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"Arbeiter in USA verstrahlt"
In 14 Atomwaffenfabriken überdurchschnittlich
häufige Erkrankungen an
Krebs
| Die US-Regierung
hat erstmals eingeräumt, dass Arbeiter in Atomwaffenfabriken auf Grund
erhöhter Strahlung und gefährlichen Chemikalien überdurchschnittlich
häufig an verschiedenen Krebsarten erkrankten.
Nach einem Bericht der "New
York Times" wurden unter 600 000 Arbeitern, die seit Ende des 2. Weltkriegs
in 14 Atomwaffenfabriken arbeiteten, 22 Arten von Krebserkrankungen entdeckt,
darunter Leukämie, Prostata-, Nieren- und Lungenkrebs. Grundlage waren
Gesundheitsberichte, die von Ende der vierziger bis in die sechziger Jahre
angelegt wurden. Das endgültige Ergebnis der Studie wird voraussichtlich
im März vorliegen. 1|
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Nachkontrolle
Tokaimura: Noch
mehr Verstrahlte bei Japans Atomunfall
| Bei
dem schweren Unfall in der japanischen Atomanlage Tokaimura ( 30.09.99
) sind viel mehr Menschen verstrahlt worden als bislang zugegeben.
Das Ministerium für
Wissenschaft und Technik in Tokio teilte mit, insgesamt seien 439 Menschen
verstrahlt worden. Zuletzt hatte die Regierung von 126 Opfern gesprochen.
Das Wissenschaftsministerium
teilte auch mit, die Anwohner von Tokaimura würden jährlich untersucht
und bekämen psychologischen Rat.
Der Unfall in Tokaimura
war der schwerste Unfall seit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im
Jahr 1986. 2|
Hintergrund-Informationen
zum Atomunfall in Tokaimura
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Wegen gesundheitlicher
Risiken:
Ärzte fordern
sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie
| Die
Ausstiegsdebatte beschränke sich zu sehr auf wirtschaftliche Fragen
und vernachlässige die gesundheitliche Risikoabschätzung.
Die Internationalen Ärzte
für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) forderten wegen gesundheitlicher
Gefahren den sofortigen Atomausstieg. Bei dem Kongress der IPPNW in Kassel
im Januar, verwies Alfred Körblein vom Umweltinstitut München
(http://www.umweltinstitut.org)
auf erhöhte Krebsraten bei Kindern unter 15 Jahren im Nahbereich von
Atomkraftwerken. Körblein und der Bremer Epidemiologe Wolfgang Hoffmann
kamen nach Neuauswertung einer Studie des Mainzer Instituts für Medizinische
Statistik und Dokumentation (ISDM) aus dem Jahre 1997 zum Ergebnis, dass
alleine an den bayerischen AKW-Standorten Gundremmingen, Isar und Grafenrheinfeld,
im 15-km Umkreis eine deutlich signifikante Erhöhung der Krebsrate
um 35 Prozent bei Kindern unter 15 Jahren festgestellt werden kann.
Das Mainzer Institut hatte damals, in seiner im Auftrag der damaligen
Umweltministerin Angelika Merkel erstellten Studie, keinen auffälligen
Befund in der Umgebung von kerntechnischen Anlagen festgestellt, was
den Münchner Professor Roland Scholz, Mitglied der Expertenkomission
zur Leukämiehäufung um das AKW Krümmel, veranlasste, den
Mainzer Kollegen "eine Verdünnung kritischer Daten durch statistische
Tricks" vorzuwerfen. So seien zum Beispiel auch Miniforschungsreaktoren
in die Studie mit einbezogen worden.
Der Mediziner Rainer Stephan
aus Itzehoe sagte auf dem IPPNW-Kongress:"Einen wirksamen Katastrophenschutz
kann es nicht geben". Bei einem Störfall wären in Deutschland
drei bis sechs Millionen Menschen betroffen, gab der Strahlenbiologe Edmund
Lengfelder zu bedenken. Die Evakuierungsgrenze von zehn Kilometern sei
"lächerlich", da in Tschernobyl Orte in 400 Kilometern Entfernung
evakuiert werden mussten.
Die Ergebnisse der Neuauswertung
der ISDM-Daten hat Alfred Körblein vom Umweltinstitut München
zusammen mit Wolfgang Hoffmann (Epidemiologe aus Bremen) in der Fachzeitschrift
"Medicine and Global Survival" vom August 1999 veröffentlicht. Im
Internet ist die Arbeit unter http://mars.healthnet.org/MGS/MGSV6N1Korblein.html
zu finden. 3|
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(quellen:
1| ap,afp,fr 30.01.00 - 2| afp 01.02.0 0 - 3| taz,ap, umweltinstitut
münchen 24.01.00) |
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