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 last update: boa München, Do. 17.01.2002 - 14:00 
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Do.17.01.2002      

Wachsende Besorgnis

Menschenrechtler kritisieren Anti-Terrorkampagnen

USA suchen neue Ziele in Afghanistan
UN fordern von USA Respektierung der Menschenrechte
Treffen von Angehörigen afghanischer und amerikanischer Opfer

Human Rights Watch: Kampagne gegen den Terrorismus häufig Vorwand, um
     gegen anders Denkende vorzugehen.
US-Kampfflugzeuge auf der Suche nach neuen Zielen in Afghanistan.
Vereinte Nationen fordern von USA Respektierung der Menschenrechte.
     UN-Menschenrechtskommissarin: Auf Kuba festgehaltene Afghanen sind
     Kriegsgefangene.
Angehörige afghanischer und amerikanischer Opfer treffen sich in Kabul.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Human Rights Watch: Kampagne gegen den Terrorismus häufig Vorwand, um gegen anders Denkende vorzugehen.

Do. 17.01..02 - Die weltweite Kampagne gegen den Terrorismus wird nach Ansicht von Menschenrechtlern häufig als Vorwand missbraucht, um gegen anders Denkende vorzugehen. Wie die Organisation Human Rights Watch am Mittwoch erklärte, machen sich zahlreiche Länder die Terrorangst zu Nutzen, um Kampagnen gegen Oppositionelle und Dissidenten durchzuführen.

In dem Bericht der Organisation werden vor allem Russland, Usbekistan und Ägypten genannt. Ebenfalls aufgeführt sind Aktionen in China, Israel und Simbabwe. "Terroristen glauben, dass im Namen ihrer Sache alles gerechtfertigt ist", sagte Human-Rights-Watch-Direktor Kenneth Roth in Washington. "Der Kampf gegen den Terrorismus darf sich dieser Logik nicht anschließen. Bei Menschenrechten darf man um keinen Preis Kompromisse machen."

Human Rights Watch :
http://www.hrw.org/

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US-Kampfflugzeuge auf der Suche nach neuen Zielen in Afghanistan

Do. 17.01..02 - Nach der Zerstörung vermuteter Taliban- und El-Kaida-Verstecke im Osten Afghanistans wollen die USA mit weiteren Angriffen verhindern, dass sich die Kämpfer neu gruppieren. US-Kampfflugzeuge hätten am Mittwoch nach weiteren Zielen gesucht, verlautet aus US-Regierungskreisen. US-Geheimdienstler befragten nach Angaben aus Regierungskreisen einen angeblichen Taliban-Finanzier, der Informationen über die Taliban und die El-Kaida-Organisation des Moslemextremisten Osama bin Laden angeboten hat.

Die USA haben in den vergangenen Tagen in dem Gebiet Shauar Kili in Ostafghanistan fast 60 Gebäude zerstört und Eingänge zu Höhlen verschlossen, die von Taliban- und El-Kaida-Kämpfern als Zwischenstation auf ihrer Flucht nach Pakistan genutzt worden sein sollen. Nun suchten die Flugzeuge neue Ziele, hieß es.

Laut einem Agenturbericht haben die USA der Bevölkerung in Afghanistan mit Strafaktionen gedroht, sollte sie flüchtenden Kämpfern von El Kaida oder Osama bin Laden Unterschlupf gewähren. Entsprechende Flugblätter seien in der östlichen Provinz Paktia abgeworfen worden, meldete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP vergangene Woche. Gegenden, in denen El-Kaida-Mitglieder vermutet werden, müssten zudem mit Bombardements durch US-Kampfflugzeuge rechnen, hieß es weiter.

Die USA führen seit dem 7. Oktober Krieg gegen Kämpfer der früheren radikal-islamischen Taliban-Regierung und der El Kaida Bin Ladens, den sie hinter den Anschlägen am 11. September vermuten.

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Vereinte Nationen fordern von USA Respektierung der Menschenrechte. UN-Menschenrechtskommissarin: Auf Kuba festgehaltene Afghanen sind Kriegsgefangene.

Do. 17.01..02 - Mit wachsender Besorgnis haben die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen die Haftbedingungen der in Afghanistan gefangen genommenen Taliban- und El-Kaida-Kämpfer bemängelt. Alle Gefangenen unterlägen dem Schutz internationaler Bestimmungen, erklärte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson, am Mittwoch in Genf. Von Kandahar brach unterdessen der dritte Transport mit 30 Gefangenen zum US-Marinestützpunkt Guantanamo auf Kuba auf.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) kritisierte am Mittwoch, der von den USA für die Gefangenen verwendete Terminus "Unlawful Combatant" ("Unrechtmäßiger Kämpfer") existiere nicht im internationalen Recht. Die USA verweigern den Internierten den Status der Kriegsgefangenen. Robinson sagte, der Status der Häftlinge müsse im Zweifelsfall von einem Gericht auf Grundlage der Genfer Konventionen geklärt werden.

Amnesty International kritisierte die Unterbringung der Gefangenen. Die Internierung in "Käfigen" unterschreite die Mindeststandards für eine menschliche Behandlung, hieß es von der Menschenrechtsorganisation. Auch die Zellengröße von 1,8 auf 2,4 Meter sei geringer, als es die US-Standards für gewöhnliche Gefangene vorschrieben.

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Treffen von Angehörigen afghanischer und amerikanischer Opfer

Do. 17.01..02 - Angehörige von Opfern der Anschläge vom 11. September und der US-Bombenangriffe auf Afghanistan sind am Mittwoch in Kabul zusammengetroffen. "Es tut uns leid, von Ihren Verlusten zu hören", sagte der 26-jährige Mohammad Rahaf. "Wir sind auch Opfer. Unser Haus ist zerstört, wir haben unsere Familie verloren, ich habe keine Arbeit, und wir wissen nicht, was wir tun sollen." Eine fehlgeleitete US-Bombe hatte das Haus der Familie getroffen. Rahaf, sein 13-jähriger Bruder Aziz Ullah und seine neunjährige Schwester Sabera waren zu dem Zeitpunkt nicht im Haus und überlebten. Ihre Mutter, Großmutter, Bruder, Schwester und Schwager seien getötet worden. In der Gegend waren drei Bomben auf militärische Einrichtungen der Taliban abgeworden worden; alle drei verfehlten ihr Ziel. Der kalifornische Musikprofessor Derrill Bodley, dessen Tochter Deora in einem der entführten Flugzeuge umkam, sagte: "Sie (die Afghanen) leiden seit vielen Jahren. Ich leide seit dem 11. September."

Sie und die anderen Amerikaner seien gekommen, um von den Opfern der Bombenangriffe zu hören und dann in den USA davon zu berichten, sagte die 70-jährige Rita Laser. "Wir hoffen, dass wir unsere Regierung dazu bewegen können, Ihnen zu helfen." Lasers Bruder starb bei dem Anschlag auf das World Trade Center.

Die Reise der vier Amerikaner wurde von der Menschenrechtsorganisation Global Exchange organisiert und dauert acht Tage. Geplant sind noch ein Treffen mit der afghanischen Frauenministerin Sima Samar sowie mit humanitären Organisationen. Die Organisatoren wollen mit der Reise zu einer Versöhnung zwischen Afghanistan und den USA beitragen.

Bei den Anschlägen vom 11. September wurden mehr als 3000 Menschen getötet. Es gibt keine offiziellen Zahlen über die Anzahl der afghanischen Zivilisten, die bei dem von den USA angeführten Krieg gegen die Taliban getötet wurden. Wissenschaftler der Amerikanischen Universität von New Hampshire haben alle verfügbaren Quellen über die zivilen Opfer des Krieges in Afghanistan zusammengetragen und penibel ausgewertet: Sie kommen auf mindestens 4.050 Tote bis zum 3. Januar.
 
 

(Quellen: ap, rtr, dpa)

 
 

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Mi.15.01.02
Ludger Volmer hält stärkeres Militär-Engagement Deutschlands für unausweichlich
Volmer, Mitglied der Grünen und Staatsminister im Auswärtigen Amt, fordert von den Anhängern des Pazifismus wegen der "neuen Bedrohung" durch den internationalen Terrorismus ein Umdenken. [ mehr... ]

Di.15.01.02
USA-Bombardements auf Ziele in Afghanistan gehen weiter
Auch in der 15. Woche seit Beginn der US-Angriffe in Afghanistan fordert der Bombenkrieg zahllose Zivilopfer. USA verlegen Spezialeinheiten auf die Philippinen.
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Mo.24.12.01
Nach elf Wochen Krieg in Afghanistan wahrscheinlich 5000 getötete Zivilisten
 Wissenschaftler der Amerikanischen Universität von New Hampshire haben alle verfügbaren Quellen über die zivilen Opfer des Krieges zusammengetragen und penibel ausgewertet. US-Luftwaffe bombardiert weiter Ziele in Afghanistan.[ mehr... ]
 
 


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