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 last update: boa München, Fr. 07.12.2001 - 14:00 
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Mo.03.12.2001,Updates: 04.12. | 05.12. | 06.12. | 07.12.      

Afghanistan-Krieg in der neunten Woche

US-Bombenangriffe auf Kandahar lösen Flüchtlingswelle aus
Immer mehr zivile Opfer

Deutsche Verbindungsoffiziere in Afghanistan
Afghanistan-Konferenz einigt sich auf Übergangsregierung

Tausende Zivilisten flüchten vor US-Bombenangriffen aus Kandahar.
     Taliban leisten erbitterten Widerstand.
     US-Verteidigungsminister: Kampf gegen Taliban könne "dreckig
     und unangenehm" werden.
Immer mehr zivile Opfer.
Deutsche Verbindungsoffiziere in Südafghanistan.
Afghanistan-Konferenz in Bonn verständigt sich auf Übergangsregierung.
Massaker an Kriegsgefangenen bei Massar-i-Scharif auf Rumsfelds Befehl?

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Update: 04.12.01

Afghanistan-Konferenz in Bonn einigt sich auf UNO-Vorschlag.
US-Flugzeuge bombardieren ohne Unterbrechung Kandahar.
     Dauerbombardements lösen Massenflucht aus.
     Schwere Gefechte zwischen Taliban-Kämpfern und Truppen der Nordallianz.
     Im Osten Afghanistans fliegen US-Kampfjets erneut Luftangriffe auf Dörfer.
     In Masar-i-Scharif Machtkämpfe innerhalb den verschiedenen Fraktionen
     der Nordallianz
Israelischer Ministerpräsident ruft "Krieg gegen den Terrorismus" aus.
     Israel stuft Palästinenser-Regierung als Terror-Unterstützer ein.
 

 

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Update: 05.12.01

Afghanistan-Konferenz hat endgültige Einigung erzielt.
     Nordallianz besetzt Schlüsselressorts in Übergangsregierung.
     USA planen auch nach Einsetzung einer Interimsregierung
     Fortsetzung der Militäraktionen in Afghanistan.
Massive US-Luftangriffe und schwere Kämpfe in Kandahar.
Britische Hilfsorganisationen prangern Einsatz von Streubomben an.
US-Präsident schließt erneut Militärschläge außerhalb von Afghanistan nicht aus.

 

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Update: 06.12.01

Die neue politische Ordnung in Afghanistan steht vor Härtetest.
     Entwaffnung und Auflösung der afghanischen Kämpfertruppen wurde von
     der Bonner Afghanistan-Konferenz nicht festgeschrieben.
     Noch herrscht die Nordallianz in der Hauptstadt und in weiten Teilen Afghanistans.
     Usbeken-General Dostum will afghanische Übergangsregierung boykottieren.
     Taliban lehnen Interimsregierung ab.
Die wichtigsten Männer der neuen Regierung in Afghanistan.
Das Petersburger Abkommen für eine Übergangsordnung in Afghanistan.
Fehlgeleitete US-Bombe trifft Truppen des zukünftigen Chefs
     der Interimsregierung.
     Drei US-Soldaten und mindestens fünf Anti-Taliban-Kämpfer getötet.
UN und westliche Diplomaten von einem bevorstehenden US-Militärschlag
     in Somalia aus.
     Somalia-Einsatz der Bundeswehr rückt näher.

 

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Update: 07.12.01

Taliban in Kandahar kapitulieren.
     Von bin Laden fehlt nach wie vor jede Spur
NATO beteiligt sich nicht an internationaler Truppe für Afghanistan.
UN-Sicherheitsrat billigt Bonner Afghanistanbeschlüsse.
Bürgerrechtler verklagen US-Regierung wegen Anti-Terror-Methoden.
     US-Justizminister wirft Kritikern vor, den Terroristen zu helfen.
US-Abgeordnete drängen auf Sturz Saddams.
Pläne für US-Krieg gegen Irak nach afghanischem Modell.

 

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Tausende Zivilisten flüchten vor US-Bombenangriffen aus Kandahar. Taliban leisten erbitterten Widerstand. US-Verteidigungsminister: Kampf gegen Taliban könne "dreckig und unangenehm" werden.

Mo. 03.12.01 - Die schweren US-Bombenangriffe auf die Taliban-Bastion Kandahar in Südafghanistan haben eine Flüchtlingswelle ausgelöst. Nach Angaben der UN haben Tausende Zivilisten die Stadt verlassen. Sie flüchteten in Richtung pakistanischer Grenze.

Die etwa 1000 US-Marineinfanteristen vor Kandahar warten unterdessen auch am Montag weiter auf ihren Einsatz, berichtete der amerikanische Nachrichtensender CNN weiter. Zeitweise hätten sie den Einsatzbefehl zum Sturm auf die belagerte Stadt bereits in der vergangen Woche erwartet.

Die von den USA unterstützten Oppositionstruppen stoßen bei ihren Angriffen auf die letzte Taliban-Bastion in Afghanistan, Kandahar, auf erbitterten Widerstand. Den Angreifern zufolge beteiligten sich an den Gefechten um den Flughafen Kandahar Hunderte Araber, die auf Seiten der Taliban vermutlich im Sold Osama bin Ladens stehen. "Die Araber kämpfen eisern. Sie wissen, dass sie nichts zu verlieren haben. Sie kämpfen bis zum Tod", sagte am Sonntag ein Sprecher der Taliban-Gegner. Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar hatte angekündigt, Kandahar werde bis zum letzten Atemzug verteidigt. Eine Verhandlungslösung mit freiem Geleit für Omar schloss US-Außenminister Colin Powell aus.

Die US-Luftwaffe setzte zudem ihre Angriffe auf den Flughafen von Kandahar und Ziele in der Umgebung der Stadt sowie auf die Grenzstadt Spin Boldak unvermindert fort. Nach Angaben der afghanische Nachrichtenagentur AIP kamen 13 Zivilisten bei den Bombenangriffen auf Kandahar ums Leben. 30 weitere starben bei Luftangriffen auf Busse auf der Straße zur pakistanischen Grenze. Die USA wiesen Berichte zurück, ihre Flugzeuge hätten bei Einsätzen bei Tora Bora im Osten des Landes ein Bergdorf zerstört und 50 Bewohner getötet. Die USA bombadieren dort seit Tagen Höhlen und Tunnelanlagen, in denen sich Bin Laden verstecken könnte.

US-Verteidigungsminister Rumsfeld warnte gestern davor, die militärische Aufgabe zu unterschätzen. Er sagte, der weitere Kampf gegen die Taliban könne "dreckig und unangenehm" werden.

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Immer mehr zivile Opfer

Mo. 03.12.01 - Während mit unverminderter Härte um die letzte Taliban-Bastion Kandahar gekämpft wird, häufen sich Berichte über fehlgeleitete amerikanische Bombenangriffe und hunderte zivile Opfer. Am Sonntag beschossen US-Streitkräfte angeblich das Hauptquartier der Anti-Taliban-Einheiten in Agom im östlichen Bergland.

US-Kampfflugzeuge haben bei Luftangriffen ein ostafghanisches Dorf zerstört und dabei nach Berichten Überlebender 100 bis 200 Zivilisten getötet. Der Bauer Lalgul aus dem Gebiet südlich von Dschalalabad berichtete am Samstag, die Jets hätten das Dorf Kama Ado in vier Angriffswellen beschossen und mehr als 25 Bomben abgeworfen. Dabei seien alle 30 Häuser des Bergdorfes zerstört worden, sagte Lalgul im Krankenhaus von Dschalalabad, wohin er verletzte Kinder gebracht hatte.

Der Militärchef der Provinz Nangarhar, Mohammed Seman, nannte die Berichte der Überlebenden übertrieben und sprach von 15 bis 20 getöteten Dorfbewohnern. Seine Regierung habe die US-Behörden informiert, dass die Angriffe sich auf ein falsches Ziel konzentriert hätten, sagte Seman weiter.

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Deutsche Verbindungsoffiziere in Südafghanistan

Mo. 03.12.01 - Zum ersten Mal bestätigten unterdessen die südlich von Kandahar gelandeten US-Marineinfanteristen die Anwesenheit von Verbindungsoffizieren aus Deutschland, Großbritannien und Australien auf ihrem Stützpunkt. Die gut 1000 Marineinfanteristen bereiten sich auf ihren Einsatz vor.

Deutsche, britische und australische Verbindungsoffiziere arbeiteten mit amerikanischen Elitesoldaten zusammen, sagten amerikanische Offiziere am Sonntag auf der Militärbasis südlich von Kandahar. Zur Zahl der ausländischen Offiziere wollte ein Sprecher der Sondereinheiten keine Angaben machen. Es handelte sich um den ersten Hinweis auf die Anwesenheit deutscher Soldaten auf afghanischem Boden.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin wollte den Bericht nicht bestätigen. Zum Schutz der Soldaten mache das Ministerium zu Einsätzen im Zusammenhang mit der Militäraktion "Enduring Freedom" keine Aussagen, sagte er.

Die Anwesenheit dieser Offiziere könnte auf einen Strategiewechsel hindeuten. Bislang haben die Amerikaner ihre Kriegsführung in Afghanistan in eigener Regie ausgerichtet.

Unterdessen sind französische Elite-Truppen in Afghanistan eingetroffen Die 58 Soldaten sollen zusammen mit amerikanischen Einheiten den Flughafen der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif sichern, um den Transport und die Verteilung von Hilfsgütern zu ermöglichen, teilte das französische Verteidigungsministerium am Sonntag in Paris mit.

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Afghanistan-Konferenz in Bonn verständigt sich auf Übergangsregierung

Mo. 02.12.01 - Die Afghanistan-Konferenz bei Bonn will heute in ihrer Schlussphase die Schlüsselposten für eine Übergangsregierung in Kabul besetzen. Die Delegierten hatten sich am Sonntag nach sechstägigen Verhandlungen auf die Bildung eines provisorischen Kabinetts verständigt. Um die Besetzung des Postens des Regierungschefs entbrannte ein Machtkampf zwischen den einflussreichsten Gruppen auf dem Petersberg.

Dabei standen zunächst zwei Kandidaten im Vordergrund. Nach Informationen aus Delegationskreisen tritt gegen den von den USA unterstützten Favoriten Hamid Karsai der Verhandlungsführer der Monarchisten-Gruppe Abdul Sattar Sirat an. Karsai ist ein einflussreicher Paschtunen-Führer, der im Vielvölkerstaat Afghanistan mit niemandem verfeindet ist. Sirat wird von der Rom-Gruppe des afghanischen Exil-Königs Sahir Schah (87) favorisiert.

Afghanistan soll in den nächsten sechs Monaten von einem Gremium geführt werden, das sich aus einer Verwaltung, einer unabhängigen Kommission zur Einberufung einer Loya Dschirga - eine Ratsversammlung mit Vertretern aus allen Landesteilen - und einem Obersten Gerichtshof zusammensetzt. In Diskussion ist auch die Einrichtung eines Frauenministeriums, das von einer Frau geleitet werden soll.

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Massaker an Kriegsgefangenen bei Massar-i-Scharif auf Rumsfelds Befehl?

"Die Ermordung von bis zu 800 eingekesselten gefangenen Taliban am 25. November bei der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif ist ein Kriegsverbrechen, für das die amerikanische Regierung und Armee, insbesondere Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Präsident Bush, die volle Verantwortung tragen", schreibt World Socialist auf seiner Web Site vom 30. November 2001. World Socialist schildert detailliert die Abfolge der Ereignisse und nimmt dabei auch die Rolle der Medien kritisch unter die Lupe.

Eine Übersetzung der World Socialist Web Site aus dem Amerikanischen ist bei "junge welt" abrufbar unter: http://www.jungewelt.de/2001/12-03/003.php

World Socialist:
http://www.wsws.org
 
 

(Quellen: ap, dpa, rtr, br, jw, faz.net)

 
 

Update: 04.12.01 --------------------------------------------------------------------------------

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Afghanistan-Konferenz in Bonn einigt sich auf UNO-Vorschlag

Di.04.12.01 - Die Bonner Afghanistan-Konferenz hat nach siebentägigen Marathon-Verhandlungen einen Beschluss über die Übergangsregierung gefasst. "Wir haben jetzt einen Text", sagte UN-Sprecher Ahmad Fausi am Dienstagmorgen. Die Delegierten am Verhandlungstisch brachen in Applaus aus und gratulierten dem UN-Sonderbeauftragten Lakhdar Brahimi zum Ergebnis.

Die Vereinbarung sieht die Einsetzung der Übergangsregierung für sechs Monate vor. Eine Stammesversammlung, die Loja Dschirga, soll diese Regierung dann für weitere anderthalb Jahre bestätigen. Ex-König Sahir soll nicht nur eine repräsentative, sondern eine aktive Rolle in der Loja Dschirga spielen.

Möglich wurde die Einigung, nachdem die Nordallianz am späten Montagabend nach langem Zögern ihre Namensliste zur Bildung der Interimsregierung vorgelegt hatte. Zuvor hatte der amerikanische Diplomat James Dobbins der Nordallianz vorgeworfen, die Bemühungen um einen erfolgreichen Abschluss zu behindern. Besorgt über die Verzögerung telefonierte am Abend ein US-Diplomat mit Nordallianz-Präsident Burhanuddin Rabbani. Dieser wollte mit seiner anfänglichen Weigerung erreichen, dass die Mitglieder der Interimsregierung nicht in Deutschland, sondern in Kabul bekannt gegeben werden. Rabbani hatte schon am Freitag Einwände gegen Ergebnisse der Konferenz erhoben und die Verhandlungen damit ins Stocken gebracht.

Es wird damit gerechnet, dass die Verhandlungen über die Ämter-Besetzung mindestens den Dienstag lang anhalten. Vor allem über die Besetzung der Schlüsselpositionen wird gestritten. Als Kandidaten für den Vorsitz der Übergangsregierung werden zur Zeit der paschtunische Stammesführer Karsai und der Verhandlungsführer der Monarchisten-Gruppe um Exil-König Sahir, Sirat, gehandelt. Während Karsai von den USA unterstützt wird, favorisieren die Vertreter der Nordallianz Sirat. Auch der nominelle Präsident Afghanistans, Rabbani, bewirbt sich um den Posten. Vierter Kandidat ist der frühere Übergangspräsident Modschadiddi.

Die Konferenz-Delegierten müssen sich auch noch über die Stationierung einer internationalen Friedenstruppe einigen. Über den Umfang, die mögliche Zusammensetzung der Truppe und eine mögliche deutsche Beteiligung gibt es bislang noch keine konkreten Aussagen.

Die Bildung tragfähiger politischer Strukturen ist auch die Voraussetzung für Millarden-Hilfen an das in 23 Jahren Krieg weitgehend zerstörte Land.

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US-Flugzeuge bombardieren ohne Unterbrechung Kandahar. Dauerbombardements lösen Massenflucht aus. Schwere Kämpfe zwischen Taliban-Kämpfern und Truppen der Nordallianz. Im Osten Afghanistans fliegen amerikanische Kampfjets erneut Luftangriffe auf Dörfer. In Masar-i-Scharif Machtkämpfe innerhalb den verschiedenen Fraktionen der Nordallianz.

Di.04.12.01 - Fast zwei Monate nach Kriegsbeginn droht offenbar eine Entscheidungsschlacht um die Taliban-Bastion Kandahar. Einheiten der Nordallianz rückten am Montag von drei Seiten weiter auf die südafghanische Stadt vor.

In der Umgebung der südafghanischen Stadt Kandahar ist es zu schweren Gefechten zwischen Taliban-Kämpfern und vorrückenden Oppositions-Truppen gekommen. Mehrere Dutzend Anti- Taliban-Kämpfer seien getötet worden, berichtete die afghanische Nachrichtenagentur AIP am Dienstagmorgen. Der Vorstoß sei zurückgeschlagen worden.

Bei den Angreifern handelt es sich nach Angaben der Agentur um Truppen des Paschtunen-Führers Hamid Karsai, der auf der Bonner Afghanistan-Konferenz als möglicher Chef einer Übergangsregierung in Kabul genannt wird.

Auch am Dienstag hätten US-Flugzeuge Kandahar weiter massiv bombardiert. Alle 10 bis 15 Minuten gebe es eine neue Angriffswelle auf die Stadt. Kandahar ist die letzte verbliebene Hochburg des Taliban-Regimes. Tausende Talibankämpfer und El-Kaida-Terroristen sind dort eingeschlossen. Auch 1000 US-Marines sind in der Region in Stellung gegangen und warten auf ihren Einsatzbefehl.

Es gebe unter paschtunischen Volksgruppen Kapitulationsgespräche, sagte ein US-Militärsprecher in Islamabad: "Ob es eine friedliche Übergabe der Stadt gibt oder ein Blutbad, ist zur Stunde unklar." Talibanchef Mullah Mohammed Omar organisiere persönlich die Verteidigung der Stadt, meldete die pakistanische Nachrichtenagentur NNI.

Das Dauerbombardement in Kandahar hat eine Massenflucht ausgelöst: Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) verlassen täglich 2.000 Zivilisten die Provinz Kandahar. Vergangene Woche erreichten 8.000 Flüchtlinge die pakistanische Grenze, sagte UNHCR-Sprecher Peter Kessler.

Amerikanische Elitesoldaten sind nach Angaben von AIP auch in der Nähe von Dschalalabad gelandet. Hubschrauber hätten etwa 25 Soldaten in der Region um die ostafghanische Stadt abgesetzt, wo sich möglicherweise Terrorchef Osama bin Laden in der Bergfestung Tora Bora versteckt. US-Flugzeuge bombardierten erneut Höhlen und Tunnelanlagen in der Gegend. Bei Luftangriffen auf die Gegend seien seit Sonntag mindestens 58 Menschen getötet worden, meldete AIP. Für Angaben aus dem Kampfgebiet gibt es keine unabhängigen Bestätigungen.

Im Osten des Landes bombardierten US-Kampfjets erneut Dörfer. Obwohl das Pentagon entsprechende Berichte der Behörden dementierte, fanden Journalisten der Nachrichtenagentur AP in zerstörten Dörfern Reste amerikanischer Raketen. Nach Angaben von Taliban-Gegnern wurde erneut das Dorf Agom getroffen. Dabei wurden sieben Kämpfer und fünf Zivilisten getötet, wie der Sicherheitschef der Provinz Nangarhar, Mohammed Seman, mitteilte. Bereits am Wochenende war von Angriffen auf Dörfer mit hunderten getöteten Zivilisten berichtet worden. Seman unterrichtete nach eigenen Angaben die USA von den irrtümlichen Angriffen, erhielt aber keine Antwort.

Das Pentagon hat die Berichte wiederholt dementiert. AP-Korrespondenten fanden jedoch in den Dörfern Agom und Kama Ado Reste von amerikanischen AGM-114-Raketen und 1.000-Kilo-Bomben. In Kama Ado wurden laut Überlebenden am Wochenende 155 der 300 Bewohner getötet. Ein US-Militärsprecher sagte, das Gebiet südlich von Dschalalabad sei eine Hochburg der Taliban und von El Kaida. Die USA würden zwar den Tod Unschuldiger bedauern, die Zerstörung von Taliban-Zentren aber fortsetzen.

Ein Sprecher der Vereinten Nationen (UNO) sagte in Kabul am Montag, nach wiederholten Schießereien habe die UNO ihr Personal aus Masar-i-Scharif abgezogen, dessen Eroberung der Usbeken- General Dostum am 9. November gemeldet hatte. Offenbar seien dort Machtkämpfe zwischen verschiedenen Fraktionen der Nordallianz im Gange, sagte Sprecher Chaled Mansur. Ein anderer UNO-Sprecher sagte, es habe auch Drohungen gegen westliche Ausländer und Plünderungen gegeben. Mehrere Fraktionen stritten um die Kontrolle in der Stadt. Ähnlich sei die Lage in der Stadt Dschalalabad im Osten. Dort ist kein UNO-Personal stationiert.

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Israelischer Ministerpräsident ruft "Krieg gegen den Terrorismus" aus.
Israel stuft Palästinenser-Regierung als Terror-Unterstützer ein.

Nach den jüngsten palästinensischen Selbstmordanschlägen hat Israel am Dienstag den politischen und militärischen Druck auf die Regierung von Palästinenser- Präsident Jassir Arafat weiter verstärkt. Das israelische Kabinett stufte die Palästinenser-Regierung als eine den Terrorismus unterstützende Organisation ein. Dies ermögliche härtere Vergeltungsmaßnahmen, verlautete aus Sicherheitskreisen.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat am Montagabend in einer Fernsehansprache den "Krieg gegen den Terrorismus" ausgerufen und dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat die direkte Schuld an der jüngsten Anschlagsserie gegen Israel gegeben. Scharon kündigte an, Israel werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zurückschlagen. Wenige Stunden vor der Ansprache griffen israelische Kampfhubschrauber und Kriegsflugzeuge das Hautquartier Arafats in Gaza sowie Ziele im Westjordanland.

Scharon verglich die israelische Reaktionen auf die Terroranschläge mit dem Kampf der USA gegen den mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden. "Genau wie die USA unter ihrem mutigen Führer Präsident Bush in ihrer Schlacht gegen den Weltterrorismus handeln, mit all ihrer Stärke, so werden wir es tun mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen."

Arafat bezeichnete er als Haupthindernis für Frieden und Stabilität im Nahen Osten. "Arafat hat den Weg des Terrors gewählt. Er versucht mit Morden diplomatische Gewinne zu erzielen", sagte Scharon.

Die Fernsehansprache erfolgte kurz vor einem Kabinettstreffen, bei dem über weitere Vergeltungsmaßnahmen nach der Anschlagsserie vom Wochenende entschieden werden sollte, der 26 Israelis zum Opfer fielen.

Das palästinensische Regierungsmitglied Saeb Erekat wertete Scharons Rede als Kriegserklärung. Der palästinensische Informationsminister Jasser Abed Rabbo wies die Kabinettserklärung Israels zurück. Quelle des 'Terrorismus' sei die israelische Besetzung der Palästinensergebiete.

Dem israelischen Armeerundfunk zugolge soll Scharon die Zerstörung der palästinensischen Autonomiebehörde sowie die Vertreibung des Palästinenserpräsidenten Arafat "in Erwägung ziehen". Die israelische Bildungsministerin Limor Livnat erklärte, was den USA in Afghanistan erlaubt sei, "muss auch Israel erlaubt sein".

Israelische Kampfhubschrauber beschossen am Montagnachmittag den Helikopterlandeplatz des Arafat-Hauptquartiers in Gaza und zerstörten zwei dort abgestellte Maschinen. Raketen schlugen in der Nähe von Arafats Wohnhaus und seinem Büro in Gaza ein. Arafat selbst hielt sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in Gaza sondern in seinem Regierungssitz in Ramallah im Westjordanland auf.

Am Abend griffen israelische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 auch Ziele in der palästinensischen Stadt Dschenin im Westjordanland an. Ziel seien ein Büro Arafats und ein Polizeigebäude gewesen, erklärte die israelische Armee. Es war das erste Mal seit mehreren Monaten, dass die Israelis F-16-Kriegsflugzeuge für Angriffe auf palästinensische Ziele einsetzte. Nach palästinensischen Berichten gab es keine Verletzten oder Tote, da das Polizeigebäude schon vor dem Angriff evakuiert worden sei.

Auch aus Bethlehem wurde eine gewaltige Explosion gemeldet. Die Detonation geht nach Zeugenberichten aber offenbar auf einen palästinensischen Extremisten zurück, der eine Bombe bauen wollte. Diese sei offenkundig vorzeitig detoniert.

US-Präsident George W. Bush äußerte sich bislang nicht zu den israelischen Angriffen. Sein Sprecher Ari Fleischer erklärte: «Israel hat das Recht zur Selbstverteidigung.» Für Arafat werde die Zeit knapp.

Arafat forderte unterdessen einer Agenturmeldung zufolge die Einberufung eines Gipfels der Islamischen Konferenz (OIC). Die OIC ist mit 56 Mitgliedsländern weltweit die größte moslemische Organisation. Seit mehr als einem Jahr hält ein Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besetzung ihrer Gebiete an. Dabei wurden bereits mehr als 950 Menschen getötet.
 
 

(Quellen: ap, dpa, rtr, mdr)

 
 

Update: 05.12.011 --------------------------------------------------------------------------------

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Afghanistan-Konferenz hat endgültige Einigung erzielt. Nordallianz besetzt Schlüsselressorts in Übergangsregierung. USA planen auch nach Einsetzung einer Interimsregierung Fortsetzung der Militäraktionen in Afghanistan

Mi.05.12.01 - Nach einer nächtlichen Marathonsitzung hat die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn eine endgültige Einigung erzielt. Alle vier Delegationen billigten am Mittwochmorgen das Abkommen zur politischen Neuordnung Afghanistans und eine Kabinettsliste für die gemeinsame Übergangsregierung. Allerdings fehlt noch die Bestätigung für zehn bis elf designierte Kabinettsmitglieder, mit denen nach Angaben von UN-Sprecher Ahmad Fausi noch kein Kontakt aufgenommen werden konnte.

Das vereinbarte Rahmenwerk für den Übergang Afghanistans zu einer Demokratie schafft die Voraussetzungen für die Aufnahme umfassender humanitärer Hilfe für Afghanistan. In Berlin sollte dazu am Nachmittag eine Konferenz von 15 Geberstaaten beginnen.

Provisorischer Regierungschef für zunächst sechs Monate wird der paschtunische Stammesführer Sajed Hamid Karsai. Die Nordallianz, die ihre Regierungsgewalt in Kabul am 22. Dezember an das Interimskabinett abgibt, erhielt die Schlüsselressorts für Verteidigung (Mohammed Fahim), Äußeres (Abdullah) und Inneres (Junus Kanuni). Dem Kabinett gehört auch eine Frau an.

Der Patschune Karsai ist nun der Mann, der nach 22 Kriegsjahren einen Neuanfang als Minitserpräsident der Interimsregierung wagen in praktische Politik umsetzen soll. Für die Konferenzteilnehmer auf dem Petersberg war der Karai ebenso die ideale Wahl wie für die Vereinten Nationen und die diplomatischen Beobachter aus den USA und Europa. "Er ist für alle Parteien akzeptabel und auch für die Nachbarstaaten Afghanistans", sagte einer der Diplomaten, die am Rand der Konferenz stets Kontakt mit Delegierten und UN-Vermittlern hielten. "Da er Paschtune ist, wäre er sicherlich ein Anker, an dem sich die Erwartungen dieser Volksgruppe festmachen könnten", meinte ein anderer Diplomat. Die Paschtunen stellen mit etwa 40 Prozent die größte Bevölkerungsgruppe Afghanistans. In der geplanten engen Zusammenarbeit mit UN und westlichen Geberstaaten ist sicherlich auch der Umstand nützlich, dass Karsai Englisch spricht.

Karsai beteiligte sich nach 1979 am Widerstand der Mudschahedin gegen die sowjetische Besetzung. Nach dem Sturz des von Moskau eingesetzten Nadschibullah-Regimes war er von 1992 bis 1994 stellvertretender Außenminister. Auch die überwiegend paschtunischen Taliban bemühten sich schon vor ihrem Einzug in Kabul im Jahr 1996 um Karsai - sie sollen dem gemäßigt islamischen und westlich beeinflussten Politiker das Amt eines UN-Botschafters angeboten haben. Anfangs habe er keine Vorbehalte gegen die Taliban gehabt, erklärte Karsai in einem Interview. Erst später seien andere Leute, offenbar aus dem Umkreis des pakistanischen Geheimdienstes, dazu gestoßen, die den Taliban eine andere Richtung gegeben hätten.

Als die Taliban ihre Herrschaft festigten, ging Karsai ins Exil nach Pakistan. Doch nach Beginn der US-Luftangriffe kehrte er im Oktober nach Afghanistan zurück - wo er sich in den Bergen der Provinz Urusgan sofort Verfolgungen der Taliban-Truppen ausgesetzt sah. Karsai bemühte sich um Unterstützung für eine eigene Front gegen die Taliban und trat für eine neue Regierung mit dem 1973 gestürzten König ein. Jetzt hat er selbst die Verantwortung, diese Regierung in den nächsten sechs Monaten zum Mittelpunkt für den politischen Übergang zu machen.

Zum Abschluss dieser Interimszeit muss sich die Regierung Karsais der Prüfung durch eine Loja Dschirga unterziehen, einer Großen Ratsversammlung mit Vertretern aus allen Landesteilen. Eine Bestätigung würde ihm eine weit größere Legitimität verleihen als die Berufung durch die Konferenz im fernen Deutschland. Von Karsais Wirken bis Mitte 2002 wird es abhängen, ob die Loja Dschirga seinem Appell für die Petersberg-Konferenz weiter vertrauen wird: "Wir sind eine Nation, eine Kultur. Wir sind vereint, nicht geteilt."

Die Interimsregierung soll nach den Bestimmungen des Petersberger Abkommens am 22. Dezember die politische Verantwortung für Afghanistan von der bisher faktisch allein regierenden Nordallianz übernehmen. Dieses Bündnis von sieben Parteien hat mit Unterstützung amerikanischer Luftangriffe vor drei Wochen das islamisch-fundamentalistische Taliban-Regime aus Kabul vertrieben.

Die USA planen offenbar eine Fortsetzung der Militäraktionen in Afghanistan nach Einsetzung einer Interimsregierung, wie der Leiter für politische Planung des US-Außenministeriums, Richard Haass, bei einer Pressekonferenz in Neu-Delhi mitteilte. "Das ist kein Job, den wir unvollendet lassen können."

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Massive US-Luftangriffe und schwere Kämpfe in Kandahar

Mi.05.12.01 - In Kandahar sind nach Berichten von Einwohnern schwere Kämpfe um den Flughafen ausgebrochen. Afghanische Oppositions-Einheiten und Taliban-Kämpfer lieferten sich Gefechte, meldete der amerikanische Nachrichtensender CNN am Mittwoch. Die paschtunischen Oppositions-Truppen würden erneut durch massive US-Luftangriffe unterstützt.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld warf den Taliban vor, in Kandahar Zivilisten als lebende Schutzschilde zu missbrauchen, um sich so vor Angriffen zu schützen.

Afghanische Anti-Taliban-Einheiten haben eigenen Angaben zufolge die Region um die Bergfestung Tora Bora unter ihre Kontrolle gebracht. Milizenführer Hazrat Ali sagte der afghanischen Nachrichtenagentur AIP am Mittwoch, rund 2000 Kämpfer seien vorgerückt. Man habe jedoch bislang keine El-Kaida-Terroristen ausfindig gemacht.

US-Militärs gehen davon aus, dass sich in den riesigen Höhlen und Tunnelanlagen auch Terroristenchef Osama bin Laden verstecken könnte. US-Kampflugzeuge flogen auch am Mittwoch weiter Einsätze auf Tora Bora und die Taliban-Hochburg Kandahar im Süden Afghanistans, berichtete die Agentur AIP.

Den USA lägen Berichte der Geheimdienste vor, wonach Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar seinen Gefolgsleute den Kampf bis zum Tod befohlen habe. Dies mache einen Sturm auf Kandahar schwierig.

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Britische Hilfsorganisationen prangern Einsatz von Streubomben an

Mi.05.12.01 - Durch die von den USA in Afghanistan eingesetzten Streubomben droht nach Angaben der britischen Organisationen "Landmine Action" und der "Princess of Wales Memorial Fund" tausenden Afghanen Tod und Verstümmelung.

Die US-Luftwaffe hat nach Schätzungen der beiden Hilfsorganisationen seit dem Beginn ihrer Angriffe auf Afghanistan Anfang Oktober etwa 600 Streubomben abgeworfen, von denen jede wiederum 202 kleine Bomben enthält. Etwa 30 Prozent der Einzelsprengkörper seien nicht explodiert und stellten nun eine große Gefahr für die Zivilbevölkerung dar. Die dosenförmigen Sprengkörper rosten auf dem Boden oder unter einer leichten Sandschicht vor sich hin und können bei der geringsten Berührung detonieren.

Die britischen Organisationen drängten die Regierung in London jetzt, die Forderung nach einem Verbot der Streubomben bei den UN-Gesprächen über konventionelle Waffen, die in dieser Woche in Genf beginnen, zu unterstützen. Premierminister Tony Blair hat jedoch vor dem Parlament in London bereits betont, die umstrittenen Waffen seien "legal und unter bestimmten Umständen erforderlich".

Blindgänger und Minen gehören zu den schlimmsten tödlichen Gefahren, die auch nach dem Ende des Krieges lauern. Nach 22 Jahren Krieg und Bürgerkrieg ist Afghanistan eines der am schlimmsten verminten Länder der Erde. Bis zu eine Million Minen sollen in Afghanistan vergraben sein. Tag für Tag werden Menschen getötet oder verstümmelt, müsen ohne Hände oder Füße, ohne Unterschenkel oder Augen leben..

Zahlen und Fakten zum Thema Minen:
http://www.care.de/projekte/6zaufa.htm

Splitterbomben und Minen gegen die Zivilbevölkerung
Bericht von Jo Angerer, ARD-Monitor, 18.10.01:

http://www.wdr.de/tv/monitor/beitraege.phtml?id=351

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US-Präsident schließt erneut Militärschläge
außerhalb von Afghanistan nicht aus.

Mi.05.12.01 - US-Präsident George W. Bush hat in einem Fernsehinterview Militärschläge außerhalb von Afghanistan nicht ausgeschlossen. Bush sagte am Dienstag in einem Interview des US-Senders ABC, das heute ausgestrahlt werden soll, möglicherweise würden US-Soldaten im Rahmen des Kriegs gegen den Terrorismus auch außerhalb von Afghanistan eingesetzt. Er wolle dem amerikanischen Volk deutlich machen, dass er sich alle Optionen offen halte. Die USA führen seit dem 7. Oktober Krieg in Afghanistan, wo sie den moslemischen Extremisten Osama bin Laden vermuten. Die USA machen Bin Laden für die Anschläge am 11. September verantwortlich, bei denen rund 4000 Menschen ums Leben kamen.
 
 

(Quellen: ap, dpa, rtr, afp)

 
 

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Die neue politische Ordnung in Afghanistan steht vor Härtetest. Entwaffnung und Auflösung der afghanischen Kämpfertruppen wurde von der Bonner Afghanistan-Konferenz nicht festgeschrieben. Noch herrscht die Nordallianz in der Hauptstadt und in weiten Teilen Afghanistans. Usbeken-General Dostum will afghanische Übergangsregierung boykottieren. Taliban lehnen Interimsregierung ab.

Do.06.12.01 - Der usbekische Milizenführer in Afghanistan, General Abdul Raschid Dostum, hat angekündigt, die neue Übergangsregierung für das Land boykottieren zu wollen. Seine Dschunbisch-i-Milli-Fraktion sei in der am Mittwoch in Deutschland vereinbarten Regierung nicht ausreichend vertreten, sagte Dostum Reuters am Donnerstag. Dostums Einheiten, die zur Nordallianz gehören, halten große Gebiete im Norden Afghanistan, einschließlich die Stadt Masar-i-Scharif, unter ihrer Kontrolle.

"Wir sind sehr traurig", sagte Dostum Reuters über Satellitentelefon. "Wir geben unseren Boykott dieser Regierung bekannt und werden solange nicht nach Kabul gehen, bis dort eine vernünftige Regierung im Amt ist." Er habe für seine Fraktion das Außenministerium gefordert, stattdessen aber die Ressorts Landwirtschaft, Bergbau und Industrie bekommen. Er werde den Vertretern der neuen Regierung den Zustritt in den Norden des Landes verweigern, kündigte Dostum an.

Am Mittwoch hatten sich die Vertreter afghanischer Volksgruppen auf dem Petersberg bei Bonn auf die Bildung einer Übergangsregierung geeinigt, die die Grundlage für Frieden und Wiederaufbau in Afghanistan schaffen soll. An ihrer Spitze soll der Paschtunenführer Hamid Karsai stehen. Zum Schutz der neuen Verwaltung baten die Afghanen den UNO-Sicherheitsrat um eine internationale Schutztruppe in Kabul.

Die Einigung auf eine Übergangsregierung wurde weltweit als Erfolg und Meilenstein gewürdigt. Damit ist auch der Weg frei für eine milliardenschwere Wiederaufbauhilfe, über die eine internationale Geberkonferenz in Berlin beriet. Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach von einer "historischen Vereinbarung" nach Jahren des Krieges und Terrors. Die Taliban lehnten die Übergangsregierung ab. "Wir werden nur eine Institution akzeptieren, die auf islamischem Recht beruht und den Interessen des afghanischen Volkes dient", sagte der Ex-Botschafter der Taliban in Pakistan, Mullah Abdul Salam Saif.

Die neue politische Ordnung für das kriegszerrüttete Afghanistan wird schon am Anfang einer harten Prüfung unterworfen. Ungeachtet aller internationalen Lobgesänge auf den "historischen Erfolg" der Bonner Afghanistan-Konferenz setzte dessen Architekt, der UN-Sonderbeauftragte Lakdhar Brahimi, gleich ein Fragezeichen. "Die harte Arbeit beginnt erst jetzt", warnte der erfahrene 61-jährige Diplomat und intime Afghanistan-Kenner unmittelbar nach Unterzeichnung des Abkommens am Mittwoch auf dem Petersberg bei Bonn. "Afghanistan ist viel zu komplex für rasche Lösungen."

Bereits am 22. Dezember soll die auf der Afghanistan-Konferenz in einem Kraftakt aus dem Boden gestampfte provisorische Regierung in Kabul die Verantwortung übernehmen. Zwar sind die radikalislamischen Taliban dort vertrieben. Doch nach ihrem militärischen Siegeszug herrscht in der afghanischen Hauptstadt wie im Großteil des Landes jetzt die Nordallianz.

Als entscheidende Frage stand bei den Petersberger Marathonverhandlungen immer im Raum, inwieweit die Nordallianz bereit ist, ihre faktische Macht zu teilen. Sie muss mit Hamid Karsai nun einen Regierungschef akzeptieren, der seine Machtbasis im Süden hat. Außerdem ist er Paschtune und nicht tadschikisch wie die Führungsspitze der Nordallianz.

Die Vereinten Nationen wissen um die Unwägbarkeiten ihrer Übergangskonstruktion. Daher bestanden sie darauf, dass eine internationale Schutztruppe nach Kabul kommen müsse. Sie mussten aber hinnehmen, dass in dem Abkommen nicht festgeschrieben wurde, die afghanischen Kämpfergruppen zu entwaffnen und aufzulösen. Dies war in einem ersten UN-Entwurf noch vorgesehen.

Für die Truppe unter UN-Mandat - zumindest eine kleine Vorhut soll noch vor Weihnachten in Kabul einrücken - zeichnet sich eine schwierige Mission ab. Denn aus Kabul sollen zugleich auch die schwer bewaffneten Verbände der Nordallianz abziehen. In Afghanistan wird auch der Nordallianz wegen ihrer grausamen Taten gegen die Bevölkerung viel Misstrauen entgegen gebracht.

Außerdem sei kaum damit zu rechnen, dass die Nordallianz, die sich inzwischen "Vereinigte Front" nennt, nun plötzlich als geschlossene Einheit auftreten werde, meinen Beobachter. Denn beispielsweise muss auch der im Norden herrschende usbekische Kriegsherr Raschid Dostum, der als unkalkulierbar gilt, in die neue Ordnung mit dem Aufbau einer neuen nationalen Streitmacht eingebunden werden.

Ein verlässlicher Partner für den Neubeginn dürfte auch der frühere Mudschahedin und langjährige starke Mann der Nordallianz, Burhanuddin Rabbani, nicht sein. Er wurde durch die Konferenz und internationalen Druck erst einmal ins Abseits gestellt. Doch als amtierender Präsident muss er die Macht übergeben. Ob er tatsächlich "ein Mann fürs Altenteil" ist, wie es von westlichen Diplomaten hieß, ist unklar. Er dürfte aber kaum über die Hausmacht und die militärische Rückenstärkung verfügen, um die auf dem Petersberg eingeleitete neue Ordnung zu torpedieren.

Mit Innenminister Junis Kanuni, Außenminister Abdullah Abdullah und Verteidigungsminister Mohammed Fahim hat sich ein junges Trio in der neuen Regierung in Startposition gebracht. Vor allem General Fahim, der auch zum Vize-Regierungschef bestimmt wurde, gilt als Schlüsselfigur. Er ist der Nachfolger des legendären und von den Afghanen verehrten Mudschahedin-Führers Ahmed Schah Massud, der kurz vor den Terroranschlägen gegen die USA bei einem Attentat ums Leben kam. "Wenn General Fahim die neue Regierung stützt, wird sie auch stabil sein", meinte ein westlicher Diplomat.

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Die wichtigsten Männer der neuen Regierung in Afghanistan

Do.06.12.01 - Die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg hat sich auf eine Übergangsregierung geeinigt. Eine Liste der wichtigsten Männer ist im Internet abrufbar unter: http://de.news.yahoo.com/011206/3/2eg3l.html

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Das Petersburger Abkommen für eine Übergangsordnung in Afghanistan

Do.06.12.01 - Nach neuntägigen Verhandlungen hat sich die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn am Mittwoch auf ein Abkommen für eine politische Übergangsordnung nach dem Sturz des Taliban-Regimes in Kabul geeinigt. Die Regelungen des Abkommens sind im Internet dokumentiert unter: http://de.news.yahoo.com/011206/3/2eg3h.html

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Fehlgeleitete US-Bombe trifft Truppen des zukünftigen Chefs der Interimsregierung. Drei US-Soldaten und mindestens fünf Anti-Taliban-Kämpfer getötet.

Do.06.12.01 - Eine fehlgeleitete US-Bombe hat in Afghanistan die Truppen des zukünftigen Chefs der Interimsregierung, Hamid Karsai, getroffen. Neben drei amerikanischen Soldaten wurden bei dem Zwischenfall nördlich der umkämpften Stadt Kandahar auch fünf afghanische Kämpfer getötet, wie das Pentagon am Mittwoch erklärte. Karsai sagte dem britischen Fernsehsender Channel 4, er sei in Sicherheit.

Nach Angaben des Pentagon wurde die Bombe von einer B-52 abgeworfen. Die Bombe richtete sich eigentlich gegen Truppen der Taliban. 20 US-Soldaten seien verletzt worden, teilte Oberstleutnant Dave Lapan im Verteidigungsministerium mit. Den genauen Ort des Zwischenfalls nannte er nicht

Pentagon-Sprecherin Victoria Clarke sagte, der Vorfall zeige, dass die US-Soldaten in Afghanistan jeden Tag ihr Leben riskierten. Mit dem Zwischenfall steigt die Zahl der amerikanischen Todesopfer seit Beginn des Krieges auf vier. Ein CIA-Agent war zuvor bei der Rebellion gefangener Taliban nahe Masar-i-Scharif getötet worden.

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UN und westliche Diplomaten von einem bevorstehenden US-Militärschlag
in Somalia aus. Somalia-Einsatz der Bundeswehr rückt näher.

Do.06.12.01 - Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) bereitet sich auf einen möglichen Flüchtlingsstrom aus Somalia vor. Für den Fall, dass das Land am Horn von Afrika nach Afghanistan nächstes Ziel im internatioalen "Anti-Terror-Krieg" wird, halte die Organisation Notpläne bereit, sagte die stellvertretende UNHCR-Kommissarin, Mary Ann Wyrsch, am Dienstag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

Westliche Diplomaten berichten in den vergangenen Tagen von US-Marineschiffen vor der somalischen Küste. Am Montag hatte der staatliche Rundfunk in Dschibuti von einer deutschen Militär-Delegation berichtet. Sie hätten Gespräche mit Vertretern von Regierung und Militär geführt, um einen Militärstützpunkt in dem Nachbarland zu Somalia zu bilden.

Ein Regierungsvertreter bestätigte indirekt die Meldungen des staatlichen Rundfunks. Er sagte dem UN-Pressedienst Irin gestern, die Militärs befänden sich in der Hafenstadt, "um dort ein Basislager für deutsche Marinesoldaten zu errichten, die am internationalen Krieg gegen den Terrorismus teilnehmen".

"Sie werden unsere Einrichtungen nutzen, um ihre Schiffe und Soldaten zu versorgen", erklärte der Regierungssprecher Dschibutis. Die Operation werde im Januar beginnen.

Die Bundesregierung hatte im November die Überwachung der Seerouten entlang der Küsten Nordostafrikas als Einsatzgebiet deutscher Militärs benannt. In Kenia gehen westliche Diplomaten von einem bevorstehenden US-Militärschlag in Somalia aus, wo früher die von Ussama Bin Laden geführte Al-Qaida aktiv war. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte vor wenigen Tagen gesagt, Somalia biete bis heute Terroristen Unterschlupf. Italiens Verteidigungsminister Antonio Martino sagte gestern, es werde vermutlich "militärische Aktionen" geben, "wenn Terrorstützpunkte in Somalia gefunden werden".

Die Aufgabe der deutschen Soldaten bestünde dann in logistischer wie medizinischer Unterstützung sowie der Sicherung der Küste. Auch rund 100 Soldaten des Kommandos Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) würden erwartet.

Malaysias amtierender Außenminister Datuk Azmi Khalid bat am Montag den deutschen Außenamtsstaatssekretär Ludger Volmer, seinen Einfluss bei den Vereinigten Staaten geltend zu machen, um einen Militärschlag gegen Somalia zu verhindern. "Indem sie Schläge gegen andere muslimische Nationen durchführen, werden die USA nur Muslime weltweit aufregen", sagte Azmi. D.J.
 
 

(Quellen: ap, dpa, rtr, afp, taz)

 
 

Update: 07.12.01 --------------------------------------------------------------------------------

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Taliban in Kandahar kapitulieren.
Von bin Laden fehlt nach wie vor jede Spur

Fr.07.12.01 - Die Taliban-Kämpfer in der südafghanischen Stadt Kandahar haben am Freitag mit der Abgabe ihrer Waffen begonnen. Dies sei Teil einer Kapitulationsvereinbarung, berichtete die in Islamabad ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP. Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar und andere ranghohe Funktionäre der fundamentalistischen Miliz waren offenbar zuvor aus Kandahar geflohen. Kandahar war die letzte Hochburg der Taliban in Afghanistan.

Die in Islamabad ansässige Nachrichtenagentur AIP zitierte Taliban-Kommandeure in Kandahar mit den Worten, sie hätten ihre Soldaten angewiesen, die Waffen an eine Kommission von Geistlichen, Stammesältesten und Oppositionskommandeuren abzugeben. Auch in der nahe gelegenen Provinzhauptstadt Laschkargah und anderen Orten der Region hätten sich die Taliban ergeben.

Die Taliban hatten sich am Donnerstag zur Kapitulation bereit erklärt, nachdem ihnen der designierte afghanische Regierungschef Hamid Karsai einen freien Abzug angeboten hatte. Auch Taliban-Führer Omar versprach Karsai Sicherheitsgarantien, falls er sich vom Terrorismus lossage. Die US-Regierung hat erklärt, sie werde keine Abmachung akzeptieren, die Omar ein Leben in Freiheit erlaube. US-Präsident George W. Bush habe mehrfach klar gemacht, dass diejenigen, die Terroristen beherbergen, zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Das beziehe sich auch direkt auf Mullah Omar, sagte sein Sprecher Ari Fleischer in Washington.

Noch am 1. Dezember gab sich der "Oberste Führer der Gläubigen» unbeugsam: Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar rief seine Truppen zu erbittertem Widerstand bei der Verteidigung ihrer letzten Bastion Kandahar auf. Die Talibanführer würden bis zum letzten Atemzug kämpfen, ließ Omar über einen Vertrauten verkünden: "Sie ziehen einen ehrenvollen Tod einem Leben in Schande vor."

Der Außenwelt ist der Mann, der Osama bin Laden schützt, ein Rätsel geblieben. Omar empfing keine Ausländer. Es gibt kein offizielles Foto von ihm, da nach der Koran-Auslegung der Taliban Abbildungen von Lebewesen verboten sind. [Mehr zur Person Mohammed Omar unter: http://de.news.yahoo.com/011207/3/2el95.html]

Unterdessen melden die Anti-Taliban-Kämpfer weitere militärische Erfolge. So wollen sie die Bergfestung Tora Bora im Osten des Landes eingenommen haben. Sie gilt als Hauptstützpunkt der Terrororganisation El Kaida Osama bin Ladens. Von dem Extremistenführer fehlt nach wie vor jede Spur.

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NATO beteiligt sich nicht an internationaler Truppe für Afghanistan

Fr.07.12.01 - Die NATO wird sich nicht an einer internationalen Schutztruppe für Afghanistan beteiligen. Das wurde am Donnerstag in Brüssel bei den Beratungen der 19 NATO-Außenminister deutlich. Die im Übergangsabkommen für Afghanistan am Vortag vereinbarte Friedensmission wird demnach aus Truppenteilen einzelner Staaten bestehen. Das westliche Bündnis als Ganzes wird nicht eingreifen.

Bundesaußenminister Joschka Fischer verwies auf die Vereinten Nationen (UNO). In New York werde über die Schutztruppe entschieden, betonte er. Über Anforderungen an einzelne Länder könne erst entschieden werden, wenn der Auftrag für die Mission feststehe. Es werde aber ein "robustes" Mandat zur Friedensbewahrung geben.

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UN-Sicherheitsrat billigt Bonner Afghanistanbeschlüsse

Fr.07.12.01 - Der Weltsicherheitsrat hat die Beschlüsse der Bonner Afghanistan-Konferenz offiziell gebilligt. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution ruft das höchste Entscheidungsgremium der Vereinten Nationen alle afghanischen Gruppierungen auf, die Bonner Vereinbarungen voll umzusetzen. Dazu gehöre vor allem die uneingeschränkte Kooperation mit der Übergangsverwaltung, die am 22. Dezember ihre Dienste aufnimmt. Weiterhin wird der volle und unbehinderte Zugang für alle humanitären Organisationen verlangt.

Das Bonner Afghanistan-Abkommen sieht für die Übergangszeit die Stationierung einer internationalen Friedenstruppe vor. Der Rat verschob aber vorerst eine Entscheidung über die Truppe, die nach dem derzeitigen Stand der Planungen überwiegend von europäischen NATO-Staaten gestellt werden wird, darunter Deutschland. Die Verhandlungen über die Bildung und den Auftrag der Truppe werden voraussichtlich noch eine Woche dauern. Der Rat soll den Einsatzauftrag möglichst aber vor Amtsantritt der Übergangsregierung in Afghanistan am 22. Dezember erteilen.

Voraussichtlich werden der Friedenstruppe Soldaten aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Kanada, der Türkei und möglicherweise Jordanien angehören. Indonesien und Bangladesch haben ebenfalls ihre Teilnahme angeboten, brauchten dafür nach Angaben des US-Außenministers Colin Powell aber finanzielle Unterstützung. Wer den Oberbefehl führen soll, ist noch nicht klar. Deutschland habe das Oberkommando ausdrücklich abgelehnt, verlautete aus Diplomatenkreisen am Sitz der UNO in New York.

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Bürgerrechtler verklagen US-Regierung wegen Anti-Terror-Methoden.
US-Justizminister wirft Kritikern vor, den Terroristen zu helfen.

Fr.07.12.01 - US-Justizminister John Ashcroft gerät wegen seiner Methoden bei der Terrorfahndung zunehmend in die Kritik von Bürgerrechtlern. 16 Organisationen reichten eine vornehmlich gegen den Minister gerichtete Klage gegen die US-Regierung ein. Ashcroft wurde zudem am Donnerstag zu einer Anhörung vor den Rechtsausschuss des Senats zitiert. Hier sollte er zu verschiedenen Anti-Terror- Maßnahmen der Regierung befragt werden, darunter zur besonders umstrittenen Entscheidung, ausländischen Terroristen vor einem Militärtribunal den Prozess zu machen.

Die Bürgerrechtler wollen mit ihrer Klage die Herausgabe von Informationen über Hunderte von Menschen erreichen, die nach dem 11. September festgenommen worden waren und zum großen Teil noch heute festgehalten werden. Es liege der Verdacht nahe, dass die Bürgerrechte der Festgenommenen verletzt würden, sagte die Direktorin des Zentrums für Studien zur Nationalen Sicherheit, Kate Martin. Ashcroft hatte sich geweigert, die Namen von Personen zu veröffentlichen, die unter dem Vorwurf von Verstößen gegen die Einwanderungsgesetze festgehalten werden. Nach seinen Worten könnte eine derartige Information der El-Kaida-Terrororganisation nützen.

US-Justizminister John Ashcroft hat am Donnerstag in der Kongress-Anhörung seine weit reichenden Anti- Terror-Maßnahmen verteidigt. Amerika stehe im Krieg und habe es mit einem außergewöhnlichen Feind zu tun, sagte Ashcroft vor dem Rechtsausschuss des Senats in Washington. Er warf Kritikern vor, den Terroristen zu helfen.

Der Minister erklärte: "Ich verfolge nur ein Ziel: Das Leben unschuldiger Menschen zu schützen." Er beschuldigte Kritiker, sie würden friedensliebende Amerikaner mit dem Gespenst der verlorenen Freiheit erschrecken. Ihre Taktik helfe nur den Terroristen, weil sie damit die nationale Einheit untergrüben.

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US-Abgeordnete drängen auf Sturz Saddams.
Pläne für US-Krieg gegen Irak nach afghanischem Modell.

Fr.07.12.01 - Im amerikanischen Kongress wird der Ruf nach einem Sturz des irakischen Staatschef Saddam Hussein lauter. In einem Brief drängen 9 Abgeordnete Präsident Bush dazu die Opposition im Irak finanziell zu unterstützen. Nach Ansicht der Abgeordneten sind alle diplomatischen Versuche fehlgeschlagen die von Saddam ausgehende Bedrohung auszuschalten. Er müsse deshalb im Interesse der nationalen Sicherheit von der Macht entfernt werden. In dem Schreiben verweisen die Parlamentarier aus dem republikanischen und demokratischen Lager auf den angeblichen Versuch Saddams in den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu gelangen.

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Pläne für US-Krieg gegen Irak nach afghanischem Modell

Fr.07.12.01 - Hochrangige US-Militärs sind derzeit im Washingtoner Pentagon damit beschäftigt, die Pläne für einen Krieg gegen Irak auszuarbeiten. Im Zweistromland wollen sie ähnlich wie im Feldzug gegen Afghanistan vorgehen, um die am Hindukusch errungenen schnellen Erfolge zu wiederholen. Die Kombination von intensiven Luftschlägen verbunden mit dem Einsatz von Elitesoldaten vor Ort, wo diese Ziele für die Air Force markieren und andere Sonderoperationen ausführen, während einheimische Kämpfer aus den Oppositionsparteien den verlustreichen Bodenkrieg führen, gilt den Planern im Pentagon nun als Erfolgsrezept für zukünftige Kriege. Dieses Konzept ließe sich ohne große Probleme auf einen Feldzug gegen Irak anwenden, berichtete die Washington Times Mitte der Woche unter Berufung auf das Pentagon. Mehr dazu unter: http://www.jungewelt.de/2001/12-07/006.php
 
 

(Quellen: ap, dpa, rtr, mdr, br, jw)

 
 

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Mo.26.11.01
Afghanistan in der achten Kriegswoche
Massiver Einsatz von US-Bodentruppen. Rostock: Grüne Parteitags-Delegierte sagen Ja zum Krieg. Bundeswehr beginnt mit Unterstützung für US-Armee in Afghanistan. Bonner Afghanistankonferenz beginnt.[ mehr... ]

Mo.19.11.01
Afghanistankrieg geht in die siebte Woche
US-Kampfflugzeuge setzen Angriffe fort. Nach Bundestagsentscheidung: Einsatz der Bundeswehr steht unmittelbar bevor. Grüne Landesverbände stellen rot-grüne Koalition in Frage. SPD Parteitag in Nürnberg für Afghanistan-Einsatz deutscher Soldaten. USA drohen Ausweitung des Krieges auf andere Länder an.[ mehr... ]

Fr.16.11.01
Namhafte Persönlichkeiten gegen Afghanistan-Krieg und Einsatz der Bundeswehr
Künstler, Politiker und Gewerkschafter sprechen sich gegen die Luftangriffe und gegen den Einsatz deutscher Soldaten aus. Die US-Armee setzt ihre heftigen Bombardements fort. ...[ mehr... ]

Bundestag billigt Bundeswehr-Einsatz
Parlament stimmt für die Beteiligung deutscher Soldaten im Afghanistankrieg und spricht der rot-grünen Regierung das Vertrauen aus.[ mehr... ]

Do.15.11.01
Vertrauensfrage: Kriegsgegner in der Grünen-Fraktion werden unter Druck gesetzt
Führende Grüne warnen die Kriegsgegner in der Fraktion davor, bei der Vertrauensabstimmung im Bundestag, die Koalition zu gefährden. Grünen-Vorsitzende Roth: Einzelne Abgeordete haben nicht das Recht, mit ihrem Nein die rot-grüne Koalition scheitern zu lassen.... [ mehr... ]

Mi.14.11.01
Diskussion um Bundeswehreinsatz treibt Rot-Grün in die Regierungskrise
Streit um Beteiligung deutscher Soldaten im Afghanistan-Krieg verschärft sich. Bundeskanzler will im Bundestag Vertrauensfrage stellen. Damit erhöht sich der Druck auf die sog. "Abweichler" in der Koalition, die einen Kriegseinsatz Bundeswehr ablehnen.....[ mehr... ]

Di.13.11.01
Grüne für Kriegseinsatz der Bundeswehr
Grünen-Parteirat empfiehlt Bundestagsfraktion, unter bestimmten Voraussetzungen dem Bundeswehr-Einsatz im Afghanistan-Krieg zuzustimmen. Kämpfer der Nordallianz rücken in Kabul ein. Intellektuelle beklagen die Ökonomisierung der Gesellschaft als Weg in die Barbarei....[ mehr... ]

Mo.12.11.01
Auch in der sechsten Kriegswoche verheerende Bombenangriffe
Busch: "Zeit für Mitgefühl ist jetzt vorüber". Günter Grass kritisiert Militäreinsatz in Afghanistan. Widerstand innerhalb der rot-grünen Regierungsfraktion gegen geplanten Bundeswehreinsatz im Afghanistankonflikt. Bundeskanzler spricht Abgeordneten Gewissensentscheidung ab...[ mehr... ]

Mo.29.10.01
Ende der US-Militärschläge gegen Afghanistan nicht in Sicht
Bundeskanzler Gerhard Schröder für unbefristete Fortsetzung US-Angriffe. Zahl der zivilen Opfer nimmt weiter zu. Wachsende Kritik an Bombardements. Afghanistan-Experte: Taliban-Strukturen noch völlig in Takt. Washington gibt größtes Rüstungsprojekt aller Zeiten in Auftrag...[ mehr... ]

Mo.22.10.01
Schmutziger Krieg in Afghanistan
USA beginnen neue Phase des Militäreinsatzes gegen Taliban. Zusätzlich zu den Luftangriffen führen Spezialeinheiten zum Teil geheime Militäraktionen gegen die Taliban durch. Bush ordnet Tötung von Osama bin Laden an. Bundeswehr vor größeren Einsätze auch außerhalb Afghanistans? Öl ist versteckte Triebfeder des Krieges in Afghanistan. [ mehr... ]

Mo.15.10.01
Einspruch gegen den Krieg in Afghanistan
Die Friedensbewegung hat sich zurückgemeldet. Zunehmend Proteste gegen Bombardierung Afghanistans. Forderungen nach Einstellung der US-Luftangriffe werden lauter. USA setzen die am 7.Oktober begonnenen Luftangriffe fort. Deutsche Soldaten möglicherweise bald in US-Operationen involviert.[ mehr... ]

So.07.10.01
Krieg: Die USA haben mit Vergeltungsschlag in Afghanistan begonnen
Die Vereinigten Staaten haben mit dem seit langem erwarteten Militärangriff
gegen Ziele in Afghanistan begonnen...Nachrichten und Hintergrund- Informationen.
[ mehr... ]

Nach Terroranschlag auf USA: Jahrelanger Viel-Fronten-Krieg droht
Die USA richten sich auf jahrelangen Krieg ein." Schmutzige" Aktionen, wie das Töten politischer Führer sind nicht ausgeschlossen. Auch der Einsatz taktischer Atomwaffen wird in Erwägung gezogen... Nachrichten und Hintergrund- Informationen [ mehr... ]

Di.11.09.01
Verheerende Terror-Angriffe auf die USA und die Folgen
Nachrichten, Berichte und Hintergrundinformationen. Der beispiellose Terroranschlag auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington, hat in aller Welt Entsetzen und die Angst vor einem globalen Krieg ausgelöst... [ mehr... ]

 
 


Aktuelle Protest- und Aktionstermine unter:
http://friedenjetzt.ch/deutschland/
http://www.friedenskooperative.de/terroter.htm
http://www.friedensratschlag.de
http://www.gewaltspiraledurchbrechen.de
http://peace.protest.net
http://www.linkeseite.de/Texte/diverses/usatermine.htm
http://sg.groups.yahoo.com/group/infopartisan/message/878

Brücken bauen, Gewalteskalation verhindern!
Erklärungen von Friedensorganisationen zu den Terrorangriffen in den USA
und zum Militärschlag gegen Afghanistan:
http://www.friedenskooperative.de/themen/terror10.htm

Online-Petitionen gegen Krieg
Eine hilfreiche Zusammenfassung:
http://www.heise.de/newsticker/data/cgl-19.09.01-001/
 
 

Spendenkonten für Afghanistan unter:
http://www.diakonie.de
http://www.caritas.de
http://www.unicef.de
http://www.drk.de
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de
 
 


WTC-Terror-Attacke und US-Militärschlag gegen Afghanistan
Ursachen, Folgen, Statements

Das KriT-Journal bündelt täglich aktuell zahlreiche Informationen zum Thema.

Mehr unter:
http://krit.de/
 
 


Unabhängige Berichterstattung aus den USA:
Bei Independent Media Center
http://www.indymedia.org

Terrorangriff auf die USA
Chronologie, Fernseh-und Radio-Berichte über die Katastrophe
http://www.wdr.de/online/news2/katastrophe_worldtradecenter/index.phtml

Nachrichten-Ticker zum Thema:
http://de.fc.yahoo.com/t/trade.html

FR-Spezial zum Thema:
http://www.fr-aktuell.de/fr/spezial/terror/index.htm

Erklärungen , Aufrufe aus der Friedensbewegung:
http://www.friedenskooperative.de/themen/terror00.htm

Aktionstermine der Friedensbewegung:
http://www.friedenskooperative.de/terroter.htm

Bundesregierung:
http://www.bundesregierung.de/frameset/index.jsp

Bundeswehr:
http://www.bundeswehr.de/index_.html

Nato:
http://www.nato.int/

US-Botschaft in Berlin:
http://www.us-botschaft.de/d0.htm

Weisses Haus in Washington:
http://www.whitehouse.gov/

Pantagon:
http://www.defenselink.mil/

The Official New York City Website:
http://home.nyc.gov/portal/index.jsp?pageID=nyc_home

Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft Afghanistan, AGA:
http://www.bglatzer.de/aga/

Informationen über Taliban
Land und Leute, zur Geschichte sowie zur Kultur (Uni Marburg)
http://stud-www.uni-marburg.de/~Alam/welcome.html

Aktuelle Informationen zum internationalen Terrorismus
Analysen und Links, zusammengestellt vom Hamburger
Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik.
http://www.ifsh.de/terrorism.php

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