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Di. 30.04.2002      

Schlechte Güteraustausch-Verhältnisse

Entwicklungsländer profitieren nur begrenzt vom Welthandelssystem

Stärkere Marktöffnung reicht nicht aus, um Ungleichgewichte
in der Welt zu beseitigen

Unctad-Bericht: Stark gestiegener Anteil der Entwicklungsländer am weltweiten
     Exportgeschäft hat sich nicht in einem entsprechenden Wohlstands- und
     Einkommenszuwachs niedergeschlagen. In den Entwicklungsländern muss den
     einheimischen und regionalen Wachstumskräften mehr Beachtung geschenkt
     werden, um die Abhängigkeit vom Außenhandel zu verringern.
Trade and Development Report 2002
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Bedürfnisse der Entwicklungsländer stärker beachten

Di.30.04.02 - "Die Entwicklungsländer sind sehr viel stärker als früher eingebunden in die weltweite Arbeitsteilung", sagte der Unctad- Wirtschaftsexperte Heiner Flassbeck am Montag in Berlin bei Vorlage des Jahresberichts seiner Organisation. Allerdings sei die Vorstellung irrig, das führe automatisch zu stärkeren Zuwächsen bei Einkommen und Wohlstand. Im Übrigen bedeute die stärkere Einbindung in die Weltwirtschaft größere Abhängigkeiten von der Entwicklung der internationalen Wirtschaft. Aktuell sei es daher gerade auch für die Entwicklungsländer wichtig, dass die großen Industrieländer eine expansivere Geld- und Finanzpolitik betrieben und damit die Nachfrage anregten.

Bei der Gestaltung eines multilateralen Handelssystems müsse den Interessen und Bedürfnissen der Entwicklungsländer verstärkt Rechnung getragen werden, hieß es im Unctad-Bericht. Eine stärkere Marktöffnung allein reiche als Konzept nicht aus, um Ungleichgewichte in der Welt zu beseitigen.

Mit einer Wachstumsrate von 11,3 Prozent im Jahr seit Anfang der 80er Jahre sind die Exporte der Entwicklungsländer wertmäßig schneller gewachsen als die Güterexperte aller Länder mit einem Plus von 8,4 Prozent. Ihr Anteil an den Weltexporten von Industriegütern mit hohe Technologiegehalt stieg von 1980 bis 1998 um zehn Prozentpunkte auf 30,2 Prozent. Dahinter steht laut Flassbeck aber, dass viele Entwicklungsländer auf Grund ihrer Lohnkostenvorteile im Zuge der weltweiten Arbeitsteilung Produktionslinien in bestimmten High-Tech-Bereichen übernommen haben - etwa in der Chip-Produktion - ohne dass dies als Ausweis für einen generell höheren Entwicklungsstand gelten könne oder dass dies zu entsprechenden Wohlstandsgewinnen geführt habe.

"Der Gewinn eines Landes aus seiner Integration in das Welthandelssystem hängt von Angebot und Nachfrage bei den Gütern ab, die es exportiert und importiert", hieß es in dem Unctad- Bericht. Hier lägen aber auch Risiken. Dadurch, dass immer mehr Länder auf die Weltmärkte drängten, könne dort der Preis für bestimmte Güter gedrückt werden. Sind die Exporte ihrerseits stark von Importen abhängig, bestehe eine zweite Risikoflanke. Auch die Güter-Austauschverhältnisse ("Terms of Trade") hätten sich für viele Entwicklungsländer verschlechtert.

Um den Entwicklungsländer stärker zu helfen, sollten die Industrieländer nach Unctad-Darstellung ihr eigenes Wachstum stärker fördern. Entwicklungsländer mit mittlerem Einkommen sollten leichter Zugang zu Technologien und Finanzierungshilfen von internationalen Finanzinstitutionen erhalten. Schließlich sollten in den Ländern selbst den einheimischen und regionalen Wachstumskräften mehr Beachtung geschenkt werden, um die Abhängigkeit vom Außenhandel Schritt für Schritt zu verringern.
 

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UN-Organisation für Handel und Entwicklung (Unctad):
http://www.unctad.org/

Trade and Development Report 2002 (Highlights):
http://www.unctad.org/en/pub/ps1tdr02.en.htm

Trade and Development Report 2002 (Full report, Pdf-Datei, 3.2MB):
http://www.unctad.org/en/docs/tdr02.en.pdf
 
 

(Quellen:rtr, unctad)

 
 

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