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Di. 28.05.2002      

Schlechte Aussichten für Rüstungskonversion

Weltweit stehen die Zeichen auf Aufrüstung

Wissenschaftler vom Internationalen Konversionszentrum Bonn warnen: Auf die "Friedensdividende" der 90-er Jahre scheine nun eine "Terrordividende" zu folgen, so die Experten in Bonn. Globale Militärausgaben werden bei etwa 960 Milliarden Euro liegen.

Während US-Präsident Bush anlässlich seines jüngsten Deutschland-Besuches seine Partner aufgefordert hat, "Kapazitäten und Budgets den neuen Bedrohungen anzupassen", ist die weltweite Aufrüstung bereits in vollem Gange.
     
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Neue Aufrüstungsspirale

Di.28.05.02 - Weltweit ist eine neue Aufrüstungsrunde in vollem Gange. Zu diesem Ergebnis kommt das Jahrbuch 2002 des Internationalen Konversionszentrums Bonn (BICC). Auf die "Friedensdividende" der 90-ziger Jahre scheine nun eine "Terrordividende" zu folgen, so die Experten in Bonn. Vor allem die USA hätten die Militärausgaben massiv erhöht. Mit 353 Milliarden US-Dollar werden die USA in diesem Jahr zwölf Mal so viel ausgeben wie Deutschland mit knapp 30 Milliarden Dollar.

Im Jahr 2002 hätten die weltweiten Militärausgaben das Niveau von 1992 wieder erreicht, so ein BICC-Experte. Bleibe es bei diesem Aufwärtstrend, "wird im Jahr 2010 der historische Höchstwert des Kalten Krieges von 1987 überschritten werden".

Die globalen Militärausgaben werden laut Bericht in diesem Jahr bei rund 960 Milliarden Euro liegen, 4 bis 5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Schon vor den Terroranschlägen des 11. September 2001 auf die USA sei in den Vereinigten Staaten eine neue Aufrüstungsrunde eingeläutet worden, heißt es in dem BICC-Bericht "Conversion Survey 2002". US-Präsident George W. Bush habe eine Erhöhung des Verteidigungsetats von 310 Milliarden US-Dollar im Jahr 2001 auf 353 Milliarden Dollar für 2002 durchgesetzt. Damit geben die USA in diesem Jahr mehr als 9-mal so viel aus wie Frankreich, Großbritannien und China mit jeweils unter 40 Milliarden Dollar und 12-mal so viel wie Deutschland mit knapp 30 Milliarden Dollar.

Die Ereignisse des 11. September haben den Trend drastisch verstärkt. Dem BBC-Bericht zufolge wurden dem Pentagon für das Finanzjahr 2002 zehn Milliarden Dollar zusätzlich bewilligt mit der Aussicht auf weitere Mittel, sollten die Kosten des "Krieges gegen den Terror" dies erfordern. Für das folgende Haushaltsjahr 2003 beschloss die US-Regierung im Februar 2002 nochmals eine deutliche Zulage. Der US-amerikanische Verteidigungshaushalt soll auf 396 Milliarden Dollar gesteigert werden. In der gleichzeitig beschlossenen mittelfristigen Fünfjahresplanung 2003 bis 2007 sind Ausgaben von insgesamt 2,1 Billionen Dollar vorgesehen. Geplanter Endwert 2007: 469 Milliarden Dollar.

Militärische Mittel zur Terrorismusbekämpfung seien nicht ausreichend, heißt es in dem BICC-Bericht. Sie könnten die Ursachen wie Armut und ungelöste Konflikte nicht beseitigen. "Ein wachsendes militärisches Engagement (...) und Militäraktionen gegen vermutete Handlanger des Terrorismus können sogar völlig unerwünschte Wirkungen haben und neue Terrorangriffe provozieren."

Mehr Informationen zum Conversion Survey 2002 unter: http://www.bicc.de/info/pubrel/releases/pe_jahrbuch_2002.html

Conversion Survey 2002
Global Disarmament, Demilitarization and Demobilization:

http://www.bicc.de/general/survey2002/content.html

Internationales Konversionszentrum Bonn (BICC)
http://www.bicc.de
 
 

(Quellen: dpa, bicc)

 
 

"Es wird seit dem 11. September viel davon gesprochen, daß Europa seine militärischen Aufwendungen angesichts des größer werdenden waffentechnologischen Vorsprungs der USA erheblich steigern muß. Selbst wenn Europa in diese Falle laufen sollte, dann bedeutet es für die verbliebene Rüstungsindustrie keineswegs einen deutlichen Auftragsschub, denn die militärische Nachfrage würde sich ändern und vor allem Informations- und Kommunikationssysteme betreffen. Während die USA sich gegenwärtig auf einem Weg befinden, auf dem politische Probleme mit militärischen Mitteln bearbeitet werden, sollte sich Europa aus wohlverstandenem Eigeninteresse davor hüten, den USA auf diesem Weg zu folgen. Europa ist wirtschaftlich auf internationale Kooperation angewiesen und muß daher vor allem nach politischen Lösungen für Konflikte suchen."

Friedensforscher Peter Lock (European Association for Transformation eV, ) in
"Historische Erfahrungen - Rüstungskonversion zwischen Ideologie und Realität":

http://www.peter-lock.de/texte/frieden.html

 
 


Friedensdividende: Durch Vermeidung bewaffneter Konflikte sowie durch Abrüstung erzielte Kostenersparnis

Die Friedensdividende: Enttäuschte Hoffnungen?

Der Rückgang der weltweiten Militärausgaben um mehr als 30 Prozent zwischen 1987 und 1994 setzte enorme finanzielle Mittel für die zivile Verwendung frei. Schnell kamen Hoffnungen auf eine direkte Friedensdividende für nachhaltige und soziale Entwicklung auf, die fast genauso schnell enttäuscht wurden: Eine direkte Umwidmung von Militärausgaben – etwa hin zu Sozialausgaben oder Entwicklungshilfe – ist nicht passiert... Weiter unter: www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/wf-97/9720302m.htm
 
 


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