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 last update: boa München, Mi. 09.01.2002 - 14:00 
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Mi.09.01.2002      

"Tal der Tränen"

Forscher sagen permanente Schwäche
des Wirtschaftswachstums voraus

Experten: Deutschland bleibt Schlusslicht bei der wirtschaftlichen Entwicklung
     in Europa.
DIW senkt Wachstumsprognose.
     Forscher sehen langfristig hohe deutsche Arbeitslosenzahl.
     Konjunkturelle Entwicklung hängt von Erholung in den USA ab.
USA: Vermutlich Haushaltsdefizit durch Krieg und Rezession.
Berlin: Rot-grüne Regierung korrigiert Wachstumsprognose offenbar nach unten.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Experten: Deutschland bleibt Schlusslicht bei der
wirtschaftlichen Entwicklung in Europa

Mi. 09.01.02 - Das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) hat für die deutsche Konjunktur nur wenig Hoffnung. Deutschland bleibe Schlusslicht bei der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa. Grund dafür sei der seit Anfang der achtziger Jahre existierende Reformstau, der auch von der rot-grünen Bundesregierung nicht angegangen worden sei, so der HWWA Präsident Thomas Straubhaar. "Deutschland hat nicht ein kurzfristiges Konjunkturproblem, sondern eine permanente Wachstumsschwäche", sagte Straubhaar am Dienstag in Hamburg. Das HWWA bekräftigte seine Analyse, wonach im Jahr 2002 lediglich ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent erreicht werde. 2003 könnte das Wachstum auf zwei bis drei Prozent anziehen. Erholung kommt von außen

Straubhaar zeigte sich besorgt darüber, dass die deutsche Wirtschaft von allein zu einem Aufschwung nicht fähig sei. "Wir stehen vor dem Drama, dass die Auftriebskräfte von außen kommen müssen und Deutschland aus eigener Kraft keinen Aufschwung mehr schafft", sagte der HWWA-Präsident. Wachstumsimpulse kämen nur von den USA, wo sich in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung anbahne.

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DIW senkt Wachstumsprognose

Mi. 09.01.02 - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) reiht sich mit seiner kräftig gesenkten Wachstumsprognose in die eher zurückhaltenden Erwartungen der deutschen Wirtschaftsforscher ein. Für das neue Jahr sagte Institutsleiter Klaus Zimmermann am Dienstag in Berlin ein Wachstum von nur noch 0,6 Prozent voraus. Bisher war das Institut von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von 1,2 Prozent ausgegangen. Weil die konjunkturelle Entwicklung von der Erholung in den USA abhängt, sieht das DIW auch 2003 nur ein Plus von 2,1 Prozent. Dies reiche nicht zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Die schlechte Wirtschaftslage hält die Arbeitslosigkeit in Deutschland nach Ansicht führender Wirtschaftsforscher auf längere Sicht in der Nähe der Vier-Millionen-Marke. "Wir durchlaufen ein Tal der Tränen, dessen Ende wir nur ahnen können", sagte DIW-Chef Zimmermann. Es sei zu erwarten, dass die Zahl der Arbeitslosen 2002 im Durchschnitt deutlich über vier Millionen liegen werde. Die Arbeitslosenquote werde 9,5 Prozent betragen. Das DIW geht damit von rund 150.000 Arbeitslosen mehr aus als die Bundesregierung, die für 2002 mit rund 3,89 Millionen Menschen ohne Beschäftigung rechnet. "Die Situation auf dem Arbeitsmarkt könnte nicht alarmierender sein", sagte Zimmermann. Auch das HWWA erwartet im laufenden Jahr keine Besserung auf dem Arbeitsmarkt.

Die wegen der hohen Auslandsnachfrage im November unerwartet stark gestiegenen Auftragseingänge in der deutschen Industrie signalisieren nach Einschätzung von Analysten noch keine Trendwende. Die Zahl der Bestellungen nahm nach Angaben des Finanzministeriums im Vergleich zum Vormonat preis- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent zu. Im Oktober waren sie noch um 0,4 Prozent gesunken. Ein solcher Anstieg im Monatsvergleich reiche aber noch nicht, um eine Wende hin zur Erholung der Industrie festzumachen, sagten die Volkswirte.

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USA: Vermutlich Haushaltsdefizit durch Krieg und Rezession.

Mi. 09.01.02 - US-Präsident George W. Bush hat eingeräumt, dass der US-Haushalt im laufenden Finanzjahr möglicherweise in die roten Zahlen rutscht. Angesichts der Ausgaben für den Krieg in Afghanistan und der Verbesserung des Heimatschutzes habe er kein Problem damit, sagte Bush vor einem Treffen mit US-Notenbankchef Alan Greenspan und seinen Wirtschaftsberatern. Bush schloss eine Verzögerung seiner bereits beschlossenen Steuerkürzungen aus.

In ihrem letzten Konjunkturbericht prognostizierte die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für die USA in diesem Jahr lediglich einen Zuwachs des Bruttoinlandproduktes von 0,7 Prozent. Der internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in den USA für 2002 ebenfalls nur ein Wachstum von weniger als einem Prozent.

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Berlin: Rot-grüne Regierung korrigiert Wachstumsprognose offenbar nach unten.

Mi. 09.01.02 - Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr nach Angaben von Regierungskreisen entgegen früheren Schätzungen nur noch mit einer Wachstumsrate von rund 0,75 Prozent. "Darauf wird es herauslaufen", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Regierungskreisen. In dem für Ende des Monats anstehenden Jahreswirtschaftsbericht werde somit nur noch mit einer Wachstumsrate für das laufende Jahr gerechnet, wie sie auch für das abgelaufene Jahr angesetzt worden war. Ursprünglich hatte die Bundesregierung das Wachstum 2002 auf rund 1,25 Prozent geschätzt.

Nach Einschätzung der OECD befindet sich Deutschland in einer Rezession. Innerhalb Europas bilde Deutschland das unrühmliche Schlusslicht, deutlich etwa hinter Frankreich, dass in diesem Jahr um 1,6 Prozent wachsen soll.

Dass Deutschland international so schlecht abschneide, wird vor allem mit der nun schon sechs Jahre anhaltenden Rezession in der Bauindustrie erklärt, die 2001 noch einmal um 5,3 Prozent und 2002 um 1,7 Prozent schrumpfen werde. Grund seien vor allem erhebliche Überkapazitäten in den neuen Ländern sowie generell im Wohnungsbau.

Auch hinsichtlich des Arbeitsmarktes hat die OECD keine guten Nachrichten. Die Beschäftigtenzahl werde 2002 um 130000 sinken, die Arbeitslosenquote von 7, 5 auf 8,1 Prozent klettern. Mit einem Anstieg der Beschäftigung sei nicht vor 2003 zu rechnen. Die Weltwirtschaft werden dann wieder um drei Prozent zulegen.
 
 

(Quellen: ap, dpa, rtr, sz, fr)

 
 

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Wirtschaftsweiser prognostiziert drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit
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Kombilohn schafft kaum Arbeitsplätze
Als Ausweg aus der dramatisch zunehmenden Arbeitslosigkeit hat die rot-grüne Regierung den sogenannten Kombilohn entdeckt, also die staatliche Subventionierung von Niedriglöhnen. Modellversuche zeigen: Eine Wende auf dem Arbeitsmarkt bewirken Kombilöhne nicht. [ mehr... ]
 
 


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