| . | ..Erst das Tier, nun der Mensch | |||
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23.02./02.03.2000
Patent zur Manipulation menschlicher Embryonen |
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Auf Antrag der Universität Edinburgh hat das Europäische Patentamt (EPA) in München ein Patent vergeben, das die gentechnische Manipulation menschlicher Embryonen mit einschliesst. Unter dem Aktenzeichen EP
695351 hat die Universität Edinburgh durch das Europäische Patentamt
in München ein Patent erteilt bekommen, das auch gentechnisch manipulierte
Menschen mit einschliesst. Ein Lizenz-Vertrag mit dem Zentrum für
Genomforschung der Universität Edinburgh ermöglicht es dem australischen
Unternehmen Stern Cell Sciences (SCS), das Patent zu verwerten. Das Life
Science-Unternehmen hat sich auf die Züchtung menschlicher Stammzellen
spezialisiert. Das Unternehmen züchtet sogenannte Stammzellen im Reagenzglas.
Dabei handelt es sich um Zellen von Embryonen, die sich theoretisch zu
jedem erdenklichen Organ entwickeln können. SCS arbeitet eng mit der
US-Firma Bio Transplant zusammen, die einen Kooperationsvertrag mit dem
Pharmakonzern Novartis geschlossen hat.
Jenseits der Frage, ob die Patentinhaber tatsächlich an der Züchtung gentechnisch veränderter Menschen arbeiten, ist die Erteilung des Patents EP 695 351 durch das EPA ein handfester Skandal, den Greenpeace am 21. Februar ans Tageslicht brachte. Das Amt verstösst gegen deutsches und europäisches Patentrecht. Nach Bekanntgabe der Greenpeace-Recherchen räumte EPA-Sprecher Rainer Osterwälder ein, dass dem Patenamt ein "schwerer Fehler" unterlaufen sei. Drei Prüfer hätten das Patent offenbar "aus Versehen" erlassen. Da die Behörde ein erteiltes Patent nicht von sich aus wieder zurücknehmen kann, wirbt nun Greenpeace um Unterstützung für einen Sammeleinspruch. Auch die Bundes-Junstizministerin Däubler-Gmelin kündigte einen Einspruch ihres Ministeriums an. boa München, 23.02.2000 (quellen: ap,
afp, greenpeace, sz, fr, br2)
"Zivilisationshistorische
Fußnote":
Wenn das Europäische Patentamt ein Verfahren zur Gen-Manipulation menschlicher Stammzellen und Embryonen geschützt habe, so sei dies in der europäischen Wissenschaftskultur angelegt, meint der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk. Schon im fünfzehnten Jahrhundert hätten die Anatomen "den Körper nicht mehr als Tempel des Heiligen Geistes", sondern als Maschine angesehen, "die in Teile zerlegbar ist". Nach dieser Auffassung seien Gene lediglich eine Art von Eiweißschreibmaschine und für Maschinen könne man Patente vergeben. Grundsätzliche Einwände gegen diese "logische Fortsetzung unserer Zivilisationsgeschichte" äußerte Sloterdijk nicht. Wenn sich die bestehende "Monsterfurcht" und die Sorge um eine neue "Gensklaverei" ausräumen ließe, könne man mit größerer Ruhe auf die Entwicklung der Gentechnik schauen und zu einem "wohltemperierten Kompromiss" kommen. boa München, 02.03.2000 (quelle: faz v.24.02.00)
Das Europäische
Patentamt (EPA)
Europäisches Patentamt torpetiert
Einsprüche bei Gentechnik
boa München, 02.03.2000 (quellen: fr, dpa, greenpeace v. 29.02.2000)
Britische Schriftstellerin will ihre
Gene patentieren lassen
boa München, 02.03.2000 (quelle: fr, ap v. 29.02.2000)
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