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Di. 22.01.2002      

"Eine andere Welt ist möglich"

Globalisierungsgegner laden zum Weltsozialforum
nach Porto Alegre in Brasilien ein

Attac, die Dachorganisation der Globalisierungsgegner, startet neue Kampagne.
     Die Vereinigung spricht sich für eine grosse Beteiligung am bevorstehenden
     Weltsozialforum aus.
Attac - Akteure der Globalisierung von unten.
Weltsozialforum Porto Alegre - Symbol des internationalen Widerstands gegen
     die neoliberale Globalisierung
Porto Alegre II - Supermarkt der Alternativen?
Eine andere Welt ist möglich - aber was für eine?
     Kritische Anmerkungen zum Weltsozialgipfel 2001
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Attac startet neue Kampagne

Di. 22.01.02 - Mehr als 6.000 Globalisierungsgegner haben am Samstagabend in Paris den Start einer neuen Kampagne ihrer Organisation Attac gefeiert. Unter dem Motto "Eine andere Welt ist möglich", stellte Bernard Cassen, einer der Gründungsväter von Attac, das Manifest 2002 vor, in dem die Organisation sich unter anderem für eine solidarische Welt, Schuldenerlass für die Entwicklungsländer sowie eine Besteuerung der Spekulationsgewinne an den internationalen Finanzmärkten ausspricht.

Auch nach den Anschlägen vom 11. September richte die Globalisierung weiter Schäden an und gäben die multinationalen Konzerne den Ton an. Internationaler Währungsfonds, Weltbank, Welthandelsorganisation, aber auch die EU stellten große Schattenbereiche der Demokratie dar. Attac (Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen) sprach sich für eine große Beteiligung am bevorstehenden Weltsozialforum (WSF) aus, das als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum (WEF) vom 31. Januar bis 5. Februar in Porto Alegre in Brasilien angesetzt ist. Während in New York beim WEF mehr als 2.500 Spitzenpolitiker und Konzernchefs erwartet werden, sollen über 50.000 Teilnehmer zum WSF kommen. Attac ist 1998 in Frankreich entstanden und in 20 Ländern mit eigenständigen Gruppen vertreten.

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Attac - Akteure der Globalisierung von unten

Am 12.Dezember 1997 wetterte der publizistische Chef der Pariser Monatszeitung Le Monde Diplomatique in einem Editorial gegen die Macht der Märkte, gegen Finanzspekulanten, Steueroasen und das gesamte Phänomen, das vulgo unter "Globalisierung" abläuft. Finanzmärkte und Riesenkonzerne hätten sich einen Weltstaat ohne jegliche demokratische Kontrolle geschaffen, schimpfte er, und postulierte: "Will man verhindern, dass die Welt sich im 21.Jahrhundert endgültig in einen Dschungel verwandelt, in welchem die Räuber den Ton angeben, wird die Entwaffnung der Finanzmächte zur ersten Bürgerpflicht." Dazu, so sein Schluss, müsse eine weltweite regierungsunabhängige Organisation namens Attac geschaffen werden, die, im Verein mit gleich gesinnten Gruppen, zur "gigantischen Pressure-group der Zivilgesellschaft" anschwellen könnte. (sz)

Inzwischen ist Attac zum bekanntesten, milieuübergreifenden internationalen Netzwerk gegen Globalisierung angewachsen.

Mehr dazu unter:
http://www.jungewelt.de/2001/07-11/007.shtml

Attac:
http://www.attac.org
http://www.attac-netzwerk.de

Le Monde Diplomatique:
http://www.monde-diplomatique.fr/

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Weltsozialforum Porto Alegre - Symbol des internationalen Widerstands gegen die neoliberale Globalisierung

Das Weltsozialforum entstand als Antwort auf das Davoser Weltwirtschaftsforum, wo sich seit rund dreißig Jahren jeweils im Januar die Vertreter des Geldadels und "globale" Wirtschaftsführer zu einer einwöchigen Tagung zusammenfanden.

Kurz nach dem Davoser Forum von 2000 trafen sich in Paris zwei führende Repräsentanten der brasilianischen Bürgerbewegung mit dem Vorsitzenden von Attac, um die Gründung eines Gegenforums zu erörtern. Im Mittelpunkt der Veranstaltung sollte nicht nur die abermalige Kritik an der Globalisierung stehen, sondern vor allem der Austausch von Erfahrungen und die Formulierung von Alternativvorschlägen für die Gesellschaften des Nordens und des Südens. Dieses "Weltsozialforum" sollte erstmals im darauf folgenden Jahr zur gleichen Zeit wie das Davoser Forum stattfinden. Als Tagungsort einigte man sich schließlich auf Porto Alegre in Brasilien...

Mehr unter:
http://www.taz.de/pt/2002/01/11/a0058.nf/text.name,ask00RedW.n,2

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Porto Alegre II - Supermarkt der Alternativen?

Von der Teilnehmerzahl wie von der öffentlichen Aufmerksamkeit her, die dem 2. Weltsozialforum im südbrasilianischen Porto Alegre zuteil zu werden verspricht, ist ihm der Erfolg jetzt schon sicher: Die Organisatoren gehen von 50000 Teilnehmenden aus; ihr Spektrum ist nochmals breiter gestreut als im vergangenen Jahr – insbesondere die im Internationalen Bund Freier Gewerkschaften vertretenen Organisationen haben sich mit zahlreichen Delegationen angekündigt. Parallelveranstaltungen in der Schweiz (der Gegengipfel "Das andere Davos" bleibt bestehen, obwohl das Weltwirtschaftsforum gar nicht mehr in Davos, sondern jetzt in New York stattfindet), in Deutschland ("Porto Alegre im Westerwald" auf Initiative der Evangelischen Akademie Friedewald), in Afrika (Erstes Afrikanisches Sozialforum in Bamako, Mali) und an vielen anderen Orten rund um den Globus garantieren eine weltweite Aufmerksamkeit, die nicht mehr allein über die Massenmedien hergestellt wird. Aber auch in den bürgerlichen Medien riskiert das Weltsozialforum, das Forum der Reichen (1000 Teilnehmende) auszustechen, das im vergangenen Jahr in den Blockaden und Straßenschlachten von Landquart und Zürich untergegangen war.

Die nach dem 11. September patriotisch aufgerüsteten USA mögen ein Refugium für die Mächtigen dieser Welt sein, das Problem ihres anhaltenden Legitimationsdefizits löst es nicht. Vor New York und Washington gab es Genua, und jetzt gibt es Argentinien.

In dieser Situation wird das Weltsozialforum mehr denn je als Sammelpunkt der Opposition gegen den Neoliberalismus wahrgenommen – und mehr als im vorigen Jahr sind diesmal die Erwartungen darauf gerichtet, welche Alternativen vorgeschlagen werden. Bereits im Vorfeld hat eine Debatte darüber begonnen, daß eine der größten Herausforderungen des zweiten Treffens darin bestehe, diesem Kampf klarere praktische und theoretische Konturen zu geben. François Houtart vom Centre Tricontinental in Belgien stellte auf einem Vorbereitungstreffen im Juni in São Paulo die provozierende Frage, ob das Forum ein "Supermarkt der Alternativen" oder Ausgangspunkt für die Erarbeitung politischer Strategien sein wolle, die der Losung "Eine andere Welt ist möglich" eine Chance auf Verwirklichung geben....

Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2002/01-09/009.php

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Eine andere Welt ist möglich - Aber was für eine?

"Ohne Zweifel (...) ist die Bildung von neuen und entscheidenden Kräfteverhältnissen noch nicht abgeschlossen. Die Dilemmata bestehen weiterhin und müssen gelöst werden: Wie können die Kämpfe und der zivile Ungehorsam in eine neue, organisierte Bewegung übersetzt werden? Wie kann man von einer Allianz gegen die "neoliberale Globalisierung" hin zu alternativen und antikapitalistischen Vorschlägen kommen?

Und wie kann letztlich die Breite einer sozial und politisch heterogenen Zusammensetzung mit der nötigen programmatischen Rigorosität erfasst werden?

Daher hat jede illusionäre Erwartung an ein Experiment ähnlich dem, das Marx und Engels mit der Ersten Internationale unternommen haben, nichts zu tun mit der Wirklichkeit des Weltsozialforums - unter anderem deshalb, weil uns mehr als ein Jahrhundert voneinander trennt. "

Ernesto Herrera in "Weltsozialgipfel in Porto Alegre - Nach dem Erfolg die gleichen Verlegenheiten", Inprekorr Nr. 354 , April 2001.

Die kritischen Anmerkungen Herreras zum Weltsozialgipfel des vergangenen Jahres sind im Internet abrufbar unter:
http://www.inprekorr.de/354-port.htm
 

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(Quellen: dpa, jw, Le Monde Diplomatique)

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Eine andere Welt ist möglich - Weltsozialforum Porto Alegre 2002:

Do.31.01. bis Di. 05.02.2002 in Porto Allegre, Brasilien

Weltsozialforum
Porto Alegre 2002


Information:
http://www.portoalegre2002.org/
http://www.forumsocialmundial.org.br
http://www.attac-netzwerk.de/aktuell/wsf.html

Unabhängige Berichterstattung über das WSF:
http://brasil.indymedia.org/


 

New York

Do.31.01. bis Mo. 04.02.2002

World Economic Forum 2002

Treffen der Vertreter des Geldadels und der "globalen" Wirtschaftsführer

Erstmals seit drei Jahrzehnten findet das Weltwirtschaftsforum nicht mehr im Schweizer Davos statt, sondern in New York. Die Schweizer wollten nicht mehr für die teure Sicherheit des Treffens garantieren, nachdem es in den vergangen Jahren in Davos zu heftigen Anti-WEF-Protesten gekommen war. In New York sollen 40.000 Polizisten das Treffen der Welteliten sichern. Man rechnet mit großräumigen Demonstrationen.

Offizielle Webseite des World Economic Forum (WEF) :
http://www.weforum.org

Unabhängige Berichterstattung über Anti-WEF-Proteste in New York:
http://nyc.indymedia.org/

WEF-Gegner:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/wef/

Die Konferenz "The Public Eye on Davos" in New York:
Die Kampagne "Public Eye On Davos" bemüht sich seit zwei Jahren um Gegenöffentlichkeit für das Jahrestreffen der Welteliten. Zeitgleich zum Weltwirtschaftsforum, also vom 31. Januar bis zum 3. Februar, organisiert "Public Eye on Davos" in New York ein Alternativkonferenz. Als Referenten werden verschiedene Vertreterinnen und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und einzelner UNO-Organisationen kommen, und zwar nicht nur aus den reichen Industrienationen, sondern auch aus den ärmeren Ländern.
http://www.davos2001.ch/de/homepage_d.htm


 


Zürich

Sa. 26.01.2002, ab 11:00
das andere davos
widerstand gegen die globalisierung des kapitals
für alternativen von "unten"


internationale konferenz, workshops und debatten

 volkshaus zürich, stauffacherstr.60 


Information:
http://www.otherdavos.net



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