B.O.A.-NACHRICHTEN
 last update: boa München, Mo. 08.04.2002 - 14:00 
  [ Übersicht ] [ Ticker ] [ Medien-Termine ] [ Medien-Nachrichten ]
 

.
  zur Übersicht
Di. 02.04.2002 Updates: 03.04. | 04.04. | 05.04. | 05./06./07./08.04.      

"Totaler Krieg"

Nahost-Konflikt eskaliert dramatisch

Israel weitet Offensive im Westjordanland erheblich aus. Israelische Armee
     zerstört Arafats Amtssitz. Hunderttausende protestieren in der arabischen Welt.
     UN-Resolution fordert sofortigen Anzug der israelischen Armee. Aufruf zum Ende
     der Gewalt.
Israelische Regierung will Arafat offensichtlich für immer aus den
     Palästinensergebieten verbannen.
USA rufen zu Durchhalte-Diplomatie auf.
UN bezeichnet Palästina erstmals als Staat.
Bisherige Friedenspläne für den Nahen Osten.
Link-Empfehlungen zum Thema

°

Update: 03.04.02

Sicherheitsrat fordert erneut Israels Abzug aus Palästinenserstädten.
      Annan: Kern des Nahostproblems muss gelöst werden: die Besetzung, die
     Gewalt, der Terrorismus und die wirtschaftliche Not der Palästinenser.
Israel widersetzt sich Sicherheitsrat: Vorerst kein Rückzug.
Arabische Führer streiten über neue Strategie.
Heftige Gefechte um Geburtskirche in Bethlehem.
EU-Außenpolitik-Koordinator für Generationswechsel in Nahost

 

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

°

Update: 04.04.02

Bush stellt sich auf die Seite Israels. Ägypten bricht Regierungskontakte zu Israel
     ab. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi erklärt amerikanische
     Vermittlungsversuche in Nahost für gescheitert. EU will in Nahost auf Einhaltung
     der UNO-Resolution dringen.
Israel weitet Militäroperation im Westjordanland erneut aus und besetzt auch
     Nablus. Zunehmend Grenzverletzungen durch die libanesische Hisbollah-Miliz.
Vatikan wirft Israel "Vernichtung" der Palästinenser vor.
Junge Palästinenser bereit zu weiteren Selbstmordanschlägen. Israelischer
     Experte hält Israels Politik der Härte für kontraproduktiv.
Konfliktforscher: "Wir befinden uns an der Schwelle zum Krieg"

 

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

°

Update: 05.04.02

Überraschende Kehrtwende in der amerikanischen Nahost-Politik. Bush fordert
     Israel zu Rückzug aus Palästinenser-Städten auf. Entsendung von Außenminister
     Colin Powell in die Nahost-Krisenregeion angekündigt.
Wortlaut der Nahost-Erklärung von US-Präsident Bush.
Weltsicherheitsrat verlangt von Israel unverzüglichen Abzug.
Israel setzt Armee-Offensive im Westjordanland weiter fort.
Bei Israels Offensive gerät die Pressefreiheit unter die Räder.
Israels Friedensbewegung ist innerlich zerrissen.

 

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

°

Update: 06./07./08.04.02

Israelischer Armeechef: 200 Palästinenser und 12 Soldaten getötet.
Massendemonstrationen für und gegen Israel.
Sicherheitsrat bezeichnet Israels Vorgehen als inakzeptabel.
     Israels Verteidigungsminister: Truppen werden nicht sofort abgezogen.
     Britische Regierung übt scharfe Kritik an Ariel Scharon.
Internationale Organisationen werfen Israel schwere Menschenrechtsverletzungen
     vor.
Arafats Tage als US-Gesprächspartner könnten gezählt sein.
Gewalt im Nahen Osten ruiniert die Wirtschaft auf beiden Seiten.
Schriftsteller Ralph Giordano wirft deutscher Presse "nahezu geschlossene
     anti- israelische Haltung" vor.

 

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

 
 
 
 
 
 
 
 
 

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Israels Premierminister Scharon kündigt "totalen Krieg" gegen Terror an

Di.02.04.02 - Ungeachtet wachsender internationaler Kritik hat die israelische Regierung ihre Militäroffensive in den Palästinensergebieten erneut ausgeweitet. In der Nacht zum Dienstag drangen Truppen mit Panzern in die Städte Tulkarem und Bethlehem ein. Auch in Kalkilia und Ramallah gingen die Militäroperationen weiter.

In Betunia bei Ramallah (Westjordanland) setzte die Armee ihre Offensive gegen das Hauptquartier der palästinensischen Geheimpolizei fort, in dem sich etwa 400 Menschen aufhalten sollen. Zuvor hatten Soldaten das Gebäude mit Maschinengewehren und Panzerkanonen beschossen. Der Chef der Geheimpolizei im Westjordanland, Dschibril Radschub, hatte bereits am Wochenende vor einem Massaker gewarnt, falls die Armee das Gebäude stürmt, in dem nach israelischer Meinung auch mutmaßliche Extremisten Unterschlupf gefunden haben sollen. Radschub hat dies bestritten.

Unter anderem vermuten die Israelis, dass sich in dem Gebäude der als Führer der Intifada geltende Anführer der Fatah-Organisation im Westjordanland, Marwan Barguti, befindet. Bei dem israelischen Angriff soll es nach palästinensischen Angaben Tote und Verletzte gegeben haben. Die Armee begann inzwischen auch mit umfangreichen Suchaktionen in der Stadt Tulkarem, die die Truppen in der Nacht zum vierten Mal innerhalb weniger Monate besetzt hatten.

Israelische Sicherheitskräfte hatten nach Angaben der Tageszeitung "Haaretz" von einem Angriff auf das Hauptquartier Radschubs abgeraten, da dieser als ein möglicher, gemäßigter Nachfolger von Palästinenserpräsident Jassir Arafat gilt. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon habe jedoch auf den Angriff gedrängt. In der arabischen Welt löste die israelische Offensive Massenproteste aus.

Am Montag hatte der Weltsicherheitsrat Israel erneut zum sofortigen Rückzug aus den palästinensischen Gebieten aufgefordert. Auch das US-Außenministerium kritisierte das israelische Vorgehen und forderte "maximale Zurückhaltung". Die UN-Resolution verhallte ungehört. In einer fünfminütigen Fernsehansprache an die Nation erklärte Scharon Arafat zum "Kopf einer terroristischen Organisation". Er sei nicht nur der "Feind Israels, sondern der gesamten freien Welt".

"Wir sind über die Situation in Ramallah und anderen Gebieten, in die die israelischen Streitkräfte vordringen, äußerst besorgt", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Reeker, am Montagabend in Washington. "Wir verurteilen das Töten und Verwunden von unschuldigen Palästinensern, und drängen Israel, maximale Zurückhaltung zu üben, um Schaden von Zivilisten abzuwenden und den Zugang der humanitären Helfer sicherzustellen." Zuvor hatte Präsident George W. Bush Israel erneut aufgefordert, einen "Pfad zum Frieden offen zu halten".

Der Weltsicherheitsrat verlangte in einer Erklärung von Israelis und Palästinensern, alle UN-Beschlüsse zum Nahostkonflikt unverzüglich zu befolgen und auf jegliche Gewalt zu verzichten. Beide Seiten sollten mit dem US-Gesandten Anthony Zinni "und anderen" kooperieren. Der Erklärung waren mehrstündige Beratungen mit UN- Generalsekretär Kofi Annan vorangegangen. Annan sagte Journalisten anschließend, dass auch die Entsendung internationaler Beobachter in die besetzten Palästinensergebiete erneut erörtert wurde. Israel hatte dies in der Vergangenheit strikt abgelehnt.

Im Rahmen ihrer Operation "Verteidigungswall" rückte die israelische Armee am Montagabend in Tulkarem und Bethlehem ein. Schon am Nachmittag waren rund um die Städte starke Truppenverbände mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen zusammengezogen worden. Israel will mit der Offensive nach eigenen Angaben die "Strukturen des Terrors in den Palästinensergebieten ausrotten". Seit Freitag belagern Soldaten den Amtssitz von Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Im Bürotrakt kommt es immer wieder zu Kämpfen, die ganze übrige Anlage ist inzwischen zerstört. Der israelische Vereteidigungsminister Ben-Elieser sagte, Arafat werde "völlig isoliert", damit er Terroristen keine Befehle geben könne. Israel wolle ihn aber weder verletzen noch demütigen. Israelische Militärs gaben aber zu, Arafat sei bedroht. Er könne "aus Versehen" getroffen werden. Arafats Fatah-Bewegung drohte in Flugblättern, falls ihm etwas geschehe, werde "jeder Israeli" zum Angriffsziel. Inzwischen haben sich zur großen Verbitterung der israelischen Führung etwa 40 ausländische Sympathisanten - darunter auch Deutsche - zu dem belagerten Arafat gesellt, den Israel eigentlich vollständig von der Außenwelt hatte isolieren wollen.

Nach palästinensischen Angaben wurden allein in Ramallah bislang über 800 Personen festgenommen, davon rund 700 palästinensische Polizisten. Mehr als 60 Polizisten seien von der Armee in ein Internierungslager in der jüdischen Siedlung Ofra im Gazastreifen gebracht worden, sagte der palästinensische Informationsminister Abed Rabbo am Montagabend.

Die Gewalt war über die Osterfeiertage weiter eskaliert. Von Karfreitag bis Ostermontag wurden auf beiden Seiten rund 50 Menschen getötet. In Ramallah starben seit Beginn der israelischen Offensive am Freitag nach palästinensischen Angaben 25 Menschen. Bei palästinensischen Selbstmordanschlägen kamen am Ostersonntag 16 Israelis und die Attentäter ums Leben, mehr als 40 wurden verletzt. Am Montagabend starb ein Palästinenser im Westen Jerusalems bei der Explosion einer Bombe in seinem Auto, drei Menschen wurden verletzt.

Unterdessen hat das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) die Einschränkung der Pressefreiheit durch die israelische Armee bei ihren Operationen in den Palästinensergebieten scharf kritisiert. "Das Fernhalten von Journalisten aus dem Krisengebiet bedeute eine Zensur", sagte die Direktorin des Komitees, Ann Cooper, in New York. Zuvor hatte bereits die Vereinigung der Auslandspresse in Israel und den Palästinensergebieten (FPA) offiziell gegen die Entscheidung der israelischen Armee protestiert, ein US-Fernsehteam aus Ramallah auszuweisen. Die FPA forderte Israel auf, ihre Einmischung in die Berichterstattung der Medien "sofort einzustellen".

Die Armee hatte am Morgen die besetzte Stadt zum Sperrgebiet für Ausländer erklärt und gedroht, jeder Ausländer müsse anderenfalls damit rechnen, beschossen zu werden. Die Auslandspressevereinigung will gegen diese Entscheidung das höchste israelische Gericht anrufen.

Israelische Politiker kritisieren angesichts der immer weiter eskalierenden Gewalt in Israel und den Palästinensergebieten, Scharon habe keinerlei politischen Plan für die Zeit danach. Ran Cohen von der links-orientierten Meretz-Partei sagte am Montag im Rundfunk, ein Ende der Gewalt sei ausgeschlossen, solange Israel dem palästinensischen Volk keine Hoffnung auf eine faire politische Lösung gebe. "Die einzige Lösung ist nach wie vor die Trennung in zwei Staaten, entweder auf friedliche Weise oder unter internationalem Zwang", sagte Cohen.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Israel offensichtlich zur Verbannung Arafats entschlossen

Di.02.04.02 - Die israelische Regierung ist offensichtlich entschlossen, Palästinenserpräsident Jassir Arafat für immer aus den Palästinensergebieten zu verbannen. Die liberale Tageszeitung "Haaretz" berichtete am Dienstag, europäischen Diplomaten sei vom Büro von Ministerpräsident Ariel Scharon mitgeteilt worden, sie dürften den in Ramallah eingeschlossenen Arafat nur besuchen, wenn sie ihn aus Ramallah bringen würden. Eine Rückkehr Arafats in die autonomen Gebiete gäbe es dann aber nicht mehr.

Nach Informationen des Blattes erwägt Außenminister Schimon Peres, Arafat die Ausreise in ein anderes Land zu gestatten, falls dieses bereit sei, ihm Asyl zu gewähren. Peres habe über diesen Vorschlag mit Ägypten und anderen Ländern diskutiert, die den Vorschlag jedoch zurückgewiesen hätten. Arafat dürfe in diesem Fall keine seiner in seinem Büro angeblich versteckten Männer mitnehmen.

Die EU und die US-Regierung haben in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass Arafat für sie der gewählte Repräsentant der Palästinenser und ihr Verhandlungspartner ist.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

USA rufen zu Durchhalte-Diplomatie auf

Di.02.04.02 - Als die israelischen Panzer zum Amtssitz Jassir Arafats rollten, verschlug es US-Präsident George W. Bush die Sprache. Erst einen Tag später nahm er öffentlich dazu Stellung - und auch das nur nach massiver Kritik der Medien. Dann entschied er sich eindeutig dafür, den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon zu unterstützen und den belagerten Palästinenserführer aufzufordern, gegen den Terror der Selbstmordattentate vorzugehen.

Das sei auch kein Wunder, kommentierte die Presse am Montag. Denn hätte Bush Arafat in Schutz genommen, wäre sein eigener Krieg gegen den Terrorismus unglaubwürdig geworden. In dieser ungemütlichen politischen Situation habe der Republikaner kaum Druck auf Israel ausüben und einen Kurs fortsetzen können, den er Mitte März vorsichtig eingeleitet hatte.

Damals hatte er israelische Militäraktionen im Westjordanland "nicht hilfreich" genannt. Um die arabischen Staaten nicht ganz zu verprellen, erinnerte der Präsident Scharon zaghaft daran, den Weg zu einem Frieden nicht zu verschütten.

In ihrer Zwangslage haben die USA politisch für den Nahen Osten vorerst nur Durchhalteparolen parat. Von einer neuen Initiative ist nicht die Rede. Die Bemühungen ihres Sonderbotschafters Anthony Zinni um einen Waffenstillstand mit folgenden Verhandlungen blieben der beste Weg, unterstrichen Bush und US-Außenminister Powell.

Die Israelis hatten im Prinzip den Vorschlägen Zinnis zugestimmt, eine ähnliche Verpflichtung durch die Palästinenser stand kurz bevor. Erstmals hatte auch die Arabische Liga in Beirut den Israelis eine umfassende Friedensregelung angeboten - sicherlich keine "perfekte Lösung" nach US-Ansicht, aber doch eine ernst zu nehmende Verhandlungsgrundlage.

Mehr und mehr Fachleute fragen sich inzwischen, wie lange Präsident Bush aus sicherer Distanz dem Schlagabtausch zwischen Israelis und Palästinensern noch zuschauen kann. Zu ihnen gehört auch Ex-Senator George Mitchell, der den jetzigen Nahost-Plan ausgearbeitet hat. Ohne zupackendes Eingreifen der USA gebe es im Nahen Osten keine Chance auf Frieden.

Lawrence Korb vom Council on Foreign Relations forderte die Entsendung amerikanischer Soldaten in eine "Pufferzone" zwischen Israelis und Palästinensern, ob es Scharon nun wolle oder nicht. "Es gibt nichts, was wir nicht erwägen", sagte Powell zu solchen und ähnlichen Erklärungen, "aber ich kann derzeit nichts bekannt geben."

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

UN bezeichnet Palästina erstmals als Staat

Di.02.04.02 - Der Weltsicherheitsrat hat in der Nacht zum 13.März in New York eine Resolution verabschiedet, in der erstmals von zwei getrennten Staaten Israel und Palästina die Rede ist. Außerdem wurden Israelis und Palästinenser zur sofortigen Waffenruhe aufgefordert. Die von den USA eingebrachte Entschließung wurde von 14 der 15 Weltsicherheitsratmitglieder angenommen, Syrien enthiel sich der Stimme. Der palästinensische und auch der israelische UN-Vertreter fanden lobende Worte für die Entschließung.

Der palästinenische UN-Beobachter Nasser el Kidwa sagte, die Resolution sei sehr wichtig. Israels UN-Botschafter Jehuda Lancry begrüßte die "ausgewogene»" Entschließung. Es war das erste Mal seit Ausbruch der jüngsten Gewalttätigkeiten in der Region vor 17 Monaten, dass die USA eine Nahost-Resolution in den Sicherheitsrat eingebracht hatten. In der Entschließung wird unter anderem die Friedensinitiative des saudiarabischen Kronprinzen Abdullah unterstützt sowie das Engagement des Nahostbeauftragten der USA, Anthony Zinni. Zinni wollte am Mittwoch zu einer neuerlichen Friedensmission in das Krisengebiet aufbrechen.

Am Dienstag vergangener Woche hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan mit ungewöhnlich deutlichen Worten die Gewalt im Nahen Osten verurteilt. Er forderte Israel auf, die "illegale Besetzung" der palästinensischen Gebiete zu beenden. Die Palästinenser rief er zur Beendigung der Terroraktionen auf.
 
 

Two States, Israel and Palestine,
live side by side within secure and recognized borders

Im Wortlaut: UN-Sicherheitsrats-Resolution 1397 (2002) / UN-Security Council Resolution 1397
http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Nahost/un-resolution1397.html
 
 

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Bisherige Friedenspläne für den Nahen Osten

Der Vorschlag des saudischen Kronprinzen Abdullah einer Anerkennung Israels durch alle arabischen Staaten, wenn sich Israel aus den 1967 besetzten Gebieten zurückzieht, ist der vorerst letzte in einer langen Reihe von Friedensplänen für den Nahen Osten. Bislang sind fast alle Bemühungen weitgehend erfolglos geblieben, darunter folgende:

FAHD-PLAN, 1981: Der saudische König Fahd legte einen Acht-Punkte- Plan vor: Rückzug Israels aus den 1967 eroberten Gebieten, Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes. Das Existenzrecht Israels wird indirekt anerkannt.

REAGAN-PLAN, 1. September 1982: Die Friedensinitiative des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan zielte auf eine Föderation zwischen den besetzten Gebieten und Jordanien ab.

SCHAMIR-PLAN, Mai 1989: Der Plan des israelischen Ministerpräsidenten Izchak Schamir beinhaltete unter anderem Wahlen, eine Interim- Autonomie mit weit reichenden Vollmachten für die Palästinenser und eine internationale Konferenz für die Lösung des Flüchtlingsproblems. Der Friedensprozess sollte eingeleitet werden, wenn die Intifada vollständig beendet wird.

MUBARAK-PLAN, September 1989: Der ägyptische Staatschef Husni Mubarak verlangte in einem Zehn-Punkte-Plan die Anerkennung des Prinzips «Land gegen Frieden», einen Stopp des Siedlungsbaus und Verhandlungen mit der PLO. Freie Wahlen in den von Israel besetzten Gebieten sollten international überwacht werden.

MITCHELL-KOMMISSION, Mai 2001: Der Report des früheren US-Senators George Mitchell konzentriert sich auf wenige Kernpunkte: Beendigung der Gewalt, Vertrauensbildung, Wiederaufnahme von Friedensgesprächen und Stopp des Siedlungsbaus.

TENET-PLAN, Juni 2001: Das Konzept von CIA-Chef George Tenet sieht vor, dass die Palästinenser alle Gewalt stoppen und Israel zeitgleich mit der Aufhebung der Blockade der Palästinensergebiete und dem Abzug der Truppen auf die Ausgangspositionen vor dem 28. September 2000 beginnen soll.

ABDULLAH-PLAN, Februar 2002: Saudi-Arabiens Kronprinz Abdullah schlägt in einem Gespräch mit der New York Times vor, dass alle 21 arabischen Länder Israel anerkennen und mit Sicherheitsgarantien versehen sollen, wenn sich Israel im Gegenzug auf die Grenzen vor Beginn des Sechs-Tage-Krieges von 1967 zurückzieht. Beim Gipfel der Arabischen Liga im März wird der Plan leicht verändert übernommen.
 
 

(Quellen: ap, dpa, boa-archiv)

 
 

Update: 03.04.02 --------------------------------------------------------------------------------

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Sicherheitsrat fordert erneut Israels Abzug aus Palästinenserstädten

Mi.04.03.02 - Der Weltsicherheitsrat hat Israel am Montag (Ortszeit) abermals zum sofortigen Rückzug aus den palästinensischen Autonomiestädten aufgefordert. In einer Erklärung verlangte der Rat von Israelis und Palästinensern, auf jegliche Gewalt zu verzichten. Außerdem müssten sie alle UN-Beschlüsse zum Nahostkonflikt unverzüglich befolgen.

Derweil dringt der diplomatische Vertreter der Palästinenser bei den Vereinten Nationen, Nasser el Kidwa, darauf, den Druck auf Israel zu verstärken. Mehrere arabische Länder haben nach Informationen aus diplomatischen Kreisen einen neuen Resolutionsentwurf vorbereitet, der Israel zur Befolgung der Rückzugsaufforderung zwingen soll.

Mit seinem Aufruf vom Montag appellierte der Sicherheitsrat an Israelis und Palästinenser, die Waffen niederzulegen und mit dem US- Gesandten Anthony Zinni "und anderen" zu kooperieren. Der Erklärung waren mehrstündige Beratungen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan vorangegangen. Annan sagte Journalisten anschließend, dass auch die Entsendung internationaler Beobachter in die besetzten Palästinensergebiete erneut erörtert wurde. Israel hat dies bisher strikt abgelehnt.

Annan äußerte sich UN-Angaben zufolge vor dem Sicherheitsrat pessimistisch. "Ich muss dem Rat ganz offen sagen, dass ich keine Chance für ein Ende der gegenwärtigen Abwärtsspirale sehe, wenn nicht endlich der Kern des Nahostproblems angepackt wird: die Besetzung, die Gewalt, der Terrorismus und die wirtschaftliche Not der Palästinenser." Die Sicherheitsbedenken der Israelis und die politische Forderung der Palästinenser nach einem eigenen unabhängigen Staat müssten parallel und ausgewogen behandelt werden.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Israel widersetzt sich Sicherheitsrat: Vorerst kein Rückzug

Mi.04.03.02 - Israel ist nach Worten seines UN-Botschafters derzeit nicht bereit, der Forderung des Weltsicherheitsrates zu folgen und seine Truppen aus den Palästinenserstädten zurückzuziehen. Erst einmal müsse Israel die Infrastruktur der Terroristen beseitigen und "ein deutliches Zeichen" für die Bereitschaft zur Waffenruhe bei den Palästinensern sehen, sagte der israelische Botschafter, Jehuda Lancry, am Dienstagabend vor Journalisten in New York.

Zuvor hatten ihn die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates zu einem "persönlichen Gespräch" gebeten und darauf gedrungen, dass Israel der am Ostersamstag verabschiedeten Resolution 1402 Folge leistet und seine Truppen aus den Palästinensergebieten zurückruft. Nach der dreistündigen Unterredung mit dem israelischen Diplomaten bat der Rat auch den palästinensischen Vertreter bei den Vereinten Nationen, Nasser el Kidwa, zur Unterredung.

El Kidwa sagte Journalisten, dass er darauf hoffe, bereits am Mittwoch eine offene Debatte im Sicherheitsrat über die dramatische Lage in den Palästinensergebieten durchzusetzen. Er habe die Stimmen aller arabischen Staaten für einen neuen Resolutionsentwurf gewonnen, die Israel eindringlich zum Rückzug gemäß von Resolution 1402 des Sicherheitsrates ermahnt, sagte El Kidwa. Selbst Syrien, das einzige arabische Land unter den 15 Sicherheitsratsmitgliedern, stehe hinter dem Entwurf und sei bereit, ihn formal einzubringen.

Dagegen bezichtigte Lancry Syrien, die Grenze zwischen Israel und Libanon zu destabilisieren und maßgeblich zur Aufrüstung von Hisbollah-Guerillas beizutragen. Lancry hatte eigenen Angaben zufolge am Dienstag ein Schreiben von Israels Außenminister Schimon Peres an UN-Generalsekretär Kofi Annan überreicht. Darin bitte Peres Annan, eine Warnung Israels an seine Nachbarn Syrien und Libanon zu übermitteln. Weitere Attacken der Hisbollah könnten "alarmierende Konsequenzen" für den Nahen Osten haben, drohte Peres.

Zu den UN-Beschlüssen der vergangenen zwei Wochen sagte Lancry: "Wir begrüßen Resolution 1397 ohne Vorbehalte und haben vor, sie zu erfüllen." Mit ihr hatte der Sicherheitsrat Mitte März ein Ende der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern und einen neuen Start der Friedensgespräche verlangt. Auch die entsprechenden Paragrafen der neueren Resolution 1402 würden von Israel bejaht, sagte Lancry. Der in dieser Resolution enthaltene Ruf nach einem Rückzug israelischer Soldaten komme allerdings erst später in Frage.

"Nach der endgültigen Lösung" hat Israel nach den Worten seines UN-Botschafters auch keine Einwände gegen "einige Beobachter". Dafür kämen allerdings nur US-Kräfte in Frage, sagte Lancry. Eine internationale Beobachtertruppe habe Israel mehrfach strikt abgelehnt, erinnerte er.

Israel sei optimistisch, dass die USA wie in der Vergangenheit bei Israels den Friedensabkommen mit Ägypten und mit Jordanien wieder die Initiative ergreifen und der "Hauptakteur" sein werden, sagte der UN- Botschafter. "Wir glauben, dass es beim Frieden zwischen Israel und den Palästinensern genauso sein wird", sagte Lancry.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Arabische Führer streiten über neue Strategie

Mi.04.03.02 - Die israelische Armee besetzt bei ihrer Großoffensive Tag für Tag mit Panzern weitere palästinensische Autonomiestädte. Währenddessen streiten die arabischen Staatschefs darüber, wie sie den Palästinensern und ihrem praktisch gefangenen Präsidenten Jassir Arafat am besten helfen können. Einig sind sie sich lediglich in einem Punkt: Die Selbstmordattentate in Israel können nur durch eine gerechte Friedenslösung für die Palästinenser gestoppt werden und nicht durch israelische Gewalt. Doch ansonsten herrscht im arabischen Lager Chaos und Aufruhr.

Ägypten, Jordanien und die Golfstaaten setzen derzeit noch auf politische Kontakte mit Washington, Moskau und den Europäern. Doch nachdem die Israelis auch den Aufruf der Vereinten Nationen zum Rückzug aus Ramallah ignoriert haben, scheinen nun die Radikalen die Oberhand zu gewinnen.

Zumindest beim arabischen "Mann auf der Straße" kommt die Idee des irakischen Präsidenten Saddam Hussein gut an, der die Golfstaaten aufgerufen hat, den Amerikanern wegen ihrer Unterstützung für Israel kein Öl mehr zu verkaufen. Auch der libysche Revolutionsführer Muammar el Gaddafi erntete Lob für seinen Vorschlag, arabische Freiwillige zur "Befreiung Jerusalems" zu schicken. "Warum geben sie Millionen für ihre Armeen aus, wenn sie arabische Frauen und Kinder nicht verteidigen?", fragte Gaddafi auf einer Großdemonstration in der libyschen Hauptstadt Tripolis und rief dazu auf, "die Panzer zu verkaufen und auf den Schrott zu bringen".

Der jemenitische Präsident Ali Abdallah Salih hat sich inzwischen wegen der "Unfähigkeit der Araber" unter Protest in die Provinz verabschiedet, weil Ägypten und Jordanien nicht seinem Rat, ihre diplomatischen Beziehungen zu Israel abzubrechen, folgen wollen. Doch ein solcher Schritt, über den trotz anders lautender offizieller Erklärungen sowohl von der Regierung in Amman als auch in Kairo ernsthaft diskutiert wird, hätte für die beiden Nachbarstaaten Israels empfindliche Folgen. Dabei wären die Konsequenzen von Seiten Israels noch leichter zu verkraften, als die Reaktion der USA, auf deren wirtschaftliche Unterstützung beide Staaten nicht so einfach verzichten könnten.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak, der im Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern Jahre lang eine wichtige Rolle als Vermittler gespielt hat, hält sich bislang bedeckt. Zwar hat er seinen Außenminister Ahmed Maher beauftragt, Kontakt zu den USA, Deutschland, Frankreich und anderen wichtigen Partnern zu halten. Doch er selbst wartet noch ab. Beobachter in Kairo glauben, dass Mubarak erst dann eine persönliche Stellungnahme abgeben will, wenn die diplomatischen Bemühungen Ägyptens entweder Ergebnisse gebracht haben oder aber komplett gescheitert sind. Sein Außenminister muss unterdessen die immer bohrenderen Fragen der Presse und seiner arabischen Amtskollegen nach möglichen ägyptischen "Strafmaßnahmen gegen Israel" beantworten.

Noch nicht geeinigt haben sich die arabischen Führer darüber, ob es zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll wäre, einen Sondergipfel der Arabischen Liga oder auch nur ein Außenministertreffen einzuberufen, wie dies von Libyen, Katar und dem Jemen gefordert wird. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, dem der Streit vom arabischen Gipfel von Beirut noch in den Knochen steckt, macht kein Hehl daraus, dass er von einem erneuten Gipfeltreffen wenig hält. Seine Argumentation lautet: Die israelischen Angriffe seien so "unvorstellbar", dass die Araber bei einem Gipfel eigentlich nur eine Kriegserklärung beschließen könnten. Da dies aber von mehreren Staaten abgelehnt werde, sei ein Gipfel nutzlos.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Heftige Gefechte um Geburtskirche in Bethlehem.

Mi.04.03.02 - In Bethlehem sind am späten Abend erneut heftige Gefechte zwischen israelischen Soldaten und bewaffneten Palästinensern ausgebrochen. Augenzeugen berichteten von zahlreichen toten Palästinensern im Bereich um den berühmten Krippenplatz vor der Geburtskirche. Rund 200 militante Palästinenser sind in die Geburtskirche in Bethlehem geflüchtet. Die Palästinenser hätten sich den Weg in die Kirche freigekämpft, berichtet ein italienischer Journalist, der mit auf dem Arreal eingeschlossen war. Der katholische Patriarch von Jerusalem bot den in der Kirche ausharrenden Palästinensern Kirchenasyl an. Das "Zufluchtsrecht" gelte auch für mutmaßlich bewaffnete Kämpfer, sagte Patriarch Michel Sabbah. Augenzeugenberichten zufolge befinden sich in der Kirche auch flüchtende Familien. Die israelischen Truppen hatten die Geburtsstadt Jesu in der Nacht zu gestern besetzt. Bei den Kämpfen am Morgen hatten die Israelis die Pfarrei der evangelisch-lutherischen Weihnachtskirche in der Stadt mit Panzern beschossen.

Arafat warf Israel vor, die heiligen Stätten des Islams und des Christentums nicht zu respektieren. "Heute haben sie in Bethlehem die Geburtskirche umstellt und sie haben viele andere Kirchen und Moscheen angegriffen", sagte er in einem Telefoninterview dem arabischen Nachrichtensender El Dschasira. Er appellierte an die Welt, deswegen gegen Israel vorzugehen.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

EU-Außenpolitik-Koordinator für Generationswechsel in Nahost

Mi.04.03.02 - Der Nahost-Konflikt ließe sich nach Einschätzung des Koordinators der EU-Außenpolitik, Javier Solana, möglicherweise einfacher lösen, wenn bei Israelis und Palästinensern eine neue Generation von Politikern die Macht übernähme.

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon und Palästinenser- Präsident Jassir Arafat seien schon zu lange mit dem Konflikt befasst, sagte Solana am Dienstag im spanischen Rundfunk. "Ich wünsche ihnen nichts Böses, aber es erschiene mir nicht schlecht, wenn sie anderen Leuten erlauben würden, in dem Konflikt die Führung zu übernehmen." Neue Generationen könnten sich auf beiden Seiten um die Lösung des Konflikts bemühen, sagte Solana.

Diese Äußerungen zeigten die Unfähigkeit der Europäischen Union (EU), in der Region etwas zu bewirken, sagte der Leiter der palästinensischen Generaldelegation in Deutschland, Abdallah Frangi, dem Nachrichtensender n-tv. "Sie laufen vor der Verantwortung weg."

"Der Druck muss aus den USA kommen", sagte der schwedische Ministerpräsident Göran Persson. "Die EU hat keine Machtwerkzeuge mit Biss, und Russland ist in diesem Kontext machtlos."
 
 

(Quellen: ap, dpa, rtr)

 
 

Update: 04.04.02 --------------------------------------------------------------------------------

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Bush stellt sich auf die Seite Israels

Do.04.04.02 - US-Präsident George W. Bush hat öffentlich das Recht Israels auf Selbstverteidigung bekräftigt.

Kritische Worte an der Militäroffensive im Westjordanland fehlten in der Erklärung von Bushs Sprecher Ari Fleischer gänzlich. "Nach der Serie von Selbstmordattentaten respektiert er (Bush) Israels Recht, sich zu verteidigen", sagte Fleischer. Mehrere arabische Staaten hatten Bush dazu aufgerufen, die israelische Regierung zu einem Truppenrückzug aus den palästinensischen Gebieten zu zwingen.

Ägypten hat am Mittwoch seine Regierungskontakte zu Israel abgebrochen, will aber die diplomatischen Beziehungen aufrechterhalten. "Die Kontakte zwischen den Regierung wurden unterbrochen", sagte ein ranghoher Vertreter der Regierung in Kairo. „Die diplomatischen Kanäle bleiben offen."

Das US-Außenministerium forderte Ägypten und Israel derweil zur Aufrechterhaltung "engstmöglicher Kontakte" auf. Eine Außenamtssprecherin sagte in Washington, die Regierung halte eine enge Verbindung zwischen Kairo und der israelischen Regierung für "lebenswichtig für den Frieden in Nahost".

Präsident Husni Mubarak hat Bush vor gefährlichen politischen Konsequenzen der "unzivilisierten israelischen Kampagne" für die gesamte Nahost-Region gewarnt. Wie die Kairoer Tageszeitungen am Mittwoch berichteten, übermittelte Mubarak dem amerikanischen Präsidenten eine "persönliche und dringende Botschaft", in der er ihn an die Verantwortung der USA für den Frieden im Nahen Osten erinnerte. Ägypten ist neben Jordanien das einzige arabische Land, das einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen hat, und spielt eine wichtige Vermittlerrolle im Nahost-Konflikt.

Die EU will mit einem diplomatischen Vorstoß im Nahen Osten auf den Rückzug der israelischen Streitkräfte aus den Palästinenserstädten dringen. Darauf verständigten sich die EU- Außenminister nach Beratungen in Luxemburg. Unklar ist noch, welche Repräsentanten die EU entsenden will und ob diese auch Palästinenserpräsident Jassir Arafat treffen können. Dies hänge von der Antwort der israelischen Regierung ab, sagte der spanische Außenminister Josep Piqué als EU-Ratspräsident nach der Sitzung.

Piqué und der Beauftragte für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU, Javier Solana, betonten, dass die EU Arafat ebenso sprechen wolle wie den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon. Die Möglichkeit eines Treffens mit Arafat sei jedoch keine Vorbedingung. Von den Gesprächspartnern hänge es aber ab, wer die EU vertreten werde. Als denkbar gilt eine Reise Solanas oder Piqués. "Wir werden jedenfalls vor Ort sein", sagte Solana.

Angesichts der dramatischen Lage im Nahen Osten haben Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der EU-Ratsvorsitzende José Maria Aznar auf ein sofortiges Ende der Gewalt gedrängt. Schröder forderte einen Waffenstillstand und den Rückzug der israelischen Truppen aus den Palästinenser-Gebieten.

EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hat die amerikanischen Vermittlungsversuche in Nahost für gescheitert erklärt. Angesichts der Gefahr eines großen Regionalkriegs "brauchen wir eine neue Vermittlung", sagte Prodi. Er deutete an, dass an der neuen Vermittlungsmission neben den USA auch die EU, die Vereinten Nationen, Russland sowie gemäßigte arabische Staaten, Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde beteiligt werden sollten.

Der französische Premierminister Lionel Jospin hat bereits - "im eigenen Namen" - die Entsendung einer internationalen Beobachter-Truppe in den Nahen Osten vorgeschlagen. Diese Truppe könnte die Beachtung der UN-Entschließung 1402 erleichtern, sagte Jospin am Mittwoch in Paris. In der Resolution 1402 vom 30. März hatte der Weltsicherheitsrat unter anderem einen sofortigen israelischen Rückzug aus den besetzten Palästinenserstädten gefordert.

Unterdessen hat US-Außenminister Colin Powell die Möglichkeit angedeutet, auf seiner bevorstehenden Europareise mit arabischen und israelischen Politikern zusammenzutreffen, um über die Lage in Nahost zu beraten. Eine Entscheidung hänge von der Entwicklung der nächsten Tage ab, sagte Powell in Washington. Powell äußerte die Hoffnung, dass die Nahostkrise das Verhältnis mit den Europäern nicht belasten werde. Es sei wichtig, weiterhin eng zusammenzuarbeiten, betonte er. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hatte zuvor eine internationale Nahostkonferenz verlangt, da die bisherigen Bemühungen der USA gescheitert seien.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Israel weitet Militäroperation im Westjordanland erneut aus

Do.04.04.02 - Die israelische Armee hat in der Nacht zum Donnerstag ihre Militäroperation im Westjordanland erneut ausgeweitet und auch die Palästinenserstadt Nablus besetzt.

Mit dem Einmarsch in Nablus hat Israel die am vergangenen Freitag begonnene Wiederbesetzung der autonomen Gebiete im Westjordanland nahezu abgeschlossen. Mehr als hundert Panzer seien in die Stadt eingedrungen, berichtete der israelische Rundfunk. Während des Einmarsches hätten sie mit ihren Kanonen ins Stadtgebiet gefeuert. Lediglich die Städte Hebron und Jericho im Süden und Osten des Westjordanlandes sind noch nicht von israelischen Truppen besetzt.

Angesichts der zunehmenden Grenzverletzungen durch die libanesische Hisbollah-Miliz an der Nordgrenze Israels ist das israelische Sicherheitskabinett am späten Mittwochabend zu einer Sondersitzung zusammengetreten. Hisbollah-Extremisten hatten am Dienstag und Mittwoch Mörsergranaten und Panzerabwehrraketen in das zwischen beiden Ländern umstrittene Gebiet im Grenzdreieck zu Syrien geschossen. Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser machte deutlich, dass Israel nicht an einer Eskalation der Lage gelegen sei. "Wir haben kein Interesse daran, eine neue Front zu eröffnen", meinte der Minister mit Blick auf Israels Offensive im Westjordanland. Israel könne die Provokationen jedoch auch nicht einfach hinnehmen.

Syrien hat am Mittwoch mit der Verlegung seiner im Libanon stationierten Truppen in die Nähe der syrischen Grenze begonnen.Augenzeugen berichteten, über einhundert Lastwagen, besetzt mit syrischen Soldaten, seien aus dem Westen in Richtung Bekaa-Tal an der Grenze zu Syrien gefahren. Diplomaten werteten den Schritt als Zeichen dafür, dass die syrische Regierung einer Konfrontation mit Israel aus.

Israel hatte am Dienstag die Vereinten Nationen (UNO) aufgefordert, Syrien und den Libanon zu drängen, die radikal-islamische libanesische Organisation Hisbollah an Angriffen auf Israel zu hindern. Die Aggressionen von Seiten der Hisbollah könnten "alarmierende Folgen für die Stabilität in der Region" haben, erklärte der israelische Außenminister Schimon Peres.

Die Außenminister der Europäischen Union einigten sich am Mittwochabend bei einer Sondersitzung in Luxemburg, mit einer neuen diplomatischen Initiative auf einen Rückzug der israelischen Truppen aus den Palästinensergebieten zu dringen. Unterdessen hat US-Außenminister Colin Powell die Möglichkeit angedeutet, auf seiner bevorstehenden Europareise mit arabischen und israelischen Politikern zusammenzutreffen, um über die Lage in Nahost zu beraten. Eine Entscheidung hänge von der Entwicklung der nächsten Tage ab, sagte Powell in Washington. Powell äußerte die Hoffnung, dass die Nahostkrise das Verhältnis mit den Europäern nicht belasten werde. Es sei wichtig, weiterhin eng zusammenzuarbeiten, betonte er. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hatte zuvor eine internationale Nahostkonferenz verlangt, da die bisherigen Bemühungen der USA gescheitert seien.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Vatikan wirft Israel "Vernichtung" der Palästinenser vor

Do.04.04.02 - Der Vatikan hat das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser scharf kritisiert und diplomatische Schritte als Reaktion auf die Kämpfe in Bethlehem unternommen. Das Heilige Land sei täglich das "Opfer einer Aggression, die zur Vernichtung werde". Das schrieb die offizielle vatikanische Tageszeitung "L'Osservatore Romano". Der vatikanische Außenminister, Erzbischof Jean-Louis Tauran, hat indes die Botschafter Israels und der USA beim Heiligen Stuhl einbestellt.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Junge Palästinenser bereit zu weiteren Selbstmordanschlägen

Do.04.04.02 - Immer mehr junge Palästinenser sind Experten zufolge zu Selbstmordanschlägen bereit, nicht zuletzt wegen der israelischen Offensive in den Palästinensergebieten, mit der Israel weitere Anschläge verhindern will.

Vor Monaten hat der palästinensische Psychologe Fadel Abu Heen im Gaza-Streifen 1000 zufällig ausgewählte junge Palästinenser befragt. Rund 70 Prozent hätten den starken Wunsch gehabt, als Märtyrer für die palästinensische Sache zu sterben, sagte Abu Heen am Mittwoch: "Ich bin überzeugt, dass das Ergebnis 100 Prozent wäre, wenn ich die Umfrage jetzt wiederholen würde."

Radikal-islamische Gruppen sprechen von einem Ansturm potenzieller Selbstmordattentäter. "Sie eifern darum, wer erster sein darf", sagte Abdel-Asis el Rantissi, ein ranghoher Führer der radikalen Hamas, die sich zu zahlreichen Anschlägen in Israel bekannt hat. Die Extremisten betrachten die Selbstmordattentäter als ihre effektivste Waffe gegen die israelischen Panzer, Kampfhubschrauber und Kriegsflugzeuge.

Der israelische Politikexperte Josef Alpher hält Israels Politik der Härte indes für kontraproduktiv. Sie schaffe neuen Ansporn für Terroristen, sagte er. "Besetzung, Belagerung, Inhaftierungen und Tod tragen nur zu dem Phänomen des Märtyrertods bei", ergänzte Psychologe Abu Heen. "Wir reden von jungen Männern und Frauen, die den Tod ihrer Anführer vor Augen haben, die zusehen wie Kampfflugzeuge ihre Institutionen zerstören und ihre Soldaten töten."

Die palästinensischen Selbstmordattentäter seien nicht depressiv oder verzweifelt wie gewöhnliche Selbstmörder, sagte der Psychologe. "Meine Untersuchung hat gezeigt, dass die freiwilligen Märtyrer die erfolgreichsten und glücklichsten Familienmitglieder sind." Die 16-jährige Attentäterin, die sich in Jerusalem in die Luft sprengte, sei eine gute Schülerin und eine glückliche Jugendliche gewesen, sagte Abu Heen. "Sie hat aber entschieden, dass das Leben anderer Menschen ihres Volkes wichtiger war."

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Konfliktforscher: "Wir befinden uns an der Schwelle zum Krieg"

Im Nahen Osten sprengt sich nahezu täglich ein palästinensischer Selbstmordattentäter in die Luft. Israel reagiert mit immer brutaleren Vergeltungsschlägen. Der Konfliktforscher Nicolas Schwank sieht derzeit kein Mittel, die Selbstmordattentäter zu stoppen. In einem SPIEGEL-ONLINE-Interview warnt der Wissenschaftler am Heidelberger Institut für Konfliktforschung vor der Gefahr eines Volksaufstands der Palästinenser: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,189923,00.html
 
 

(Quellen: ap, dpa, rtr, spiegel, faz, taz)

 
 

Update: 05.04.02 --------------------------------------------------------------------------------

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Überraschende Kehrtwende in der amerikanischen Nahost-Politik

Fr.05.04.02 - Unter dem Trommelfeuer internationaler Kritik hat US-Präsident George W. Bush eine spektakuläre Kehrtwende im Nahen Osten gemacht. Er gab die Bedingung auf, erst nach dem Ende der Gewalt politische Lösungsgespräche zu führen, und erteilte seinem Außenminister Colin Powell den Marschbefehl in die "Höhle des Löwen". In der kommenden Woche soll Powell vor Ort zwischen Israelis und Palästinensern vermitteln. Deutlich forderte der Präsident auch die Israelis auf, mit dem Rückzug ihrer Truppen aus den palästinensischen Gebieten zu beginnen, die Belagerung Jassir Arafats zu beenden und nicht jeden Palästinenser wie einen Terroristen zu behandeln.

Damit setzte sich US-Präsident George W. Bush erstmals auffällig von dem umstrittenen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon ab. Und die Zeit, in der er im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bill Clington vorsichtige politische Distanz zum Blutvergießen im Nahen Osten hielt, ist ebenfalls vorüber.

Nach Beginn der Belagerung Arafats in Ramallah hatte Bush, wenn auch mit einiger Verspätung, demonstrativ Unterstützung für die israelische Reaktion auf die Serie der Selbstmordanschläge geäußert. Maßgeblich wurde er dabei von dem Argument Israels und der "Falken" im eigenen Lager beeinflusst, dass sein Kampf gegen den Terrorismus unglaubwürdig würde, wenn er für die Aktionen der palästinensischen Extremisten auch nur ansatzweise Verständnis zeige. Das erfreute Regierungsmitglieder wie Vizepräsident Richard Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ebenso wie die starke pro- israelische Lobby in den USA, empörte aber die Amerikaner arabischer Abstammung.

Risse in der Regierung zeigten sich allerdings schon früh. Die Diplomaten um Außenminister Powell unterfütterten die harsche Rhetorik des Weißen Hauses mit Erklärungen, die stärker die Interessen der Palästinenser berücksichtigten. 90 Minuten lang sprach Powell mit Vertretern der arabischen Lobby. Jetzt scheint sich die Waage zu Gunsten der flexibleren Linie des Außenministers zu senken. Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice sei zu der Einsicht gekommen, dass der Konflikt mit militärischen Mitteln allein nicht zu lösen sei und ein politischer Rahmen für Verhandlungen gefunden werden müsse, heißt es. Das sagt auch Powell: "Die Palästinenser müssen erkennen, dass es einen politischen Prozess gibt, der schnell zu einem palästinensischen Staat führt, nicht nur einen Waffenstillstands- und Sicherheits-Prozess."

Die scharfen Reaktionen im Nahen Osten auf die ursprüngliche Linie hatten das Weiße Haus bereits vorher dazu veranlasst, Arafat von dem Vorwurf freizusprechen, er sei bloß ein normaler Terrorist. Das wurde vielfach als Spagat betrachtet, denn die Al-Aksa-Brigaden von Arafats Fatah-Bewegung stehen auf der Liste der terroristischen Organisationen. Doch Präsidentensprecher Ari Fleischer insistierte: Arafat sei offen für Friedensgespräche und daher nicht mit den Anstiftern des Terrors in Syrien, Iran oder im Irak gleichzusetzen.

Außerdem drohte die Gefahr, dass Washington die Initiative im Nahen Osten entglitt. Als EU-Kommissionspräsident Romano Prodi die bisherigen Vermittlungen für gescheitert erklärte und gemeinsame internationale Bemühungen verlangte, handelte er sich eine schroffe Ablehnung Powells ein. Die Zeit sei nicht reif für eine internationale Nahostkonferenz, bevor "wir wissen, welchem Zweck diese Konferenz dienen würde".

Kurz nach der Bush-Rede gab Israel die Erlaubnis für einen Besuch von US-Vermittler Anthony Zinni bei dem seit einer Woche belagerten Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat in Ramallah. Dies habe Ministerpräsident Ariel Scharon entschieden, sagte ein Regierungssprecher. Der Besuch Zinnis bei Arafat wäre dessen erster direkter Kontakt mit einem ausländischen Diplomaten seit israelische Soldaten am Freitag vergangener Woche in den Amtssitz Arafats in Ramallah im Westjordanland eingedrungen waren. Eine EU-Delegation um den spanischen Außenminister Josep Pique und den EU-Außenpolitik-Koordinator Javier Solana beendete ihre eintägige Nahost-Reise, ohne dass Israel einen Besuch bei Arafat erlaubt hätte.

Das israelische Kabinett beschloss, Arafat weiter in Ramallah isoliert zu halten. Nach Spekulationen, Arafat solle ins Exil geschickt werden, sagte Scharon in Jerusalem: "Die Entscheidung lautet, dass er bleibt, wo er ist, und dass er isoliert wird." Israel werde seine Militäreinsätze in den Palästinenser-Gebieten fortsetzen. Es werde ohne "eine vollständige Beendigung des Terrors, der Feindseligkeiten und der Hetze" keine Friedensverhandlungen mit den Palästinensern geben. In einer von der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA verbreiteten Erklärung lobte Arafat den "Widerstand der Palästinenser gegen die israelische Aggression".
 

°
 

Wortlaut der Nahost-Erklärung von US-Präsident Bush:
http://de.news.yahoo.com/020404/3/2pnw6.html
 
 

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Weltsicherheitsrat verlangt von Israel unverzüglichen Abzug

Fr.05.04.02 - Der Weltsicherheitsrat hat von Israel erneut den sofortigen Abzug seiner Armee aus den besetzten Palästinenserstädten verlangt. In einer am Donnerstagabend (Ortszeit) einstimmig verabschiedeten Resolution wird die "unverzügliche Erfüllung" der Resolution 1402 "verlangt", in der das höchste UN-Gremium bereits am vergangenen Samstag den Abzug gefordert hatte. Der Sicherheitsrat zeigte sich "zutiefst besorgt über die weitere Verschärfung der Situation vor Ort und dass seiner Resolution 1402 bisher nicht Folge geleistet wurde".

Gleichzeitig begrüßte der Sicherheitsrat die geplante Nahostreise von US-Außenminister Colin Powell. Seine und die Bemühungen der Sonderbeauftragten der USA, Russlands, der EU und der UN, "einen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden in die Region zu bringen", wurden gelobt.

Israels UN-Botschafter Jehuda Lancry bezeichnete Powells Reise als "klare Demonstration für den Willen der USA, der Gewalt im Nahen Osten ein Ende zu bereiten". Lancry versprach, Israel werde den Worten von US-Präsident George W. Bush "sorgfältige Aufmerksamkeit" schenken und die Situation neu beleuchten. Dazu gehöre auch der Abzug israelischer Truppen aus palästinensischen Städten, sagte Lancry.

UN-Generalsekretär Kofi Annan redete Israel ins Gewissen, nicht jedes Vorgehen mit dem Recht auf Selbstverteidigung zu entschuldigen. Israel müsse verstehen, dass es mit seinen Reaktionen auf Terrorakte internationales Recht einhalten müsse und keine Menschenrechts- und humanitäre Krise erzeugen könne. Palästinenserführer "Arafat ins Exil zu zwingen, wäre unbesonnen", sagte Annan, und würde nur mehr Gewalt und Chaos erzeugen.

Der amtierende Präsident des Sicherheitsrates, Sergej Lawrow (Russland), hob die syrische Stimme bei der Abstimmung "mit großer Zufriedenheit" hervor. Syrien, das einzige arabische Land unter den 15 Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat, war bei den beiden zuvor verabschiedeten Nahostresolutionen der Abstimmung ferngeblieben.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Israelische Armee-Offensive wird weiter fortgesetzt

Fr.05.04.02 - Ungeachtet der Forderung von US-Präsident George W. Bush nach einem Abzug Israels aus den Palästinensergebieten setzt Isreael seine Militär-Offensive im Westjordanland fort. Bei dem weiteren Vorrücken der Armee wurden am Donnerstag palästinensischen Sanitätern zufolge mindestens sieben Palästinenser getötet. In Hebron rückten zahlreiche Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Militärjeeps von Süden her in die Stadt vor, wie Augenzeugen berichteten. Sie seien von vier Kampfhubschraubern unterstützt worden. Ein Armeesprecher sagte, er habe keine Informationen über einen Einmarsch in Hebron.

In der Nacht waren israelische Panzer in Nablus eingedrungen, die mit über 180.000 Einwohnern größte palästinensische Stadt im Westjordanland. Augenzeugen zufolge traf die Armee dabei auf heftigen Widerstand bewaffneter Palästinenser. Aus Dschenin berichteten Augenzeugen von heftigen Straßenkämpfen und israelischen Hubschrauberbeschuss.

In Bethlehem verschanzten sich weiter etwa 200 Palästinenser in der Geburtskirche Jesu. Israelische Soldaten drangen nach Darstellung eines Mönches in die Kirche ein und lieferten sich Gefechte mit den dorthin geflüchteten Palästinensern. Die Armee wies dies zurück. Eine Reuters-Korrespondentin rund 500 Meter von der Kirche entfernt hörte Maschinengewehrschüsse und eine Explosion, konnte aber nicht sehen, was geschah. Auf dem Gelände halten sich auch etwa 40 Mönche und Nonnen auf.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Bei Israels Offensive gerät die Pressefreiheit unter die Räder

Fr.05.04.02 - Bei der Regierung in Jerusalem läuten seit Tagen die Alarmglocken in höchster Lautstärke. Durch die Offensive seiner Armee im Westjordanland sieht sich Israel an den internationalen Pranger gestellt.

Die Bilder der Zerstörung, die Israels Panzer in den besetzten Städten anrichten, die Berichte von Grausamkeiten, haben die Weltöffentlichkeit schockiert. "Statt der Bilder von Selbstmordopfern sehen wir Naheinstellungen von Jassir Arafat im Kerzenlicht", klagte Außenminister Schimon Peres.

Die Armee reagierte prompt. Zwei Tage nach der Besetzung Ramallahs erklärte sie die Stadt zum "geschlossenen Militärgebiet", zu dem Journalisten keinen Zutritt haben. Die dort anwesenden Reporter und Fotografen mussten die Stadt verlassen; andere, wie das Team des US- Senders CBS wurden ausgewiesen, einem Kamerateam aus Abu Dhabi wurde die Akkreditierung entzogen, und auch den US-Sendern CNN und NBC droht der Rauswurf.

Am Donnerstag teilte der Armeesprecher mit, dass auch alle anderen besetzten Städte und praktisch das ganze Territorium der Autonomiebehörde für Journalisten tabu seien. Alle Proteste der Auslandspressevereinigung in Israel halfen nicht. Dennoch dürfte die Armeeführung kaum verhindern können, dass die Offensive weiter die Titelseiten der Weltpresse füllt. Doch die Informationen, die die eingeschlossenen palästinensischen Informanten nach außen weitergeben, sind nun nicht mehr überprüfbar. Und die Armee bestreitet fast immer deren Wahrheitsgehalt.

Zwar sagte die Armee nach zahlreichen Berichten über grobes Fehlverhalten und schwere Menschenrechtsverletzungen von Soldaten an Palästinensern stets die sorgfältige Prüfung der Zwischenfälle zu, doch nur in wenigen Fälle wurden bisher Soldaten disziplinarisch bestraft.

Die israelischen Medien, deren Reporter nicht selten als Reserve- Offiziere neben der Arbeit auch aktiven Dienst tun, sind bei der Berichterstattung in einer noch heikleren Lage als die Auslandspresse: Die Regierung hat israelischen Zivilisten das Betreten der Palästinensergebiete aus Sicherheitsgründen verboten. "Die Soldaten sind deshalb zu ihren Augen geworden, und dies erklärt den riesigen Unterschied zwischen dem, was man bei uns oder im Ausland sehen kann", klagte der Journalist Aviv Lavie in der Tageszeitung "Haaretz". Israels nicht-kommerzielle TV-Sender und Radiostationen wiederum verstehen sich als "staatstragend". Nur selten wird das Wort der Armee angezweifelt. Geführt werden sie von Vertrauensleuten des Ministerpräsidenten Ariel Scharon, der die Direktion der Sender kürzlich austauschte.

* * *

Es herrscht Funkstille auf UKW 90,7 kHz. "Saut Filistin", die "Stimme Palästinas", schweigt. "Die Zensur palästinensischer Medien durch Israel demonstriert die Ohnmacht gegenüber antiisraelischer Propaganda", schreibt die "tageszeitung".
Mehr unter:

http://www.taz.de/pt/2002/04/05/a0143.nf/text.name,askGyYYC9.n,0
 
 

Journalisten im Krieg: Presse unerwünscht?
"Junge Welt"-Interview mit Ulrike Märcks-Franzen vom ver.di-Fachbereich 8, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union dju

http://www.jungewelt.de/2002/04-05/014.php
 
 

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Israels Friedensbewegung ist innerlich zerrissen

Fr.05.04.02 - Die letzte große Friedensdemonstration, die sich in Israel vielen ins Gedächtnis eingeprägt hat, endete mit tödlichen Schüssen. Hunderttausend Menschen hatten sich im November 1995 in Tel Aviv versammelt und Friedenslieder gesungen, allen voran der damalige Ministerpräsident Izchak Rabin. Als er von der Bühne ging, streckte ihn ein jüdischer Extremist nieder. Mit dem Attentat schwand auch der Einfluss der Friedensaktivisten. Nur noch wenige hundert Menschen bringt die damals bekannteste Bewegung "Peace Now" ("Frieden jetzt") heute gewöhnlich noch auf die Straße.

Besonders seit einigen Wochen fühlen sich Gemäßigte auf beiden Seiten machtlos zwischen den Mühlen der Gewalt. "Die Leute sind in einem inneren Konflikt zerrissen", beschreibt es die Mitgründerin von "Peace Now", Janet Aviad. Sie lehnten den Einmarsch israelischer Truppen in das Westjordanland ab, gleichzeitig verspürten sie Abscheu gegenüber den Selbstmord-Anschlägen radikaler Palästinenser, bei denen über Ostern fast täglich Zivilisten - Juden wie Araber - ums Leben kamen. "Die meisten Menschen haben resigniert", meint die Soziologin. Sie seien tief enttäuscht von Ministerpräsident Ariel Scharon und Palästinenserpräsident Jassir Arafat.

Der Ökonomie-Professor Arie Arnon von "Peace Now" meint: "Gemäßigte Juden und Araber werden an den Rand gedrängt." Auf der Straße pöbelten Passanten Friedensaktivisten an und beschimpften sie als Verräter. "Der Ton wird rauer."

Das bekommt auch die Jüdin Liora Lopian (25) zu spüren. "Viele meiner Bekannten glauben, ich bin verrückt." Doch Patriotismus sei jetzt fehl am Platz, beharrt sie. "Das ist genau der Moment, seine eigene Regierung zu kritisieren. Es ist Zeit, nein zu sagen." An einem Checkpoint vor Ramallah suchte sie zusammen mit Arabern und Ausländern Deckung vor Tränengas-Bomben der israelischen Armee. Mit Schlagstöcken wurden die Demonstranten auseinander getrieben, die Lastwagen mit Lebensmitteln und Medikamenten zu den eingeschlossenen Palästinensern nach Ramallah begleiten wollten. Nur die Lieferungen wurden schließlich durchgelassen.

Lopian gehört zur jungen arabisch-israelischen Friedensbewegung "Taajusch" ("Zusammen leben"), die den "Marsch gegen den Krieg" vor Ramallah mitorganisiert hat. Nach langer Zeit sind wieder mehrere tausend Demonstranten zusammen gekommen. Unter ihnen steht etwas verloren Uri Avneri, der ergraute Schriftsteller und Gründer des "Friedensblocks" ("Gush Schalom") mit einem selbst gebastelten Schild, das die israelische und palästinensische Fahne vereint. "Scharon hat geholfen, Rabin zu töten", sagt er ruhig in die Mikrofone. "Jetzt will Scharon den Palästinensern das Rückgrat brechen, um ihre Gebiete wieder vollständig zu besetzen."

Nach einem erneuten Hagel von Tränengas-Bomben schnappt Latif Dori von der säkularen Meretz-Partei nach Luft und wettert: "Wenn die Israelis uns hier zusammen schlagen, was tun sie dann erst mit den Palästinensern in Ramallah?" Der Jude aus Tel Aviv beschimpft Scharon als Kriegsverbrecher. "Wenn wir ihn nicht stoppen, reißt er die gesamte Region in den Krieg."
 
 

Seit der neuerlichen Besetzung der palästinensischen Gebiete organisierten verschiedene israelische Friedens- und Menschenrechtsgruppen täglich Antikriegsaktionen. Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2002/04-04/004.php
 
 

(Quellen: ap, dpa, rtr, jw)

 
 

Update: 05./06./07./08.04.02 --------------------------------------------------------------------------------

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Israelischer Armeechef: 200 Palästinenser und 12 Soldaten getötet

Sa..06.04. / So.07.04. / Mo.08.04.02 - Israelische Soldaten haben nach dem Einmarsch der Armee in sieben palästinensische Städte im Westjordanland nach eigenen Angaben 200 Palästinenser getötet und 1500 verletzt. Dies teilte der israelische Generalstabschef Schaul Mofas am Sonntag dem Kabinett in Jerusalem mit.

Mofas' Zahlen sind etwa doppelt so hoch, wie die offiziellen Angaben des palästinensischen Roten Halbmonds. Nach diesen Angaben starben seit Beginn der Armeeoffensive 98 Palästinenser. Bei den Gefechten zwischen beiden Seiten wurden nach offiziellen Armeeangaben zwölf israelische Soldaten getötet und 143 verwundet.

Nach Angaben des Roten Halbmonds wurden im Monat März 234 Palästinenser in der Folge der eskalierenden Gewalt zwischen beiden Seiten getötet. Insgesamt kamen seit Beginn des Aufstands vor mehr als 18 Monaten 1355 Palästinenser und 427 Israelis ums Leben.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Massendemonstrationen für und gegen Israel

Sa..06.04. / So.07.04. / Mo.08.04.02 - In Frankreich fanden am Sonntag Demonstrationen gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Israel statt. Insgesamt waren zehntausende Menschen dem Aufruf des Rates der jüdischen Institutionen Frankreichs (CRIF), darunter auch in Toulouse, Lyon und Straßburg. Angesichts einer Serie von Anschlägen gegen jüdische Einrichtungen forderten mehrere Vereinigungen und Parteien, darunter die Grünen und die Kommunistische Partei, ein Ende aller rassistischen Gewalt in Frankreich.

Die größte Kundgebung gab es in Paris mit über 50000 Menschen. Die Teilnehmer trugen israelische Fahnen und Spruchbänder mit der Aufschrift "Gegen den Terrorismus".

Am Samstag hatten mehrere zehntausend Menschen in ganz Frankreich an Solidaritätskundgebungen für die Palästinenser teilgenommen. Seit dem Einmarsch der israelischen Armee in palästinensische Autonomiegebiete hat es in Frankreich wiederholt Anschläge auf jüdische Einrichtungen und Synagogen gegeben.

Weltweit demonstrierten Hunderttausende Menschen gegen die israelische Offensive in den palästinensischen Autonomiegebieten. Zur größten Demonstration kam es in der syrischen Hauptstadt Damaskus, wo etwa eine Million Menschen auf der Straße waren. In der marokkanischen Hauptstadt Rabat, wo Powell erwartet wird, demonstrierten nach Polizeiangaben ebenfalls rund eine Million Menschen. Am Wochenende fanden auch in deutschen Großstädten Demonstrationen statt. Mehrere tausend Palästinenser und Sympathisanten kamen in Dortmund, Bonn und Berlin zusammen.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Sicherheitsrat bezeichnet Israels Vorgehen als inakzeptabel

So.07.04./Mo.08.04.02 - Der Weltsicherheitsrat hat Israels Militäroperationen in den Palästinensergebieten als "nicht akzeptabel" bezeichnet und erneut einen "unverzüglichen" Truppenabzug verlangt. Die Dringlichkeitssitzung am Sonntag (Ortszeit) in New York war auf Antrag der Arabischen Liga vor dem Hintergrund der daramtischen Lage in den palästinensischen Flüchtlingslagern in Dschenin und Nablus einberufen worden.

Ungeachtet Aufforderung des Sicherheitsrates und des amerikanischen Drängens sowie aller europäischen Regierungen machte Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser am Sonntag deutlich, dass die Truppen nicht sofort abgezogen würden.

In der Nacht zum Montag griffen israelische Kampfhubschrauber das Lager in Dschenin erneut an. Augenzeugen berichteten dem arabischen Nachrichtensender El Dschasira, israelische Soldaten hätten zuvor über Lautsprecher die Erstürmung des Lagers angekündigt und die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser und die Moschee zu verlassen. Nach dem die Palästinenser dies abgelehnt hätten, habe der Angriff nach Mitternacht begonnen.

Unterdessen hat die britische Regierung scharfe Kritik an der Haltung des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon geübt. Mit seiner Weigerung, der Forderung von US-Präsident George W. Bush nach einem sofortigen Abzug der Armee aus den Palästinensergebieten nachzukommen, setze Scharon "eine Serie schrecklicher Fehler" fort, sagte der Staatssekretär im Londoner Außenministerium, Ben Bradshaw, am Sonntagabend dem BBC-Radio.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Internationale Organisationen werfen Israel schwere Menschenrechtsverletzungen vor

So.07.04./Mo.08.04.02 - Internationale Organisationen warfen Israel am Sonntag schwere Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten vor, in denen derzeit noch immer 500000 Menschen ohne Wasser und oft ohne Strom in ihren Häusern ausharren müssen. Die Menschenrechtler berichteten von Exekutionen, Folter, Plünderungen, sowie gezielten Behinderungen von Sanitätern und Journalisten durch israelische Soldaten. Allerdings räumten ihre Sprecher in Jerusalem ein, dass wegen der schwierigen Informationlage einige Berichte noch nicht abschließend hätten geprüft werden können. "Wir haben Berichte von außergerichtlichen Exekutionen", sagte Marc Neuman von Amnesty International. Zudem seien mehrere und glaubhafte Beobachtungen von Plünderungen bekannt geworden. Ein Armeesprecher bestritt die Vorwürfe.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Arafats Tage als US-Gesprächspartner könnten gezählt sein

So.07.04./Mo.08.04.02 - Beobachter in Washington sehen Anzeichen, dass die Regierung den Verhandlungsveteranen, der unter Bush-Vorgänger Bill Clinton zu den häufigsten Besuchern im Weißen Haus gehörte, fallen lassen könnte. An diesem Wochenende erfuhr Palästinenserpräsident Jassir Arafat, was Bush wirklich denkt: "Er versagt in seiner Führungsrolle und lässt sein Volk im Stich."

Arafat habe sich sein Vertrauen nie verdient, weil er die erwartete Leistung nicht erbracht habe, beschied Bush in Texas. In seiner Nahost-Rede hatte Bush am Donnerstag die wachsende Distanz zu Arafat schon anklingen lassen. "Wenn Israel sich zurückzieht, müssen verantwortungsbewusste palästinensische Führer und Israels arabische Nachbarn vortreten und der Welt zeigen, dass sie wirklich auf der Seite des Friedens stehen", sagte Bush. "Ich erwarte bessere Führungsqualitäten und ich erwarte Ergebnisse."

Ob Außenminister Colin Powell bei seiner Nahost-Tour in den nächsten Tagen auch einen Stopp bei Arafat in seinem belagerten Hauptquartier im Ramallah einlegen wird, ist ungewiss. "Es gibt keine Pläne für ein Treffen mit Arafat", sagte Präsidentensprecher Ari Fleischer am Freitag klar.

"Es gibt andere palästinensische Anführer, mit denen wir sprechen können", sagte ein ranghoher Außenamtsvertreter. "Arafat ist nicht der einzige, mit dem wir Kontakt halten." Die Suche nach neuen palästinensischen Gesprächspartnern ist eine Sache, doch elegant an Arafat vorbei zu verhandeln dürfte schwierig sein. "Es ist einfach nicht praktikabel, so zu tun, als sei er nicht mehr da, wenn er in Wirklichkeit dort sitzt und das palästinensische Volk zu ihm aufschaut", meint der Beamte.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Gewalt im Nahen Osten ruiniert die Wirtschaft auf beiden Seiten

Mo.08.07.02 - Schon in «normalen» Zeiten kostet der Palästinenser-Aufstand die Region nach israelischen Medienangaben bis zu eine Millionen Euro täglich. Die Einberufung von 20000 Reservisten saugt zusätzlich zwei Millionen Euro am Tag aus Israels Wirtschaft, wie das Nationale Versicherungs-Instituts ausrechnete. Soldaten-Lohn und Ausrüstung belasten den Fiskus mit weiteren zwei Millionen Euro täglich. Auf palästinensischer Seite ist das Wirtschaftsleben seit dem Einmarsch der israelischen Truppen praktisch zusammengebrochen.

"Der gegenwärtige Konflikt bringt die israelische Wirtschaft in sehr ernste Probleme", sagt Arie Arnon, Ökonomie-Professor an der Ben Gurion Universität in Beerschewa. "Die Stagnation der israelischen Wirtschaft, gar eine Rezession, wird nicht aufhören, wenn der Konflikt nicht endet." Die Firmen investierten nicht mehr. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr von rund 8,5 Prozent auf mehr als 10 Prozent gestiegen. Der Schekel setzt seine Talfahrt gegenüber dem Dollar fort, und während der täglichen Selbstmord- Anschläge über Ostern stürzte der Aktienindex an der Tel Aviver Börse um 6,2 Prozent ab, so stark wie seit anderthalb Jahren nicht mehr.

Auch die Touristen bleiben fern. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Ausländer, die Israel besuchen, auf ein Viertel geschrumpft, teilte der Gastronomie-Verband mit.

Langfristig sei der Schaden noch viel größer, meint Arnon. "Israel wird für die Palästinenser-Gebiete ein Wiederaufbau-Programm in großem Stil auf die Beine stellen müssen." Die Autonomie-Behörde, die für drei Millionen Palästinenser verantwortlich ist, existiert faktisch nicht mehr. Eine Million Palästinenser leben von Gehältern des öffentlichen Dienstes und sind derzeit praktisch ohne Einkommen. Wegen der kriegsähnlichen Zustände können die meisten Palästinenser ihrem Gewerbe nicht mehr nachgehen. Die Gewalt hat auch den Handel zwischen Israelis und Arabern im Westjordanland abgeschnitten

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Schriftsteller Ralph Giordano wirft deutscher Presse "nahezu geschlossene anti- israelische Haltung" vor

Mo.08.07.02 - Der Schriftsteller Ralph Giordano warf der deutschen Presse bei der Behandlung der Nahost-Krise "eine nahezu geschlossene anti- israelische Haltung» vor. Der "Mitteldeutschen Zeitung" sagte er, die Deutschen versuchten, sich von ihrem "ungeheuren Schulddruck aus der Nazi-Zeit" dadurch zu befreien, dass sie Israel Fehler vorhielten. Wären die Deutschen in einer ähnlichen Lage wie die Israelis, würden sie nach Ansicht Giordanos nach dem starken Mann und der Todesstrafe rufen.
 
 

(Quellen: dpa, ap, rtr)

 
 

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Link-Empfehlungen zum Thema Israel-Palästina

Dossier zum Nahostkonflikt [spiegel]
Aktuelle Berichterstattung sowie umfassende Themenübersicht zu Hintergrundinformationen:
http://www.spiegel.de/politik/0,1518,k-729,00.html

Nachrichten-Ticker der israelischen Tageszeitung "haArez"
Aktuelle Agentur- und Pressemeldungen zum Nahost-Konflikt. Außerdem israelisches Radio- und TV:
http://hagalil.de/nahost-politik/

Naher Osten, Israel/Palästina
Chronologie des "Friedensprozesses" sowie eine aktualisierte und kommentierte Link-Liste von israelischen und palästinensischen Organisationen nebst Zeitungen.
http://www.friedenskooperative.de/themen/isra-000.htm

Israel /Palästina - Geschichte, Konflikte, Kriege
Aktueller Informationsdienst des IZ Sozialwissenschaften:
http://www.social-science-gesis.de/Information/Themen/FOKUSplus/
Israel/Geschichte.htm

 
 


[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   


  zur Übersicht


 

PicoSearch

| Nachrichtenticker |

 | kunst&kult | philosophie | wissenschaft | gesellschaft | diverses | öko | medien | links

| home | home(no frame) |

B.O.A.-Künstlerkooperative
Gabelsbergerstr.17, D-80333 München, Telefon/Fax : 089- 280621,
boa-kuenstlerkooperative@t-online.de


FastCounter by bCentral