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Di. 07.05.2002      

"Finden, fixieren, fighten, fertig machen war die Devise"

Deutsche Soldaten an Operation in Afghanistan beteiligt
Verteidigungsministeriums in Berlin bestätigt einen entsprechenden Bericht des Magazins "Stern".

Offizier der US-"Special Operations Forces": "Deutsche waren von Anfang an hier"
Erzählerin und Dramatikerin Elfriede Jelinek: Es gibt Konstallationen wo man auch
     militärisch Partei ergreifen müsse.
Deutschland hat Flottenkommando am Horn von Afrika übernommen.
Britische, US- und afghanische Soldaten setzen Operationen gegen die im Osten
     und Südosten Afghanistans vermuteten Taliban- und El-Kaida-Kämpfer fort.
     US-geführte Truppen in Afghanistan mit Raketen beschossen. 30 Menschen bei
     mutmaßlichem US-Angriff in Afghanistan verletzt.
UNO warnt vor Hungersnot in Afghanistan.
Bundeskanzler Schröder reist mit Wirtschaftsmanagern und Beckenbauer nach
     Kabul. Der Besuch soll eine eher symbolische Wirkung haben. Zusage weiterer
     Finanzhilfen nicht geplant.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Von Anfang an mit dabei

Di.07.05.02 - Deutsche Soldaten waren in Afghanistan im März an der Operation Anaconda beteiligt. Bis zu 100 deutsche Spezialkräfte hätten am Kampf gegen den Terror teilgenommen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin und bestätigte damit einen Bericht des Magazins "Stern". Zu Details wollte der Sprecher sich allerdings nicht äußern. Zur Sicherstellung der Operation und zum Schutz der Soldaten sei höchste Geheimhaltung angesagt.

Deutsche KSK-Soldaten nahmen in Afghanistan auch Kämpfer der al-Qaeda fest. Ein Sergeant der 10. US-Gebirgsjäger-Division bestätigte gegenüber Reportern des Hamburger Magazins "Stern": "Die deutschen Special Forces haben etliche al-Qeda-Krieger gefangen genommen und an uns übergeben." Die deutschen Spezialkräfte operieren von einem US-Luftwaffenstützpunkt bei Kandahar aus, wo das Stern-Team über siebzig KSK-Angehörige ermittelte.

Bestätigt wurden Anwesenheit und Einsatz der Deutschen von US-Soldaten, die im Gegensatz zu der KSK über die Kampfeinsätze gegenüber stern-Redakteuren sprachen. "Deutsche waren von Anfang an hier, schon als unsere Marines weiter südlich Camp Rhino aufgebaut hatten", berichtete ein Offizier der US-"Special Operations Forces". Seitdem, so der US-Offizier weiter, "machten sie einen verdammt guten Job, sehr zuverlässig, sehr professionell".

Offenbar hat es bei der Operation Anaconda unter den Deutschen keine Verluste gegeben. "Keine Toten, keine Verwundeten - was nicht heißt, dass sie nicht beteiligt waren", bestätigte Colonel Joe Smith, Stabschef der Alliierten in Afghanistan. "Alle Koalitionstruppen", so sagte Smith weiter, "waren darauf aus, al-Qaeda zu eliminieren. Finden, fixieren, fighten, fertig machen war die Devise. Hunderte Feinde wurden getötet." Allerdings gebe es eine Sprachregelung: "Nur die Regierungen dürfen zu Einsätzen ihrer Spezialkräfte Stellung nehmen. Das ist Politik."


Deutsche KSK-Truppe in Afghanistan gerät in gefährliche Nähe zu Kriegsverbrechen
Dies gibt der Völkerrechtler Norman Paech zu bedenken.
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Elfriede Jelinek für Einsatz gegen Taliban in Afghanistan

Di.07.05.02 - Kunst kann nach Ansicht der österreichischen Erzählerin und Dramatikerin Elfriede Jelinek die politischen Geschehnisse nicht beeinflussen. "Mit Kunst kann man gar nichts erreichen", sagte Jelinek in einem dpa-Gespräch. Auch das Theater sei zur politischen Aufklärung der Menschen nur bedingt geeignet. "Ich glaube nicht, dass man mit Sprache heute noch jemanden erschrecken könnte. Leider glaube ich aber auch nicht, dass man damit aufklären kann", meinte Jelinek. Die Autorin erhält am Donnerstag am Rande des 39. Berliner Theatertreffens den mit 16000 Euro dotierten Berliner Theaterpreis.

Nach Ansicht der Dramatikerin gibt es politische Konstellationen, in denen man Partei ergreifen müsse - "und zwar entschieden und auch militärisch". "Sonst wäre ja Deutschland bis heute vielleicht noch ein Nazi-Land", sagte Jelinek. Sie sprach sich für eine differenzierte Betrachtung von militärischen Einsätzen aus. "Ich bin zum Beispiel für den Einsatz gegen die Taliban in Afghanistan, und ich glaube auch, dass er langfristig dem Land, vor allem den Frauen dort, etwas Befreiendes bringen wird, soweit das überhaupt möglich ist."

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Deutsche Befehlsübernahme am Horn von Afrika.

Di.07.05.02 - Die deutsche Marine hat am Sonntag im internationalen Anti-Terror-Einsatz am Horn von Afrika das Flottenkommando übernommen. Wie das Verteidigungsministerium am Sonntag in Berlin mitteilte, erhielt der deutsche Flottillenadmiral Gottfried Hoch die Führung über den von fünf Nationen gestellten Einsatzverband. Er ist Teil der Operation "Enduring Freedom" (Dauerhafte Freiheit).

Bislang hatten die USA den Befehl über den Marineverband. Die Deutschen wollen das Kommando spätestens zum 30. Oktober wieder abgeben.

Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hatte die Entscheidung am Dienstag nach Gesprächen in den USA bekannt gegeben. Nach Auskunft seines Hauses sind derzeit etwa 1400 Bundeswehrsoldaten vor der Nordostküste Afrikas im Einsatz. Für die deutsche Führung werde weder zusätzliches Personal noch Material gebraucht, teilte das Ministerium am Sonntag mit.

Als "Logistikbasis" werde weiterhin der Hafen von Dschibuti benutzt. Die drei eingesetzten Fregatten der deutschen Marine blieben vorerst im Seegebiet am Horn von Afrika. Der Einsatzgruppenversorger "Berlin" und das Flottendienstboot "Alster" seien auf dem Weg dorthin. Fünf Schnellboote und ihr Tender würden in ihren Heimathafen Rostock-Warnemünde zurückkehren.

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Suche nach Taliban- oder El-Kaida-Kämpfern ohne Erfolg

Di.07.05.02 - US-amerikanische und afghanische Soldaten sind in der Nacht zum Montag im Osten Afghanistans mit Raketen beschossen worden. Ein US-Militärsprecher erklärte, es habe keine Verluste gegeben.

US-Militärsprecher Major Bryan Hilferty sagte auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram bei Kabul, in dem selben Gebiet um die Stadt Chost hätten die Truppen Munition sicher gestellt. Raketen sowie Munition für Granatwerfer und Maschinengewehre füllten vier Lastwagen.

Hilferty sagte, die beiden großen Operationen gegen die im Osten und Südosten moslemischen Extremisten Osama bin Laden seien fortgesetzt worden. Bislang habe man aber noch keine gefunden. Nach Angaben des britischen Militärsprechers, Oberstleutnant Paul Harradine, durchkämmten die von den Briten geführten alliierten Truppen eine Region mit 3300 Meter hohen Bergen im Osten Afghanistans. Dort sei ein versteckter Stützpunkt gefunden worden, der offenbar erst kürzlich eingerichtet worden aber unbewohnt gewesen sei.

Die "New York Times" (Montagsausgabe) berichtete unter Berufung auf hohe Kreise des US-Verteidigungsministeriums, die verbliebenden Widerstandsnester der Taliban- und El-Kaida- Kämpfer sollten jetzt durch schnell wechselnde Einsätze und mit vermehrter Aufklärung ausfindig gemacht werden. Auch sei die Kooperation mit Pakistan in eine neue Phase getreten, um den Druck auf die militanten Islamisten zu erhöhen.

Im Nordosten Afghanistans sind nach Angaben der afghanischen Nachrichtenagentur AIP bei einem Raketenangriff 30 Zivilisten verletzt worden. Bewohner eines Dorfes in der Provinz Kunar machen die USA für den Angriff verantwortlich, da vor dem Einschlag der Rakete ein Aufklärungsflugzeug beobachtet worden sei Ziel des Angriffs könnte das frühere Hauptquartier des Milizenführers Kashmir Khan gewesen sein.

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Neun Millionen Afghanen auf Lebensmittelhilfe dringend angewiesen

Di.07.05.02 - Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat am Donnerstag vor einer Hungersnot in Afghanistan gewarnt. Das WFP forderte die Staatengemeinschaft auf, Hilfen in Höhe von 28 Millionen Dollar zur Verfügung zu stehen, um die Not abzuwenden.

Etwa neun Millionen Afghanen - rund 40 Prozent der Bevölkerung - seien auf Lebensmittelhilfen dringend angewiesen, erklärte die Organisation. Die Hilfen seien notwendig, da die Vorräte vor dem Beginn der Erntezeit im Juli zu Ende gingen. Ohne zusätzliche Mittel könne es dazu kommen, dass das WFP seine Hilfe im Juni fast komplett einstellen müsse.

Dürrezeiten in den vergangenen drei Jahren haben dazu geführt, dass mehr als eine Million Afghanen ihre angestammten Gebiete verlassen mussten. Zehntausende Tiere und hunderte Menschen kamen in Folge der Trockenheit ums Leben. Die Wirtschaft des Landes liegt nach den Jahren des Bürgerkrieges am Boden. Im Norden des Landes ist die Ernte durch eine Heuschreckenplage bedroht.

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Kanzler-Besuch in Afghanistan soll eher von symbolischer Wirkung sein

Di.07.05.02 - Als Signal der Ermunterung für den Friedens- und Wiederaufbauprozess in Afghanistan besucht Bundeskanzler Gerhard Schröder am Donnerstag mit zehn Wirtschaftsmanagern und Franz Beckenbauer Kabul.

Die Wirtschaftsdelegation besteht aus Vorstandsmitgliedern unter anderem von Siemens, DaimlerChrysler, Braun Melsungen und der Sandra Pabst AG. Das Engagement der deutschen Wirtschaft in Afghanistan stecke wegen der Finanzierungsprobleme noch in den Anfängen, hieß es in Berlin. Bereiche der Wirtschaftshilfe sind unter anderem der Straßenbau, Telekommunikation und die Stromversorgung.

Der Besuch gut einen Monat vor Zusammentreten der traditionellen Stammesversammlung Loja Dschirga solle eine eher symbolische Wirkung haben, verlautete am Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin. Die Zusage weiterer Finanzhilfen an Afghanistan sei bislang nicht geplant.

Während der eintägigen Visite in Kabul trifft der Kanzler den Übergangsregierungschef Hamid Karsai und stattet dem aus dem jahrzehntelangen Exil in Rom zurückgekehrten früheren König Sahir Schah einen Höflichkeitsbesuch ab. Außerdem besucht Schröder das deutsche Feldlager und führt Gespräche mit dem britischen Kommandeur der internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF), John McColl, und dem Kommandeur des deutsch geführten Kontingents, General Carl- Hubertus von Butler.

Schröder trifft außerdem den UN-Sondergesandten Lakdhar Brahimi und besucht die von Deutschland unterstützte Polizeiakademie, eine Mädchenschule und ein Zentrum für Minenräumung.

Der Kanzler wird neben dem Vize-Präsidenten des Deutschen Fußballbundes (DFB), Beckenbauer, auch vom Intendanten der Deutschen Welle, Erik Bettermann, begleitet. Die Deutsche Welle will mit dem afghanischen Fernsehen kooperieren. Der Besuch Beckenbauers solle vor allem eine aufmunternde Wirkung für die afghanische Jugend haben, hieß es.
 
 

(Quellen: stern, dpa, ap, rtr)

 
 

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