diz-muenchen.de/REGIS_A12978040
 
 

US-Präsident Bush kündigt massive Vergeltung für die Terrorakte an

Die USA haben harte Vergeltung angekündigt. In seiner dritten Fernsehansprache seit den Anschlägen sagte US-Präsident George W. Bush am Mittwoch, es habe sich nicht nur um Terroranschläge, sondern um kriegerische Akte in einem "monumentalen Kampf zwischen Gut und Böse" gehandelt.

Außenminister Powell betonte, Amerika werde auf die Terror-Anschläge wie auf einen Krieg antworten. Nach seinen Worten wollen sich die USA im Kampf gegen den Terrorismus um ein weltweites Bündnis mit der NATO und den moslemischen Staaten bemühen. Zu diesem Zweck werde er mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Mussa, sowie den Regierungen von Ägypten und Jordanien Kontakt aufnehmen.

US-Präsident Bush sprach mit dem amerikanischen Kongress über die Ermächtigung zu einem möglichen Militärschlag. Bundeskanzler Schröder erklärte, Deutschland stehe fest an der Seite der Amerikaner. Allerdings machte er auch klar, dass vor einer Beteiligung der Bundeswehr an einer militärischen Aktion in jedem Fall der Bundestag zustimmen muss. Unterdessen haben sich nahezu alle Bundestags-Parteien hinter den Kurs von Kanzler Gerhard Schröder gestellt und Unterstützung bei Vergeltungsaktionen der USA zugesagt.

"Als 'Barbaren', 'Monster' und 'Unmenschen' werden die Attentäter bezeichnet. Sie selbst sehen sich wahrscheinlich eher als Partisanen denn als Terroristen. Beides ist Ausdruck der gegenseitigen Erklärung einer 'absoluten Feindschaft', Vorbote einer erbarmungslosen Auseinandersetzung." (taz vom 13.09.01)

Umfrage: Mehrheit der US-Bürger für Militärmaßnahmen

Laut einer Gallup-Umfrage sprechen sich 80 Prozent aller US-Bürger für Militärmaßnahmen aus, doch 70 Prozent nur unter der Bedingung, dass die Täterschaft zuvor zweifelsfrei aufgeklärt wird.

In den USA mehren sich die Stimmen, die davor warnen, im Kampf um mehr Sicherheit die bürgerlichen Freiheiten aufzugeben.

In der arabisch-islamischen Welt überwiegt Anteilnahme für Terror-Opfer

In der arabisch-islamischen Welt bestimmt überwiegend die Verurteilung der Anschläge und Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer die Reaktionen. Diese Haltung wird auch von den Regierungen jener Staaten geteilt, denen in Vergangenheit selbst Unterstützung des Terrorismus vorgeworfen wurde. Doch "auf der Straße" mischt sich manchmal klammheimliche Freude in das Entsetzen, da sich gezeigt hat, dass auch die Supermacht USA nicht unverletzlich ist.

Die Taliban in Afghanistan sowie Pakistan haben sich sofort von den Terroranschlägen auf die USA distanziert. Beide Staaten tolerierten und unterstützten bisher Terrorgruppen.

In Ost-Jerusalem haben Palästinenser in einer Kundgebung ihre Anteilnahme für die Opfer der Terrorakte in den USA bekundet. Viele der Demonstranten hielten Kerzen in der Hand. Sie legten Kränze und Blumen vor dem amerikanischen Konsulat nieder. Morgen sollen alle palästinensischen Schüler nach Angaben von PLO-Chef Arafat in einer Schweigeminute der Opfer der Anschläge gedenken. Arafat selbst spendete heute in einem Krankenhaus in Gaza Blut für die Verletzten. Die Palästinenser wollten mit ihren begrenzten Möglichkeiten dem amerikanischen Volk helfen, erklärte der PLO-Chef. Hunderte Palästinenser spendeten ebenfalls Blut.

(Quellen: dr, df, br, taz, partisan, az)

Im ARD-Fernsehen liefen am Dienstag immer wieder Bilder weniger jubelnder Palästinenser, während im Text von hunderten Begeisterter die Rede war. Dazu der Filmemacher und Autor Alexander Kluge gegenüber der Münchner Abendzeitung: "Das ist kein Bild, das ist eine Fälschung. Die Reaktionen von vielleicht 20 Palästinensern, viele davon Kinder, wird als Reaktion von allen Palästinensern hingestellt. Das kann nichts in der Welt, auch keine Erklärung von Arafat, wieder ausräumen."

Drohungen und Angriffe gegen Palästinenser in Deutschland

Vertreter der Palästinenser in Deutschland warnten, alle Araber als Schuldige anzusehen. Zahlreiche Palästinenser seien nach dem Terrorakt von Passanten beschimpft worden, sagte der Vorsitzende der Palästinensischen Gemeinde Deutschland, Sami Hussein, in Hannover. "Das Verhalten von Leuten, die uns schon ewig kennen, hat sich total verändert." (Quelle: mm)
 
 


Update: Do. 13.09.01, 9:00

Israelische Panzer rücken nach Jericho und Dschenin vor

Jericho: Die israelische Armee ist in der vergangenen Nacht mit Panzern und Planierraupen in das von Palästinensern verwaltete Jericho eingedrungen. Augenzeugen zufolge drangen die Soldaten rund zwei Kilometer auf palästinensisches Gebiet vor und griffen ein Ausbildungszentrum an. Lautsprecher in den Moscheen forderten die Menschen auf, die Stadt zu verteidigen. Der palästinensische Unterhändler Erakat warf Israel vor, die Tragödie in den USA auszunutzen, da die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit gegenwärtig auf andere Orte konzentriert sei. In der Stadt Dschenin zerstörten israelische Truppen die Reste des Polizeihauptquartiers, das bereits am Vortag angegriffen worden war.

Amerikaner arabischer Abstammung werden Opfer von Hassaktionen

Nach den Terroranschlägen sind in den USA zahlreiche Amerikaner arabischer Abstammung Opfer von Hassaktionen geworden. In Moscheen und Läden wurden Fenster eingeschlagen und Todesdrohungen hinterlassen, islamische Zentren wurden mit hasserfüllter Graffiti verschmiert, berichteten US-Zeitungen. Moslemische Gruppen berichteten von mehr als 100 Fällen. Vor einem islamischen Zentrum in einem Vorort von Dallas wurden sechs Schüsse abgefeuert. Moslemische Schulen in Detroit und Los Angeles wurden geschlossen.

Ermittlungen in den USA konzentrieren sich auf Bin Laden

Washington: In den USA konzentriert sich die Suche nach den Drahtziehern offenbar immer mehr auf den arabischen Multimillionär und Islamisten Osama bin Laden, der im afghanischen Exil lebt. Amerikanische Sicherheitsexperten, so hieß es, seien sich zu 90 Prozent sicher, dass er hinter den Terrorakten steckt. In dieser Einschätzung sind sich die Amerikaner mit den Geheimdiensten Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Israels einig.

Der Hauptverdächtige Bin Laden dementiert seine Beteiligung an den Terror-Aktionen auf die USA. Politisch aktiv wurde Ussama Bin Laden ab den Achtzigerjahren, als er sich in Afghanistan niederließ, um dort gegen die sowjetische Besatzung zu kämpfen. Unterstützung erhielt er dabei nicht nur aus Saudi-Arabien sondern auch von der CIA.

(Quellen: dr, df, br, taz, partisan, az)
 
 

"Die antikommunistische Kumpanei mit Afghanistan, Raketen für die Taliban, Unterstützung für die UCK-Terroristen auf dem Balkan, Entwicklungshilfe für korrupte Diktaturen - ein Teufelskreis."

Fernsehkritikerin Ponkie in der Münchner Abendzeitung am 13.09.01
 
 


Update: Do. 13.09.01, 13:00

Einsatz der Bundeswehr zur Terrorismusbekämpfung

Berlin (dpa) - SPD-Fraktionschef Peter Struck schließt einen Einsatz der Bundeswehr zur Terrorismusbekämpfung nicht mehr aus. Die Gegenmaßnahmen der USA und der NATO auf die Terroraktionen in Amerika könnten die Bundeswehr einschließen und auch Deutschland insgesamt in Mitleidenschaft ziehen. Das sagte Struck in Berlin. Er bezog sich dabei auf die vereinbarte Verpflichtung der NATO zum Beistand der USA und verwies auf die Bündnistreue.

Stoiber fordert Einsatz der Bundeswehr im Innern der Bundesrepublik

München - Angesichts der Terrorwelle in den USA hat Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber vorgeschlagen, die Bundeswehr zur Erhöhung der inneren Sicherheit in Deutschland einzusetzen. Notfalls müsse dafür die Verfassung geändert werden Für die Außensicherung von Flughäfen und für den Objektschutz herausgehobener Einrichtungen reichten die Polizeibehörden möglicherweise alleine nicht aus. Das sagte Stoiber der "Süddeutschen Zeitung". Angesichts der völlig neuen Qualität terroristischer Bedrohung gebe es eine Notwendigkeit für erhöhte Sicherheit. Dafür müsse in Deutschland zudem ein Nationaler Sicherheitsrat geschaffen werden. (Quelle: sz , dpa)
 
 


"Der Terror in den USA wird, so ist zu befürchten, die westliche Welt mindestens so verändern, wie der Terror der RAF damals Deutschland verändert hat. Innere Sicherheit ist damals, im Kampf gegen die RAF zu einem Wert geworden, der nicht nur mit gewöhnlichen sondern mit außergewöhnlichen Mitteln verteidigt werden darf. Das wird sich nun im globalen Maßstab und verschärft wiederholen. Damals sprach man in Deutschland von der bleiernen Zeit. Bleiern - das war ein Wort der Trostlosigkeit, der Rat- und Hilflosigkeit in einem Klima von Angst und Hysterie."

Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung vom 13.09.01
http://szarchiv.diz-muenchen.de/REGIS_A12971168

 
 


Update: Fr. 14.09.01, 12:00

Beckstein fordert Eingriffe in den Datenschutz von Ausländern

München: Als Konsequenz aus den Terroranschlägen in den USA hat der bayerische Innenminister Beckstein Zugriffsmöglichkeiten der Sicherheitsbehörden auf die Daten von Asylbewerbern verlangt. Beckstein sagte, für alle Zuwanderer müsse eine Regelanfrage beim Verfassungsschutz eingeführt werden. (Quelle: br)

Sicherheit ist letzlich eine Frage der Gerechtigkeit

Gegen Terrorismus und "wahnsinnsgeleitete Aktionen blinder Gewalt" gebe es keinen hundertprozentigen Schutz, erklärt Peter Strutynski vom Bundesausschuß Friedensratschlag. Eine Politik, die den Terrorismus wirksam bekämpfen und eindämmen wolle, müsse ihm den sozialen, politischen und ideologischen Nährboden entziehen. Ein Klima des Hasses und der Intoleranz und eine Politik, die Gewalt mit Gegengewalt und Gegengewalt mit neuer Gewalt beantworte, bereite auch den Boden für Terrorakte. Sicherheit könne heute nicht mehr nur durch noch so "perfekte" militärische Sicherheitsvorkehrungen gewährleistet werden, so Strutynski. Nichts offenbare dies deutlicher als die Schutzlosigkeit der Großmacht USA gegenüber den terroristischen Anschlägen. Die Politiker, die jetzt wieder nach mehr Rüstungsausgaben, Waffen und Militär verlangten, müßten begreifen, daß Sicherheit heute vor allem sozial, kulturell, ökonomisch und politisch definiert werden müsse und "daß Sicherheit letztlich eine Frage der Gerechtigkeit ist".

Die Friedensbewegung plädiere aus diesen Gründen für besonnene Reaktionen der Politik, sagte Strutynski. Dem Terrorismus durch zivile Maßnahmen und durch die Stärkung des Rechts und der Gerechtigkeit den Boden zu entziehen, das sei langfristig das bessere Mittel als der Gedanke an Rache und militärische Vergeltung.

Quelle: junge welt vom 13.09.01
http://www.jungewelt.de/2001/09-13/011.shtml
 
 

Vorbereitungen auf Vergeltungsschlag laufen auf Hochtouren

Die USA wollen die Terroranschläge von New York und Washington mit massiver militärischer Vergeltung beantworten. Die Vorbereitungen für die angekündigte Vergeltung laufen auf Hochtouren. Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz kündigte am Donnerstag an, es werde nicht bei einem Vergeltungsschlag bleiben: "Es wird ein Feldzug und keine einzelne Aktion." Er schloß gleichzeitig aus, dass die Verhaftung der unmittelbar Verantwortlichen, wenn sie denn gelänge, ausreichen könne. "Es geht nicht einfach darum, Leute zu verhaften und zur Verantwortung zu ziehen". Wolfowitz kündigte an, die USA würden die Aktionen gegen die Verantwortlichen und deren Helfer so lange fortführen, bis der Terror aufhöre. Es werde auch Angriffe gegen Staaten geben, die den Terrorismus unterstützten. Präsident George W. Bush sprach vom "ersten Krieg des 21.Jahrhunderts" und gelobte, dass "Amerika die Welt zum Siege führen werde.

Das US-Parlament verständigte sich am Morgen auf ein Milliarden-Paket zum Kampf gegen den Terrorismus und für den Wiederaufbau. Insgesamt stehen 40 Milliarden Dollar zur Verfügung. Der überwiegende Teil dieser Summe ist für die Vorbereitung der Streitkräfte auf mögliche Militärschläge vorgesehen.

In einer Videobotschaft an alle Soldaten und Beschäftigten des Verteidigungsministeriums sagte Verteidigungsminister Rumsfeld am Mittwoch, "in den kommenden Tagen" würden sich die Männer und Frauen in Uniform in die "lange Geschichte amerikanischer Militärhelden einreihen. "Wir stehen mächtigen und furchtbaren Feinden gegenüber, Feinden, die wir besiegen wollen", sagte Rumsfeld. Von den Truppen werden in den nächsten Wochen und Monaten "sehr, sehr viel" verlangt werden. "Das gilt vor allem für diejenigen draußen im Feld."

Nach Angaben von Verteidigungsminister Rumsfeld gilt für die im Ausland stationierten US-Truppen höchste Alarmbereitschaft. In den Vereinigten Staaten stehen Kampfpiloten auf 26 Stützpunkten für Schnelleinsätze bereit. Über eine Einberufung von Reservisten hat Präsident Bush noch nicht entschieden.

Die US-Regierung hat den pakistanischen Präsidenten Musharraf inzwischen aufgefordert, die Grenzen zum Nachbarland Afghanistan zu schließen. Wie es weiter heißt, sollen die USA außerdem um Genehmigung gebeten haben, im Falle einer Militär-Aktion pakistanisches Gebiet überfliegen zu dürfen. Der Flughafen in Islamabad wurde in den Morgenstunden wegen militärischer Bewegungen vorübergehend geschlossen. (Quellen: br, df, dr, sz)
 
 


"Jetzt ist Nacht, und das Gespenst, das umgeht,
ist eine Lebenslüge der Moderne.
Gerade in diesen Tagen wird sie erkennbar,
und ihr Schlag- und Hauptwort heißt Global Village."

Dieter Thoma in der Süddeutschen Zeitung vom 14.09.01
http://szarchiv.diz-muenchen.de/REGIS_A12978075

 
 


Update: Sa. 15.09.01, 15:00, Quellen: dpa, afp, rtr, dr, df, br, sz, fr

US-Präsident ruft nationalen Notstand aus und verfügt Mobilmachung

Ab sofort hat der US-Präsident freie Hand: Senat und Kongress ermächtigten George W. Bush Vergeltungsschläge wegen der Terrorangriffe in den USA anzuordnen. "Der Präsident ist ermächtigt, alle notwendigen und angemessenen Mittel gegen diejenigen Nationen, Organisationen und Personen einzusetzen, die nach seiner Einschätzung die Terroranschläge vom 11. September 2001 geplant, angeordnet, begangen und unterstützt haben oder die solchen Organisationen oder Personen Unterschlupf gewährt haben." Eine förmliche Kriegserklärung ist dies nicht. Allerdings sagten die Fraktionschefs im Kongress, die Resolution sei ähnlich abgefasst und ermächtige Bush zu einer militärischen Reaktion. Gleichzeitig müsse sicher gestellt sein, dass die Abgeordneten rechtzeitig informiert und konsultiert würden.

Für den Einsatz der Truppen und als Not- und Wiederaufbauhilfe wurden 40 Milliarden Dollar freigegeben. Bush erklärte am Freitag den nationalen Notstand und leitete die Mobilisierung von Reservisten in die Wege, um die ihn das Pentagon gebeten hatte. Theoretisch stünden ihm bis zu einer Million an Waffen ausgebildeter Menschen zur Verfügung.
 
 


"Die Amerikaner wissen, dass sie sich im Krieg befinden und werden die notwendigen Opfer und den Willen aufbringen, um zu triumphieren.

Unseren Feinden sage ich: Wir kommen. Möge Gott euch gnädig sein, wir sind es nicht."

John McCain, republikanischer Senator
 
 


Taliban drohen USA mit einem "Heiligen Krieg"

Die Taliban lehnten erneut die Auslieferung des als Drahtzieher der Anschläge in New York und Washington verdächtigten Bin Laden ab.

Das Taliban-Regime drohte den USA bei einem Angriff auf das Land mit einem "Heiligen Krieg". Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar appellierte an die Afghanen, den Kampfgeist aus den Schlachten gegen den "britischen und russischen Imperialismus" aufleben zu lassen.

Den Nachbarländern drohte das Regime in Kabul mit Angriffen, falls diese den USA Land- oder Luftwege für Militär-Aktionen gegen Afghanistan zur Verfügung stellen. In einem solchen Fall würde der betreffende Staat an einem Krieg gegen Afghanistan teilnehmen, meldete die Nachrichtenagentur AIP unter Berufung auf die Taliban.

Atomstaat Indien will den USA nach Angaben aus dem Verteidigungsminitserium in Delhi die Nutzung seiner Militäreinrichtungen erlauben, falls die USA sie brauchten, um Vergeltung zu üben für die Anschläge in New York und Washington.

Die USA haben Pakistan, das wie Indien über Atomtechnologie verfügt, um Genehmigung gebeten, im Falle einer Militär-Aktion pakistanisches Gebiet überfliegen zu dürfen. Die pakistanische Militärregierung hat selbst bisher akzeptierte Radikalislamisten im Land und gilt als Geburtshelfer der Taliban und deren wichtigster Waffenlierant.

Bin Laden noch nicht als Drahtzieher der Terroranschläge identifiziert

US-Außenminister Powell hat klargestellt, dass der in Afghanistan lebende islamische Fundamentalist Osama bin Laden noch nicht als Drahtzieher der Terror-Anschläge identifiziert worden ist. Auf Grund der steigenden Zahl von Hinweisen werde man jedoch bald wissen, wer dafür verantwortlich sei, sagte Powell in Washington.

Agypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Emirate haben den US-Ermittlern ihre Unterstützung bei der Suche nach den Hintermännern der Terroranschläge zugesagt.

Zwei der mutmaßlich für die Anschläge in den USA verantwortlichen Terroristen sind offenbar an amerikanischen Militärschulen ausgebildet worden. Einer der Männer habe Sprachkurse auf der Luftwaffenbasis Lackland im Bundesstaat Texas genommen, der andere technische Lehrgänge an der Schule für Luftkrieg in Maxwell/Alabama besucht, teilte das Pentagon in Washington mit.

Die Bundespolizei FBI hatte zuvor eine Liste der 19 Terroristen veröffentlicht, die nach Erkenntnissen der Ermittler am Dienstag die vier Passagier-Flugzeuge für die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon kaperten. Darunter waren sieben ausgebildete Piloten. Die Täter waren danach zwischen 21 und 33 Jahre alt.
 
 


Das meiste, was wir über Bin Laden wissen, "wurde von US-Geheimdiensten ausgestreut - oder von Bin Laden selbst", gibt Oliver Fahrni in "Die Woche" vom 14.09.01 zu bedenken.
 
 


Unterstützung für US-Gegenschlag auch von Staaten, die nicht der Nato angehören

Nach den Nato-Staaten sicherten am Donnerstag auch Japan und Australien den USA Unterstützung für eine mögliche Militäraktion zu. Selbst China schloss eine Beteiligung nicht aus. Die Verfassung Japans legt allerdings fest, dass das Land sich für alle Zeiten aus Kriegen heraushalten muss. Laut Presseberichten denkt die Regierung in Tokio daran, die Verfassung zu ändern. (Quelle: fr)

Nahezu alle Parteien in Deutschland sagen Unterstützung bei Vergeltungsaktionen der USA zu

Mit großer Geschlossenheit haben sich nahezu alle Bundestags-Parteien hinter den Kurs von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gestellt und Unterstützung bei Vergeltungsaktionen der USA zugesagt. Die SPD unterstützt "uneingeschränkt" die Linie der Regierung, versicherte SPD-Fraktionschef Peter Struck. Auch bisherige Kritiker von Militäraktionen der Bundeswehr machten in der Sondersitzung der Fraktion am Freitag deutlich, dass sie sich einem Bundestagsvotum für einen Einsatz im Rahmen der NATO nicht in den Weg stellen werden.

Nur die PDS will nach eigenen Angaben einem solchen Einsatz nicht zustimmen. Bei den Grünen gab es am Freitag einige Abweichler. In der Fraktion wurden drei Gegenstimmen zu einem Positionspapier des Parteirates zum NATO-Beschluss gezählt. Es gebe kritische Stimmen gegenüber einer solchen Beteiligung, sagte Grünen-Fraktionschef Rezzo Schlauch der dpa. Doch er habe sich über die große Geschlossenheit gefreut. Der Grünen-Parteirat hatte das Positionspapier zum NATO- Beschluss einstimmig verabschiedet. Darin heißt es, die Grünen könnten angesichts der brutalen Terroranschläge auf die US-Bürger dem von der NATO erklärten Bündnisfall "nicht widersprechen".

Nach Ansicht der CDU muss Deutschland die USA notfalls mit allen Mitteln unterstützen. Der Bündnisfall bedeute, dass man militärisch das zur Verfügung stelle, was man habe, sagte CDU-Chefin Angela Merkel nach einer Sondersitzung des CDU-Präsidiums. Das CDU-Präsidium habe "einhellig und außerordentlich stark" die Entscheidung des NATO-Rats vom Mittwochabend unterstützt, sagte Merkel. Die FDP stimmte bereits am Donnerstag zu.
 
 


"Christen sollten nicht in Szenarien der Vergeltung einstimmen. Hart zurück zu schlagen, wie dies einige fordern, ist für mich als Bischof keine Alternative. Der Anschlag ist letztlich der Aufstand einer Welt, die sich als zweit- und drittrangig empfindet. Wir als reiche Länder müssen lernen, die zu kurz Gekommenen dieser Welt zu achten. Wir müssen global denken lernen. Es geht um eine geistige Auseinandersetzung."

Münchner Weihbischof Engelbert Siebler in einem Interview mit dem Münchner Merkur (14.09.01)
 
 


Nach Terrorangriffen in den USA: Moslems werden in Deutschland bedroht

Nach den Terroranschlägen in den USA wächst bei Moslems und Juden in Deutschland die Angst durch Bedrohungen vor allem durch Neonazis. Unmittelbar nach der Terrorserie in den USA seien Frauen mit Kopftüchern auf offener Straße von Deutschen beschimpft und bespuckt worden, sagte der Vorsitzende des Zentralrates der Moslems in Deutschland, Nadeem Elyas, der Nachrichtenagentur Reuters. Dahinter stünden vor allem Rechtsradikale, "die nur auf eine solche Gelegenheit gewartet haben", so Elyas. Bombendrohungen, Drohbriefe- und E-Mails seien in seinem Büro eingegangen. Zahlreiche Moslems gingen aus Angst nicht mehr ans Telefon, beklagte der Vertreter von 19 Moslem-Organisationen und distanzierte sich erneut im Namen aller in Deutschland lebenden drei Millionen Moslems vom Terror.

Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sagte, er befürchte eine neue Gewaltwelle.

Deutsche befürworten mehrheitlich Vergeltungsschläge der USA

Die absolute Mehrheit (57 Prozent) der Deutschen findet es durchaus richtig, wenn die USA Vergeltung üben werden. 35 Prozent finden ein militärisches Zurückschlagen der Amerikaner nicht richtig, acht Prozent können oder wollen sich dazu nicht äußern.

Aufgeschlüsselt nach den Anhängern der einzelnen Parteien ergibt sich ein unterschiedliches Bild bei den Befürwortern eines Gegenschlags: Bei den SPD-Anhängern sind es 60 Prozent, bei CDU/CSU 58 Prozent und bei der FDP 54 Prozent. Deutlich niedriger ist der Anteil der Befürworter bei Anhängern der Grünen (31 Prozent) und der PDS (43 Prozent).

Trotz des Verständnisses der Deutschen insgesamt für die erwartete Gegenwehr der Amerikaner meinen die meisten Befragten (57 Prozent), dass sich die Bundesrepublik nicht an militärischen Aktionen der USA beteiligen sollte. Etwa mehr als ein Drittel (37 Prozent) befürwortet die Unterstützung der US-Streitkräfte durch die Bundeswehr.

Dies ist das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Politbarometer-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen Mannheim.
 
 


Update: Mo. 17.09.01, 12:00, Quellen: dpa, rtr, dr, df, br, fr, heise, partisan)

Pakistan sagt USA Untertützung zu

Außenminister Abdus Sattar erklärte in Islamabad, Pakistan wolle die USA in ihrem Kampf gegen den Terrorismus unterstützen. Dazu gehöre die Stationierung einer multinationalen Streitmacht in Pakistan und eine Genehmigung für die Benutzung des Luftraums bei einem Angriff auf die Taliban und die in ihrem Land vermuteten Stützpunkte von Terroristen.

Pakistan befindet sich allerdings in einer Zwickmühle: einerseits ist das Land der wichtigste Verbündete der USA in der Region. Zugleich unterstützt Pakistan aber auch die in Afghanistan herrschende Taliban-Miliz, die dem als Terrorist gesuchten Millionär Osama bin Laden Unterschlupf gewährt hat
 
 


Nach einer Umfrage des US-Fernsehsenders CBS befürworten 85 Prozent der Amerikaner Militäraktionen. 68 Prozent sagten, sie seien auch dann für Vergeltungsschläge, wenn unschuldige Menschen getötet würden. Für militärische Operationen bei denen "tausende von Zivilisten getötet werden könnten" sprachen sich 60 Prozent der Befragten aus.
 
 


Bush: USA werden in "Kreuzzug" gegen Terrorismus ziehen

US-Präsident Bush hat erneut bekräftigt, dass die Vereinigten Staaten mit aller Härte gegen die Attentäter von New York und Washington vorgehen werden. Der Präsident sprach von einem "Kreuzzug" und einem "Krieg" gegen den internationalen Terrorismus. Bush mahnte die US-Bürger jedoch zur Geduld, weil ein Vergeltungschlag nach seinen Worten viel Zeit in Anspruch nehmen wird

Bundeskanzler schließt Beteiligung der Bundeswehr an Vergeltungsschlägen nicht aus

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schließt eine Beteiligung der Bundeswehr an Vergeltungsschlägen der USA für die Terrorakte in New York und Washington nicht aus. Sein Bekenntnis uneingeschränkter Solidarität mit den USA könne auch militärischen Beistand bedeuten, betonte der Kanzler am Sonntagabend im ZDF.

Die Union sagte Schröder zu, der Regierung eine Mehrheit für den Einsatz der Bundeswehr zu sichern. Unions-Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) bot der Regierung in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" eine "nationale Allianz der Entschlossenheit" an und brachte dabei auch die Beteiligung an massiven Militärschlägen der Bundeswehr ins Gespräch.

Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sagte im Nachrichtensender n-tv zur Frage einer deutschen Beteiligung an Kampfeinsätzen: "Ich möchte darüber nicht spekulieren."

Bundespräsident Rau wandte sich dagegen, die Attentäter in einer Militäraktion zu bestrafen. Vielmehr müssten sie aufgespürt und vor Gericht gestellt werden. Der Terror in den USA stelle einen Angriff auf die Zivilisation dar. "Und darum müssen wir mit zivilen Mitteln agieren", sagte er im Deutschlandfunk. Rau rechnet nach eigenen Worten nicht mit einer Beteiligung der Bundeswehr an Militäreinsätzen, vielmehr sei Beistand logistischer Art gefragt.

CDU-Chefin Angela Merkel warnte dagegen davor, die Hilfe für die USA von vorneherein zu begrenzen. "Wir dürfen uns jetzt nicht ins Hinterzimmer der Gemütlichkeit zurückziehen", sagte sie der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe).

PDS-Spitzenpolitiker Gregor Gysi hält "begrenzte militärische Aktionen" gegen Länder statthaft, die sich weigern, "die für die Anschläge Verantwortlichen auszuliefern".

Debatte über Einsatz der Bundeswehr im Innern

Bundesinnenminister Schily hatte am vergangenen Freitag angedeutet, dass die Bundeswehr auch im Innern eingesetzt werden könnte. Dazu sei eine Änderung des Grundgesetzes nicht notwendig. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ludwig Stiegler wies entsprechende Überlegungen von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) zurück.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Helmut Wieczorek (SPD), verlangte dagegen die Einrichtung einer Nationalgarde. Diese solle sich aus Spezialeinheiten der Bundeswehr, Experten des Katastrophenschutzes sowie Mitgliedern der Anti-Terror-Einheit GSG 9 des Bundesgrenzschutzes zusammensetzen, schlug Wieczorek vor.

Der SPD-Fraktionschef Struck mahnte, jetzt nicht in hektische gesetzgeberische Aktivitäten zu verfallen. Im Deutschlandfunk wandte er sich gegen den Vorschlag, eine Nationalgarde zu bilden.

Einschränkung des Datenschutzes und Abschaffung des Religionsprivilegs im Vereinsgesetz geplant

Bundeskanzler Schröder kündigte an, das Kabinett werde an diesem Mittwoch Maßnahmen beschließen, um internationale extremistische Organisationen zu bekämpfen. Nach Schröders Worten soll insbesondere das sogenannte Religionsprivileg im Vereinsgesetz abgeschafft werden. Bundesinnenminister Schily sprach sich in der ARD dafür aus, für Zuwanderer eine Regelanfrage beim Verfassungsschutz einzuführen. Außerdem will Schily den Datenschutz einschränken. Schily sagte, es dürfe nicht sein, dass der Staat Terroristen nicht unter Kontrolle bekäme, weil er bestimmte Daten nicht nutzen darf.

Innenminister befürchten Ausschreitungen und Anschläge

Nach der Terrorwelle in den USA wächst in Deutschland die Furcht vor Ausschreitungen und Anschlägen, sollten sich die Vereinigten Staaten zu einem militärischen Gegenschlag entscheiden. Zu erwarten sei eine "Eskalationsleiter" von gewalttätigen Demonstrationen und Sachbeschädigungen, über die Besetzung von Parteibüros und Redaktionen bis hin zu Bombendrohungen, Sprengstoffanschlägen und Gewalttaten gegen einzelne Personen, sagte Niedersachsens Innenminister Heiner Bartling (SPD) am Freitag nach einer Telefonkonferenz der Innenminister von Bund und Ländern. "Als mögliche Täter kommen fanatische islamistische Gruppen und Einzelpersonen, aber auch Gruppen oder Einzelpersonen der linksextremistischen Szene in Betracht", so Bartling.

KZ-Gegenstätte Dachau mit antiamerikanischen und antisemitischen Parolen beschmiert

Unbekannte beschmierten die KZ-Gedenkstätte Dachau mit antiamerikanischen und antisemitischen Parolen. Auf den Rückseiten zweier früherer KZ-Baracken in Dachau wurden am Sonntagmorgen Parolen wie "Juda verrecke", "Der Jude ist der Provokateur" und "USA Anstifter des 3. Weltkriegs" entdeckt. Auch die stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Michel Friedman und Charlotte Knobloch, seien geschmäht worden, sagte die Gedenkstätten-Mitarbeiterin Gabriele Hammermann.

Ein Anschlag auf eine Moschee in München ist am Sonntag von Passanten vereitelt worden. Nach Polizeiangaben entdeckte ein Fußgänger gegen 02.00 Uhr morgens ein Molotow-Cocktail mit brennender Lunte vor dem deutsch-islamischen Zentrum im Stadtteil Pasing

Berichterstattung der Medien über die Terroranschläge in den USA stößt auf scharfe Kritik

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, kritisierte bei einem internationalen Medien-Symposium des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) im italienischen Montepulciano, dass bei der Berichterstattung zunehmend Qualität durch Masse kompensiert werde. Er appellierte an die Journalisten, nicht einfach die Stellungnahmen von Politikern "nachzuplappern". Mit den Ereignissen der letzten Woche sei nicht nur eine neue Dimension der weltpolitischen Auseinandersetzungen erreicht worden, sondern es stellten sich auch neue Herausforderungen an den Journalismus der westlichen Demokratie.

Ein alarmierendes Missverhältnis zwischen den dramatischen Ereignissen "und dem selbstgerechten Blödsinn und den dreisten Täuschungen praktisch aller Politiker (...) und Fernsehkommentatoren (...)" beklagt die amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung [1]. Die Stimmen schienen sich zu einer Kampagne verschworen zu haben, mit dem Ziel, die Öffentlichkeit noch mehr zu verdummen."Früher haben wir die einstimmig beklatschten und selbstgerechten Platitüden sowjetischer Parteitage verachtet. Die Einstimmigkeit der frömmlerischen, realitätsverzerrenden Rhetorik fast aller Politiker und Kommentatoren in den Medien in diesen letzten Tagen ist einer Demokratie unwürdig", schreibt die amerikanische Schriftstellerin.

[ 1 ] Suan Sontag - Amerika unter Schock: Die falsche Einstimmigkeit der Kommentare
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2001, Nr. 215 / Seite 45

 
 


Update: Di. 18.09.01, 12:00, Quellen: dpa, rtr, dr, df, br, fr, heise, partisan)

Bürger unter Generalverdacht?

Bundesregierung verschärft innenpolitischen Kurs

Die Bundesregierung in Berlin will am Mittwoch schärfere Maßnahmen gegen den internationalen Terrorismus beschließen. Darunter fallen laut Regierungssprecher Heye die Abschaffung der freien Religionsausübung für extremistische Organisationen und die Erweiterung des Anti-Terrorismus-Paragrafen im Strafgesetzbuch. Künftig sollen damit auch internationale kriminelle Vereinigungen, die in Deutschland agieren, verfolgt werden können. Bundesinnenminister Schily kündigte außerdem eine Verschärfung der Auskunftspflicht über Bank-Konten mutmaßlicher Terrororganisationen sowie eine Lockerung des Datenschutzes an. Der Minister schlug vor, Fingerabdrücke in Pässe aufzunehmen. - Die Grünen-Fraktionschefin Müller wandte sich gegen die Vorschläge. Solche Maßnahmen würden jeden Bürger unter Generalverdacht stellen, sagte sie im ZDF.

Seit Mittwoch voriger Woche gibt es täglich eine Sicherheitslage im Kanzleramt. Nach Worten von Schily-Sprecher Lingenthal läuft der Datenaustausch zwischen den verschiedenen Stellen perfekt. Es gebe aber Bereiche, die noch nicht vernetzt seien. Hier müsse Abhilfe geschaffen werden, damit sich "Datenschutz nicht als Terroristenschutz auswirkt". Ferner gehöre "Rasterfahndung zu den Dingen die zu prüfen sind".

Der Bundesdatenschutzbeauftragte, Dr. Joachim Jacob, hat vor voreiligen rechtlichen Schlüssen aus der Debatte um die Sicherheit gewarnt. Es sei falsch, den Eindruck zu erwecken, dass die Anschläge auf die USA durch weiterreichende rechtliche Befugnisse hätte vermieden werden können.

Datenschützer befürchten, dass es eine neue Debatte um die E- Mail-Verschlüsselung geben wird. Der frühere CDU-Innenminister Manfred Kanther wollte nur solche Software zulassen, für die der Staat eine Art „Generalschlüssel" zum Dechiffrieren besitzt.

Umschichtung des Bundeshaushalts zu Gunsten der Inneren Sicherheit

Finanzminister Eichel will künftig mehr Geld für die Sicherheit bereitstellen. Zugleich kündigt er an, an seiner Sparpolitik festzuhalten. Man werde den Bundeshaushalt zu Gunsten von Polizei, Nachrichtendiensten und anderen Bereichen der inneren Sicherheit umschichten, um die Bedrohungen des internationalen Terrorismus abzuwehren.

Bergungsarbeiten in New York:
Zahl der Vermissten inzwischen bei bei 5 422

In New York sind auch in der vergangenen Nacht die Bergungsarbeiten am zerstörten World Trade Center weiter gegangen. Bürgermeister Guiliani gab die Zahl der Vermissten nun mit 5.422 an. Nach Auskunft des Auswärtigen Amts in Berlin konnte man bisher noch keinen Kontakt zu 178 Bundesbürgern in New York herstellen.

Zunehmend Übergriffe gegen Menschen mit arabischen Aussehen

Nach den terroristischen Anschlägen häufen sich in den USA die Übergriffe gegen Araber, Inder und andere Menschen mit orientalischem Aussehen. Die Gruppe 'Council on American-Islamic Relations' in Washington teilte mit, dass sie seit dem vergangenen Dienstag mehr als 300 Übergriffe gegen Moslems in den USA registriert habe. Dies seien bereits halb so viel wie im gesamten vergangenen Jahr. Überall im Lande würden Moslems angespuckt und beleidigt.

US-Präsident Bush verurteilte inzwischen die Übergriffe. Bush sagte bei einem Besuch des Islamischen Zentrums in Washington, der Islam sei eine friedliche Religion.

Kurseinbruch an der Wall Street

Mit einem Kurs-Einbruch nahm gestern die Aktienbörse in New York fast eine Woche nach den Terroranschlägen den Handel wieder auf. Der Dow-Jones-Index erlebte den schwersten Punkteinbruch seiner Geschichte. Bei Rekordumsätzen stürzte er am Tag der Börsenwiederöffnung um 7,1 Prozent auf 8921 Punkte. Der technologielastige NASDAQ sackte um 6,8 Prozent ab. Die massiven Abschläge kamen, obwohl die US-Notenbank die Leitzinsen noch vor Börsenauftakt um 0,5 Punkte reduziert hatte. Wenige Stunden später senkte auch die Europäische Zentralbank den wichtigsten Zins um 0,5 Punkte. Viele Anleger befürchten offenbar einen baldigen Militärschlag der USA gegen Afghanistan.
 
 


"Wir sind im Krieg, man hat uns diesen Krieg erklärt. Wir werden die Täter ausfindig machen. Wir werden sie aus ihren Höhlen ausräuchern, wir werden sie auf Trab bringen, und wir werden sie der Gerechtigkeit zuliefern."

Der amerikanische Präsident George W. Bush am 16. September
 

"Bisher gab es in den USA Gefängnis und Todesstrafe. Jetzt gibt es eine dritte Kriminalstrafe – den Krieg. So muss man die Ankündigungen des US- Präsidenten verstehen. So gesehen wäre der Krieg die staatliche Antwort auf eine neue Dimension des Verbrechens. "

Heribert Prantl - Das Weltgericht, Feuilleton der Süddeutschen Zeitung vom 18.09.01
http://szarchiv.diz-muenchen.de/REGIS_A12995824

 
 


Kommt es am Wochenende zu einem US-Vergeltungsangriff?
Truppenaufmarsch entlang der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan. Hunderttausend Zivilisten auf der Flucht aus Kandahar.

Zehntausende afghanische und pakistanische Soldaten werden an der 1400 Kilometer langen gemeinsamen Grenze zusammengezogen. An Afghanistans Nordgrenze zu Tadschikistan wurden die russischen Truppen in Alarmbereitschaft versetzt. In Japan liefen der mit Lenkwaffen ausgestattete US-Kreuzer "Vinciness" und der Zerstörer "Curtis Wilbur" aus. Parallel zum militärischen Aufmarsch reiste eine pakistanische Regierungsdelegation in die afghanische Stadt Kandahar und forderte in Verhandlungen mit den Taliban die Auslieferung von Ussama Bin Laden, der von den USA als Drahtzieher der Terroranschläge verdächtigt wird. Es gebe zwar kein Ultimatum, hieß es, aber andernfalls müsse Afghanistan zum Wochenende mit einem US-Vergeltungsangriff rechnen.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) berichtete in Genf, aus Angst vor möglichen Vergeltungsschlägen der USA seien zehntausende Afghanen auf der Flucht. Laut UNHCR flohen alleine aus der Taliban-Hochburg Kandahar bis Montagabend 200000 Menschen - die Hälfte der Bevölkerung.

Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt und ein Land in Agonie: international isoliert durch das Taliban-Regime, ausgeblutet von mehr als 20 Jahren Krieg und ausgezehrt von der schlimmsten Dürre seit drei Jahrzehnten.

Die USA haben Luftlandetruppen und Eliteeinheiten angewiesen, sich für eine Verlegung bereitzuhalten, ihre persönlichen Dinge zu ordnen und weitere Befehle abzuwarten.

Die Amerikaner wollen Osama bin Laden nach den Worten von US-Präsident George W. Bush "tot oder lebendig". Bush sagte am Montag in Washington weiter, die in Afghanistan regierenden radikal-islamischen Taliban, die Bin Laden Schutz gewähren, sollten seine Äußerungen ernst nehmen. Auf die Frage, ob er Bin Laden tot sehen wolle, sagte Bush: "Ich will Gerechtigkeit. Und es gibt ein altes Plakat im Westen, auf dem steht: 'Tot oder lebendig'". Die Taliban würden zur Verantwortung gezogen, da sie Bin Laden unterstützt hätten.

Außenminister Fischer rechnet in absehbarer Zeit mit einem Vergeltungsschlag der USA und mit einer anschließenden langen Phase harter Auseinandersetzungen mit dem internationalen Terrorismus. Heute reist Fischer zu politischen Gesprächen nach Washington.
 
 


Update: Mi. 19.09.01, 13:00, Quellen: dpa, rtr, wdr, taz)

Komponist Karl-Heinz Stockhausen schockiert mit Äußerungen zu den Torroranschlägen in den USA

Heftige Empörung hat der Komponist Karlheinz Stockhausen mit seinen Äußerungen zu den Terroranschlägen hervorgerufen. Bei einer Pressekonferenz am Sonntag hat er die Attentatsserie als "das größte Kunstwerk, das man sich vorstellen kann", bezeichnet. Daraufhin wurden vier geplante Konzerte von den Veranstaltern des Hamburger Musikfests abgesagt.

Laut Tonbandabschrift des NDR sagte Stockhausen:

"Was da geschehen ist, ist - jetzt müssen Sie alle Ihr Gehirn umstellen - das größte Kunstwerk, das es je gegeben hat. Dass Geister in einem Akt etwas vollbringen, was wir in der Musik nicht träumen könnten, dass Leute zehn Jahre üben wie verrückt, total fanatisch für ein Konzert und dann sterben. Das ist das größte Kunstwerk, das es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos. Stellen Sie sich das doch vor, was da passiert ist. Da sind also Leute, die sind so konzentriert auf eine Aufführung, und dann werden 5.000 Leute in die Auferstehung gejagt, in einem Moment. Das könnte ich nicht. Dagegen sind wir gar nichts, als Komponisten. "

Stockhausen, der als einer der bedeutendsten, heute noch lebenden Komponisten der musikalischen Avantgarde gilt, hat seine Äußerung noch während der Pressekonferenz widerrufen.

Mehr unter:
http://www.taz.de/pt/2001/09/19/a0115.nf/text.name,asksEggNC.n,1

Taliban-Regierungschef: Kein Heiliger Krieg

Regierungschef Mullah Hasan dementiert Berichte, wonach die Taliban einen "heiligen Krieg" gegen die USA ausgerufen hatte. Nach Angaben der privaten afghanischen Nachrichtenagentur AIP habe Mullah Hasan gesagt, die Afghanen würden nur dann einen "Dschihad" gegen Amerika führen, wenn sie von den USA angegriffen würden.

Das arabische Wort "Dschihad" wird oft mit "Heiliger Krieg" übersetzt - meint aber "Sich abmühen für die Sache Gottes". Das kann die Zügelung eigener Leidenschaften für den Glauben, einen wohltätigen Dienst, Missionierung, aber auch die militärische Verteidigung und Ausbreitung des Islam bedeuten.

Mehrzahl der Deutschen fürchtet neuen Weltkrieg

Mehr als die Hälfte der Deutschen befürchtet, dass es durch die Terror-Anschläge und die geplanten amerikanischen Gegenschläge zu einem neuen Weltkrieg kommen könnte. Das ergab eine Forsa-Umfrage für die Zeitung "Die Woche". Nur knapp ein Drittel sind für eine Beteiligung Deutschlands mit Kampftruppen. 70 Prozent wollen, dass lediglich indirekte Hilfe geleistet wird - zum Beispiel durch Transportmittel oder Sanitäter.

UN-Sicherheitsrat fordert sofortige und bedingungslose Auslieferung Bin Ladens

Der UN-Sicherheitsrat hat die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan erneut aufgefordert, den Fundamentalistenführer Osama bin Laden auszuliefern. Die Auslieferung habe "sofort und bedingungslos" zu erfolgen, heißt es in der am Sitz der UN in New York am Dienstag (Ortszeit) verteilten Mitteilung.

Das Gremium bezog sich dabei auf die UN-Resolution 1333 vom Dezember vergangenen Jahres. Darin fordert der Sicherheitsrat die Taliban auf, bin Laden an die Justiz derjenigen Länder auszuliefern, die ihn mehrerer Verbrechen beschuldigen.

Geistliches Oberhaupt der Taliban weist Forderung nach Auslieferung Bin Ladens zurück. Lage der Menschen in Afghanistan laut UNICEF verzweifelt.

Das geistliche Oberhaupt der Taliban-Regierung Afghanistans, Mullah Muhammad Omar, hat die Forderung nach einer Auslieferung des Islamisten Osama Bin Laden als Vorwand für die Zerstörung der Taliban bezeichnet. Einen entsprechenden Redetext ließ Omar vor der Versammlung der Taliban-Geistlichen in Kabul verlesen, die heute über das Schicksal Bin Ladens beraten, meldet die Nachrichtenagentur Reuter.

Eine mögliche Auslieferung des mutmaßlichen Terroristenführers Ussama Bin Laden wäre für die USA offenbar nicht ausreichend, um auf einenVergeltungsangriff zu verzichten. "Das Problem ist eindeutig viel größer als Bin Laden", sagte gestern US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zu Informationen, wonach die Taliban-Führung in Afghanistan unter Umständen zur Auslieferung Bin Ladens an ein Drittland bereit sein soll.

Die Lage der Menschen in Afghanistan ist nach Ansicht von Experten verzweifelt. Die bittere Armut fast aller Afghanen habe inzwischen sogar zu ersten Fällen der Vitaminmangelkrankheit Skorbut geführt, sagte der Vorsitzende von UNICEF-Deutschland, Reinhard Schlagintweit, der dpa. Nach jahrzehntelangen grausamen Kriegen und einer Jahrhundertdürre gebe es Berichte, dass die Menschen Gras und Insekten essen würden. Der drohende Vergeltungsschlag der USA werde die Lage weiter verschärfen.

Afghanistan: Berichte, Forschungsergebnisse und andere Materialien unter:
http://www.bglatzer.de/aga/
http://stud-www.uni-marburg.de/~Alam/welcome.html

Bush unterzeichnet Vollmacht zur Anwendung militärischer Gewalt

US-Präsident hat am Dienstag die vom Kongress bewilligte Vollmacht zur Anwendung militärischer Gewalt gegen mutmaßliche Terroristen und deren Hintermänner unterzeichnet. Bush erklärte, die gesamte Nation sei zu einer umfassenden Reaktion gegen die Anschläge vom vergangenen Dienstag bereit. Er dankte den Abgeordneten für die zügige Billigung der Maßnahmen und versprach, den Kongress bei der Planung eines Vergeltungsangriffs zu Rate zu ziehen.
 
 


Update: Do. 20.09.01, 13:00, Quellen: dpa, br, fr, dr, df, )

Millionen Afghanen vom Hunger bedroht

"Insgesamt sechs Millionen Menschen sind derzeit auf Nahrungsmittel-Lieferungen angewiesen", sagte ein Sprecher der UN- Landwirtschaftsorganisation am Mittwoch in Rom alarmiert. Wenn es zu einem Waffengang gegen Afghanistan kommt, drohe in kürzester Zeit die Katastrophe. "Unsere Vorräte reichen noch zwei bis drei Wochen", warnte der Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP/Rom), Jeff Rowland.

Bundesregierung auch zu militärischen Risiken bereit. Bundestag sagt USA militärischen Beistand zu.

Bei einem Vergeltungsschlag der Vereinigten Staaten ist Deutschland nach den Worten von Bundeskanzler Schröder auch zu militärischen Risiken bereit. In einer Regierungserklärung im Bundestag sicherte der Kanzler den USA gestern noch einmal alle erdenkliche Hilfe zu. Schröder wörtlich: "Terroristen haben uns den Krieg erklärt und sie werden dafür zur Rechenschaft gezogen werden."

Unionsfraktionschef Merz bot Schröder eine Allianz der Entschlossenheit an, um die innere und äußere Sicherheit zu stärken. Mit der Mehrheit von 565 gegen 40 Stimmen hat der Bundestag den USA am Mittwoch auch militärische Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus zugesagt. Nur die PDS und einzelne Abgeordnete der Grünen stimmten dagegen.

In Washington sagte Bundesaußenminister Fischer nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Powell, die Bundesrepublik sei Teil der Anti-Terror-Koalition. Für den Fall einer deutschen Beteiligung an einem Militärschlag sei keine Option ausgeschlossen.

Regierungserklärung von Bundeskanzler Schröder:
http://www.bundesregierung.de/dokumente/Artikel/ix_56394_1499.htm
http://www.bundesregierung.de/dokumente/Rede/ix_56381_1499.htm?

Entschliessungsantrag der Fraktionen von SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP:
http://www.fr-aktuell.de/fr/spezial/terror/index.htm

USA verlegen Kampfflugzeuge in den Persischen Golf

Die USA verlegen mehr als einhundert Kampfflugzeuge in die Region am Persischen Golf. Das Verteidigungsministerium in Washington bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Es hieß, die Aktion unter dem Namen "Grenzenlose Gerechtigkeit" diene der Unterstützung der möglichen Operationen gegen den Terrorismus. Die US-Armee ist in der Golfregion militärisch bereits stark präsent. Kampfflugzeuge sind unter anderem in Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain stationiert.

Die USA haben neben Afghanistan mehrere Länder im Visier, von denen vermutet wird, dass sie Terroristen beherbergen. Washington habe "jede Menge Beweise" gegen diese Staaten, sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Mittwoch dem TV-Sender CNN. "Die Beweislage ist sehr klar", betonte er, ohne aber einzelne Länder zu nennen. Rumsfeld schloss Militärschläge gegen sie nicht aus.
 
 


Update: Fr. 21.09.01, 13:00, Quellen: dpa, az, jw, partisan, indymedia)

US-Präsident stellt Taliban Ultimatum

US-Präsident George W. Bush hat gestern in einer Rede vor dem Kongress die bedingungslose Auslieferung Bin Ladens und seiner Helfer gefordert. Ferner sollten die Taliban alle inhaftierten Ausländer freilassen. Bush betonte, die Forderungen an die Taliban seien "nicht verhandelbar". Weiter sagte der US-Präsident: Jedes Land, dass Terroristen Schutz gewähre, werde als Feind betrachtet.

Bush kündigte an, gegen alle Staaten vorzugehen, die Terrorismus unterstützen oder Terroristen Zuflucht gewähren. "Jedes Land in jeder Region muss sich jetzt entscheiden - entweder es steht an unserer Seite oder an der Seite der Terroristen", sagte Bush unter dem Jubel von Abgeordneten und Senatoren. Er rief zur Verteidigung der Freiheit auf und kündigte an, dafür "jede notwendige Waffe des Krieges einzusetzen."

Die Forderung von US-Präsident George W. Bush an die Taliban, nicht nur den Terroristen Osama bin Laden, sondern alle Anführer seiner Organisation El Kaeda auszuliefern, kommt einem Ultimatum gleich. Diese Einschätzung vertrat NATO-Generalsekretär George Robertson heute im ZDF.

Moskauer Militärkreise befürchten, daß sich die Amerikaner unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung in Afghanistan und in den zentralasiatischen Republiken Basen schaffen und dann nur noch schwer zum Abzug zu bewegen sind.

Die gegenwärtige Terrorismus-Krise komme dem langfristigen strategischen Ziel der USA, militärisch in der äußerst öl- und gasreichen Region Fuß zu fassen, sehr entgegen. Wenn Rußland nicht höllisch aufpassen würde, dann bestünde die Gefahr, daß sich das amerikanische Militär in seinem geostrategischen Hinterhof festsetzt, beklagt ein hoher russischer Offizier.

"Freedom at War with Fear"

Die Rede, mit der Präsident Georg W.Bush in der Nacht zum Freitag den US-Kongress und die amerikanische Öffentlichkeit auf einen Feldzug gegen den Terrorismus einschwor:
http://www.whitehouse.gov/news/releases/2001/09/20010920-8.html

Taliban lehnt Auslieferung Bin Landes ab

Nach Informationen des Deutschlandfunks haben die afghanischen Taliban die von den USA geforderte Auslieferung des Fundamentalistenführers Bin Laden abgelehnt. Der Taliban-Botschafter in Pakistan, Saif, habe erklärt, eine Überstellung Bin Ladens an Amerika oder dessen Ausweisung wäre eine Beleidigung für den Islam und die moslemischen Gesetze der Scharia. Die Taliban seien zum Heiligen Krieg bereit gegen jeden, der den Islam beleidige, habe Saif betont

USA: Studentenproteste gegen Militäreinsatz.

Amerikanische Studenten haben gestern an Universitäten im ganzen Land Friedenskundgebungen veranstaltet, berichtet partisan.net. Sie wandten sich gegen einen Militäreinsatz als Reaktion auf die Terroranschläge in New York und Washington in der vergangenen Woche. "Krieg ist ebenfalls Terrorismus", hieß es auf einem Transparent von Studenten der Harvard-Universität. Dort versammelten sich mehrere hundert Hochschüler. Insgesamt waren Friedenskundgebungen in über 100 Hochschulen in den USA geplant.

S29 - Weltweiter Atkionstag gegen Krieg und Rassismus

"International A.N.S.W.E.R." (Act Now to Stop War & End Racism) ist ein Bündnis, das sich zusammengefunden hat, um zu weltweiten Protesten und Demonstrationen gegen Krieg und Rassismus aufzurufen. Am 29. September findet in Washington DC eine US-weite Demonstration und Proteste vor dem Weißen Haus statt, genauso wie Demonstrationen an der Westküste der USA und auf der ganzen Welt.

Mehr unter:
http://www.germany.indymedia.org/2001/09/7776.html
http://peace.protest.net

Operation Infinite Justice großangelegte Operation?

Die "Times" berichtet, dass London und Washington einen zehn Jahre langen Krieg planen, mit einer "völlig neuen militärischen und diplomatischen Strategie". Eine prompte Bestätigung kam von US-Außenminister Colin Powell: "Wenn wir mit Bin Laden fertig sind, werden wir die Kampagne auf andere Terror-Organisationen in der Welt ausweiten."

Hohe Regierungsbeamte in den USA fordern bereits einen Schlag auch gegen Irak, melden "Washington Post" und "New York Times". In Bagdad geht die Angst um, dass Georg Bush jr. vollenden könnte, was Bush senior angefangen hat: die Zerstörung der Infrastruktur des Iraks. Medienberichte, wonach US-Ermittler bei der Suche nach den Drahtziehern der Terroranschläge vom 11.September auf eine "Irak-Connection" gestoßen sein sollen, haben inzwischen auch die irakische Regierung in Alarmbereitschaft versetzt.
 
 


Update: Mo. 24.09.01, 13:00

Nach Terroranschlag auf USA: Jahrelanger Viel-Fronten-Krieg droht
Die USA richten sich auf jahrelangen Krieg ein." Schmutzige" Kriegsaktionen, wie das Töten politischer Führer nicht ausgeschlossen. Auch der Einsatz taktischer Atomwaffen wird in Erwägung gezogen. [ mehr... ]
 
 


Update: So. 07.10.01, 20:00

USA haben mit Vergeltungsschlag in Afghanistan begonnen

Knapp vier Wochen nach den Terror-Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington haben die Vereinigten Staaten den seit langem erwarteten Vergeltungsschlag durchgeführt. Der amerikanische Präsident Bush sagte wörtlich in einer Fernsehansprache an die Nation: "Nun werden die Taliban einen Preis zahlen"...[ mehr... ]
 
 


"Die spontane Trauer und Fassungslosigkeit wird überlagert von den falschen Ritualen eines programmierten Reaktionsmusters, das jedes Verständnis für den inneren Zusammenhang von Terrorismus und herrschender Ordnung unmöglich macht."

Aus Robert Kurz - Totalitäre Ökonomie und Paranoia des Terrors.
Der Todestrieb der kapitalistischen Vernunft.

http://textz.gnutenberg.net/textz/kurz_robert_
totalitaere_oekonomie_und_paranoia_des_terrors.txt

 
 


"Die an sich bekannte Wahrheit, dass Krieg das Schlimmste ist, was passieren kann, wird derzeit beschleunigt zugedeckt. Wir erleben kriegsvorbereitende Propaganda. Es ist wichtig, klar zu machen, dass ein Krieg auf Widerstand stößt."

Aus C. Spehr - Sieben Thesen zur Lage:
http://sg.groups.yahoo.com/group/infopartisan/message/645

 
 

Brücken bauen, Gewalteskalation verhindern!

Erklärungen von Friedensorganisationen zu den Terrorangriffen in den USA
und die Reaktionen darauf:
http://www.friedenskooperative.de/themen/terror10.htm

Petition aus den USA die sich gegen Rache und Krieg ausspricht
Hier kann unterschrieben werden:
http://www.thePetitionSite.com/takeaction/224622495
 
 


Unabhängige Berichterstattung aus den USA:
Bei Independent Media Center
http://www.indymedia.org

Terrorangriff auf die USA
Chronologie, Fernseh-und Radio-Berichte über die Katastrophe
http://www.wdr.de/online/news2/katastrophe_worldtradecenter/index.phtml

Nachrichten-Ticker zum Thema:
http://de.fc.yahoo.com/t/trade.html

FR-Spezial zum Thema:
http://www.fr-aktuell.de/fr/spezial/terror/index.htm

Erklärungen , Aufrufe aus der Friedensbewegung:
http://www.friedenskooperative.de/themen/terror00.htm

Aktionstermine der Friedensbewegung:
http://www.friedenskooperative.de/terroter.htm

Bundesregierung:
http://www.bundesregierung.de/frameset/index.jsp

Bundeswehr:
http://www.bundeswehr.de/index_.html

Nato:
http://www.nato.int/

US-Botschaft in Berlin:
http://www.us-botschaft.de/d0.htm

Weisses Haus in Washington:
http://www.whitehouse.gov/

Pantagon:
http://www.defenselink.mil/

The Official New York City Website:
http://home.nyc.gov/portal/index.jsp?pageID=nyc_home

Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft Afghanistan, AGA:
http://www.bglatzer.de/aga/

Informationen über Taliban
Land und Leute, zur Geschichte sowie zur Kultur (Uni Marburg)
http://stud-www.uni-marburg.de/~Alam/welcome.html
 
 



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