"Ich behaupte, daß
der Neoliberalismus die grundlegende Natur der Politik verändert hat.
In der Politik ging es üblicherweise darum, wer wen regierte und wer
welches Stück vom Kuchen bekam. Gewisse Aspekte dieser beiden zentralen
Fragen bleiben natürlich, doch aus meiner Sicht ist die neue Frage
der Politik: 'Wer hat ein Recht zu leben, und wer hat das nicht?' Radikale
Ausgrenzung ist jetzt an der Tagesordnung - das meine ich todernst."
Susan
George, Direktorin des Transnationalen Institutes in Amsterdam
.
"Turn Prague
into Seattle!"
Etwa 20.000 Wirtschafts- und Finanzexperten werden vom 26. bis 28.September
in Prag zur ersten Jahrestagung von Internationalem Währungsfond (IWF)
und der Weltbank in einem ehemaligen sozialistischen Land erwartet
- und bis zu 50.000 Globalisierungsgegner. Für Prag ist die größte
Demonstration angekündigt, die Europa in den letzten 10 Jahren gesehen
hat. Die Gipfelgegner seien tief enttäuscht von den Ergebnissen
zum Schuldenerlass der G-8-Tagung im japanischen
Okinawa, erklärte Ann Pettifore, Direktorin von der Bewegung
Jubilee 2000. Der Unwille, die armen Staaten zu unterstützen, wird
ernste Folgen haben. Seattle sei
nur das Vorspiel gewesen.
"Der Widerstand
muss so global sein wie das Kapital - nur viel kreativer"
Besonders der 26.September
wurde von den Globalisierungsgegnern zum globalen Aktionsstag "S26" erklärt:
Die größte der vielen geplanten Demonstrationen und Blockaden
soll genau an diesem Tag im Prager Zentrum stattfinden, begleitet von weltweiten
Solidaritätsbekundungen mit den Demonstranten in Prag. "S26" wird
von einem dezentralen und informellen Netzwerk von Basisgruppen organisiert.
Dabei spielt das Internet eine zentrale Rolle. In zahllosen internationalen
Mailinglisten wird schon seit Monaten eine offene Diskussion geführt
und die globale Koordiantion der Aktionstage gegen den Prager Gipfel
vorangetrieben. Wie schon im Zusammenhang mit dem Gipfel in Seattle
hat sich wieder ein breites Anti-Weltbank-und IWF-Bündnis
von Umweltaktivisten, Frauengruppen, Gewerkschaftern, Studentengruppen,
Bauern- und Landlosenbewegungen, ethnische Minderheiten und indigenen
Volksgruppen gebildet das zu einem Anti-IWF/WB-Camp (21. bis 28.9.) in
Prag aufruft. Für die Mobilisierung und Koordinierung in Prag ist
die Aktionsplattform INPEG (Initiative gegen die Ökonomische Globalisierung
- Prag 2000) zuständig; ein loses Bündnis von tschechischen Organisationen.
INPEG bereitet neben
dem Anti-IWF/WB-Camp auch ein "Kunst, Politik und Widerstands-Festival"
vor, das vom 21. bis 25. September stattfinden soll. Diese Mischung aus
Gegengipfel und kulturellem Happening wird mit drei "Aktionstagen"(26.,
27. und 28.Sept.) ihren Abschluss finden, an denen die IWF- und Weltbankgegner
versuchen werden, die Gipfelkonferenz zu behindern. Da in Prag die finanziellen
Möglichkeiten und die Widerstandsbewegung selbst nicht so weit entwickelt
sind, wie es in Seattle der Fall war, bedarf es noch großer personeller
und materieller Unterstützung, insbesondere auch für den Aufbau
eines unabhängigen Medienzentrums.
Kontakt:
prague2000_cz@hotmail.com
Spendenkonto:
IPB
Cs. Armady 35
160 00, Prague 6
Czech Republik,
Europe
Kto.Nr.: 163 775
396/ 5100
Kennwort (swift
code): INBACZPP
Informationen
im Internet
über INPEG
( Initiative Against Economic Globalization - Prague 2000)
und den Widerstand
in Tschechien:
http://imf2000.webjump.com
Weitere Web-Seiten
zu Prag 2000
englischsprachig:
http://inpeg.ecn.cz
http://x21.org/s26/
http://www.indymedia.org/
http://www.agp.org/agp/
deutschsprachig:
http://go.to/prag-2000/
http://www.freespeech.org/inter/
http://www.von-unten.org/
http://prag.squat.net
Contact List for
S26 Global Action Day and Mobilization to Prague:
http://pages.hotbot.com/edu/stop.wto/S26_contacts.html
+++ AKTUELLE MELDUNG +++ 2:31am Thu, Sept 21 2000 +++ http://prague.indymedia.org/
+++ Die Prager Behörden haben die Genehmigung aller Straßendemonstrationen
für den 26. September widerrufen. Dieser offensichtliche Machtmißbrauch
vermag allerdings kaum den Zustrom Tausender AktivistInnen nach Prag zu
stoppen, um gegen die vom 26. bis 28. September stattfindenden IWF-/Weltbank-
sitzungen vom 26.zu protestieren.
INPEG-Aktivist Martin Shaw kündigte an, daß die Märsche
trotz des Verbots
wie vorgesehen stattfinden werden. Außerdem soll der Erlaß
vor Gericht angefochten werden. +++
+++ AKTUELLE MELDUNG +++ 27. Sept. 2000 +++
Prag : Nach friedlichen Demonstrationen, schwere
Zusammenstöße zwischen Polizei und Globalisierungsgegnern +
+ + 11 000 Polizisten standen gestern in Kampfanzügen und mit Wasserwerfern
7 000 bis 9 000 Demonstranten gegenüber. "Stoppt den wirtschaftlichen
Terror" so der Slogan des Protestes. Am Abend umzingelten Tausende Demonstranten
das Tagungszentrum. Sie und die Polizeiabsperrungen sorgten dafür,
dass Banker, diverse Finanzminister und Notenbankchefs - zusammen 10.000
Menschen - eingeschlossen waren. U-Bahn und Busse stellten den Verkehr
ein. Mitarbeiter von IWF und Weltbank rieten dringend davon ab, das Konferenzgelände
auf eigene Faust zu verlassen. Später mussten die Tagungsteilnehmer
in den Untergrund: Von dort wurden sie mit U-Bahnsonderzügen aus dem
Kongresszentrum gebracht. In der Prager Innenstadt lieferten sich Autonome
aus ganz Europa und die Polizei eine Straßenschlacht.
Am Wenzelsplatz wurde am Abend eine Bankfiliale gestürmt und verwüstet,
ein MacDonalds-Restaurant wurde zerstört.
+++ LETZTE MELDUNG +++ 27. Sept. 2000, 22:00
+++
Vor dem Hintergrund anhaltender Proteste wurde
die Jahrestagung von IWF- und Weltbank in Prag vorzeitig beendet.
Egroup für
Journalisten:
<PrahaPresse@egroups>
Um Nachrichten auf
deutsch über die Proteste in Prag zu erhalten,
einfach leere e-mail
an PrahaPresse-subscripe@egroups.com
schicken.
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Ausnahmezustand
während der IWF-Tagung in Prag?
Tschechische
Behörden schüren Angst vor Ausschreitungen
Seit Wochen reden
die Menschen in der tschechischen Hauptstadt nur noch über die zu
erwartenden Demonstranten, und die von den tschechischen Behörden
kräftig geschürte Angst vor Ausschreitungen veranlasst viele
zur Landflucht.
[ mehr...
]
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Zehn Jahre "Freie Marktwirtschaft"
in der tschechischen Republik
Das Strukturanpassungsprogramm des IWF
bescherte der tschechischen Bevölkerung steigende Preise, sinkende
Einkommen, Abbau von Sozialleistungen, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit.
[
mehr... ]
Aktuelle Informationen aus
der Tschechischen Republik und über
Fragen der deutsch-tschechischen
Beziehungen:
monatlich in den Deutsch-Tschechischen
Nachrichten,
Schwanthaler Str. 139 Rgb.
80339 München,
Fax: 089-5028112. Kostenlose
Probenummer anfordern.
Informationen
zu IWF und Weltbank:
http://www.oneworld.org
O-Töne und
-Texte von der IWF/WB-Frühjahrstagung in Washington
(April 2000) liefert
das Aktionsbündnis "Mobilization for Global Justice"
im Internet unter:
http://www.a16.org
Jubilee 2000
http://www.jubilee2000uk.org/main.html
http://www.j2000usa.org/
Erlaßjahr
2000
http://erlassjahr2000.de/
boa
München - Im Blickpunkt - 31.08.00, last update 27.09.2000
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