B.O.A.-NACHRICHTEN
 last update: boa München, Mo.30.09.2002 - 14:00 
  [ Übersicht ] [ Ticker ] [ Medien-Termine ] [ Medien-Nachrichten ]
 

.
  zur Übersicht
Mo. 30.09.2002      

Kurznachrichten | Nachrichtendienste

"Frustrierend"

IWF- und Weltbanktagung: Trübe Aussicht für die Weltkonjunktur

Keine Entschuldung für die ärmsten Länder. Zu den wenigen Beschlüssen der Tagung gehört der Auftrag an den IWF, ein neues Insolvenz-Recht für hoch verschuldete Staaten auszuarbeiten. IWF-Chef Köhler gab indirekt zu, die von ihm geleitete multilaterale Institution habe in der Vergangenheit Krisen verschärft. Anläßlich der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington haben am Wochenende Zehntausende Globalisierungskritiker gegen die Politik der beiden Finanzinstitutionen und der "reichen" Staaten demonstriert.

Stockende Weltkonjunktur und ungewisse ökonomische Aussichten haben
     der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und
     Weltbank ihre Stempel aufgedrückt.

Zehntausende Globalisierungskritiker demonstrieren gegen die Politik
     von Weltbank, IWF und der "reichen" Staaten

IWF-Chef Köhler plädiert für stärkere Lenkung der Globalisierung.
     
 

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

 
 
 
 
 
 
 
 
 

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Trübe Aussicht

Mo.30.09.02 - Die stockende Konjunktur und ungewisse ökonomische Aussichten haben der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank ihre Stempel aufgedrückt. Nach Ansicht von IWF-Direktor Horst Köhler bleiben die Perspektiven durch eine "ungewöhnliche Unsicherheit" verhangen. Zwar sei eine schnellere Erholung als erwartet denkbar, dominierend aber blieben die Risiken. Sollte es etwa zu einem weiteren Anstieg des Ölpreises in Folge einer Zuspitzung der Lage in Nahost kommen, werde dies ernsthafte Auswirkungen auf die globalen Aktivitäten haben, warnte Köhler. Dadurch würden andere Risikofaktoren für die Weltkonjunktur verstärkt. Bundesfinanzminister Hans Eichel sagte: "Es gibt zur Zeit kein rechtes Zukunftsvertrauen, das ist das fundamentale Problem."

Wie zuvor schon die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben größten Volkswirtschaften (G 7) mahnt der Lenkungsausschuss weitere Strukturreformen in den Industrieländern an. So wird von Europa erwartet, die Arbeitsmärkte zu reformieren. Japan müsse den Bankensektor sanieren. Von den USA wird eine verbesserte Unternehmensaufsicht angemahnt, nachdem Buchführungsskandale das Vertrauen der Anleger schwer erschüttert haben. Hierzu hatten bereits die G-7-Finanzminister im Vorfeld des Treffens abgestimmte Anstrengungen angekündigt. Über das umstrittene Thema Irak oder gar mögliche Kriegsfolgen äußerten sie sich indessen nicht gemeinsam.

Zu den wenigen Beschlüssen gehört der Auftrag an den IWF, ein neues Insolvenz-Recht für hoch verschuldete Staaten auszuarbeiten. IWF-Chef Köhler und der britische Finanzminister Gordon Brown hatten sich dafür eingesetzt. Die USA gaben ihren passiven Widerstand dagegen schon im Vorfeld auf. Privatbanken haben sich mehrfach gegen derartige Pläne mit dem Argument ausgesprochen, solch ein Kodex könne Regierungen zu unverantwortlichem Verhalten verleiten. Bis zur Frühjahrstagung im April soll nun geklärt werden, unter welchen Umständen hoffnungslos überschuldete Staaten sich per Bankrotterklärung Luft verschaffen dürfen.

Köhler gab zudem indirekt zu, die von ihm geleitete multilaterale Institution habe in der Vergangenheit Krisen verschärft. Wörtlich sagte er: "Der Fonds will die soziale und politische Realität, die die Wirtschaftspolitik beeinflusst, stärker berücksichtigen." Absehbare Folgen von Kreditauflagen würden künftig strenger geprüft.

Kaum Bewegung gab es bei der Entschuldung der ärmsten Länder. Entgegen den Hoffnungen der Weltbank und zahlreicher zivilgesellschaftlicher Organisationen konnte die gegenwärtige Finanzierungslücke (bis zu eine Milliarde Dollar) nur zur Hälfte geschlossen werden. Deutschland ist laut Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul bereit, 100 Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen. Die USA hätten 230 Millionen Dollar zugesagt, Großbritannien 95 Millionen. Darüber hinaus hätten alle Geberländer ihre grundsätzliche Bereitschaft erneuert, das fehlende Geld bald aufzubringen.

Weltbank-Präsident James Wolfensohn nannte die Diskussion "frustrierend", gab sich aber zuversichtlich, dass die Mittel zusammenkämen. Die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam sprach in einer Erklärung von "werbewirksamer Flickschusterei". Das Geld reiche nicht, um die betroffenen Staaten zu entlasten, und sei überdies schon mehrfach versprochen worden. Bislang wurde 26 Ländern ein Schuldenerlass in Aussicht gestellt. Lediglich sechs Staaten haben dieses Ziel schon erreicht.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

Protest gegen IWF, Weltbank und "reiche" Staaten.

Mo. 30.09.02 - Anläßlich der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington haben am Wochenende Zehntausende Globalisierungskritiker gegen die Politik der beiden Finanzinstitutionen und der "reichen" Staaten demonstriert. Die US-Hauptstadt glich einer Festung. 3200 Polizisten gingen mit demonstrativer Härte gegen die zumeist jungen Leute vor. Diese hatten sich am Sonnabend im Zentrum Washingtons zu Konzerten und Kundgebungen versammelt und marschierten dann in Protestzügen zu den benachbarten Hauptquartieren von IWF und Weltbank. Die Demonstranten beschuldigten IWF und Weltbank, die Entwicklungs- und Schwellenländer zugunsten der Industriestaaten zu benachteiligen und für soziale Grausamkeiten in den armen Ländern verantwortlich zu sein. Bereits am Freitag war es anläßlich eines Treffens der sieben führenden Industriestaaten zu Demonstrationen gekommen. Dabei waren 649 Menschen festgenommen worden.

°

[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   

IWF-Chef Köhler plädiert für stärkere Lenkung der Globalisierung.

Gegenüber einer Runde deutscher Journalisten sagte Köhler, man müsse die Globalisierung stärker gestalten, "sodass sie zum Nutzen aller ausfällt und nicht vorwiegend die Menschen in den reichen Ländern davon profitieren. Sonst läuft die ganze Globalisierung gegen die Wand."

Mehr unter:
http://www.taz.de/pt/2002/09/28/a0083.nf/text.name,askKRbKYc.n,0
 
 

(Quellen: fr, jw,sz, taz)

 
 

Kurznachrichten | Nachrichtendienste
 
 


[ zurück ]   [ Ticker ]   [ nach oben ]   


  zur Übersicht


 

PicoSearch

| Nachrichtenticker |

 | kunst&kult | philosophie | wissenschaft | gesellschaft | diverses | öko | medien | links

| home | home(no frame) |

B.O.A.-Künstlerkooperative
Gabelsbergerstr.17, D-80333 München, Telefon/Fax : 089- 280621,
boa-kuenstlerkooperative@t-online.de


FastCounter by bCentral