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. ...Dominant Battlespace Awareness
.    14.02.2000
   Die geheimnisvolle Mission der Spaceshuttle Endeavour
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Dreidimensionale Vermessung der Erdoberfläche mit deutscher Radar-Technologie.
Neben zivilen Aspekten gibt es vor allem militärische.
Militärischer Partner und Hauptsponsor der "Endeavour Mission" ist die National Imagery and Mapping Agency (NIMA)
Nach langen Verzögerungen startete am 11. Februar die US-Raumfähre Endeavour zu einer elftägigen Mission ins All. An Bord sind sechs Astronauten,
darunter der Deutsche Gerhard Thiele. Er betreut ein Radar-System mit der die irdische Topografie dreidimensional vermessen werden soll. 
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München nennt den Flug des Spaceshuttle Endeavour, eine der wichtigsten Missionen zum Planeten Erde. In seiner Hochglanzbroschüre streicht das DLR die Verwendung der Messdaten für  Wettervorhersage und  Umweltschutz heraus und unterschlägt dabei, den  militärischen Aspekt: Für die Amerikaner sind die Informationen, die die Deutschen mit ihrem X-SAR-Radar sammeln, von enormer militärischer Bedeutung. Deshalb ist auch der Hauptsponsor der Weltraum-Mission die National Imagery und Mapping Agency (NIMA). In dieser Unterabteilung des amerikanischen Verteidigungs- Ministeriums  tummeln sich die unterschiedlichsten US-Geheimdienst- Organisationen: 
  • der militärische Geheimdienst "Defense Intelligence Agency",
  • das "National Reonnaissance Office", das Aufnahmen von Spionage- Satelliten auswertet,
  • die "Defense Mapping Agency", eine Behörde für militärische Karten,
  • das National Photographic Interpretation Center der CIA.

  • Die NIMA, die sich als eine "Kampf-Unterstützungabteilung des Verteidigungs- Ministers versteht, organisiert die "Dominant Battlespace Awareness" - den beherrschenden Überblick auf dem Schlachtfeld Erde. Wie man auf der NIMA-Homepage nachlesen kann, kommt als Anwendung der durch die "Shuttle Radar Topography Mission" im All  gewonnenen Vermessungsdaten,  die "Schlachtfeld- Visualisierung, Planung militärischer Missionen und Zieleinrichtungen" in Frage. Einzigartig ist die Genauigkeit, mit der das unter Federführung des deutschen Unternehmens Dornier entwickelte X-SAR-Radar das Bodenrelief der Erde  erfasst. Die Messungen erfolgen bis auf sechs Höhenmeter genau. Bisherige Messungen kamen nur auf eine Genauigkeit von hundert Höhenmeter. Unterabteilungen der NIMA überspielen die Daten der Endeavour Mission auf die Computersysteme des Air Force Flight Test Center  in Edwards oder des Western Space & Missile Center in Vandenberg - ein Erprobungsgelände für Minuteman und ICBM-Raketen sowie Cruise Missiles.
    "Es gibt militärische Aspekte der Mission auf der amerikanischen Seite", räumt auch DLR-Sprecher Eduard Müller ein, "aber nicht auf der deutschen." Ausserdem würden die Ergebnisse der dreideimensionalen Erdvermessung  nicht nur Militärs und Wissenschaftlern, sondern für jedermann zugänglich sein.
     

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    .   boa München 14.02.2000 , quellen: dw v. 10.02.2000, boa-archiv, dlr

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