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Dreidimensionale
Vermessung der Erdoberfläche mit deutscher Radar-Technologie.
Neben
zivilen Aspekten gibt es vor allem militärische.
Militärischer
Partner und Hauptsponsor der "Endeavour Mission" ist die National Imagery
and Mapping Agency (NIMA)
Nach langen Verzögerungen startete am
11. Februar die US-Raumfähre Endeavour zu einer elftägigen Mission
ins All. An Bord sind sechs Astronauten,
darunter der Deutsche Gerhard Thiele.
Er betreut ein Radar-System mit der die irdische Topografie dreidimensional
vermessen werden soll.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und
Raumfahrt e.V. (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München nennt den Flug
des Spaceshuttle Endeavour, eine der wichtigsten Missionen zum Planeten
Erde. In seiner Hochglanzbroschüre streicht das DLR die Verwendung
der Messdaten für Wettervorhersage und Umweltschutz heraus
und unterschlägt dabei, den militärischen Aspekt: Für
die Amerikaner sind die Informationen, die die Deutschen mit ihrem X-SAR-Radar
sammeln, von enormer militärischer Bedeutung. Deshalb ist auch der
Hauptsponsor der Weltraum-Mission die National Imagery und Mapping Agency
(NIMA). In dieser Unterabteilung des amerikanischen Verteidigungs- Ministeriums
tummeln sich die unterschiedlichsten US-Geheimdienst- Organisationen:
der militärische Geheimdienst "Defense
Intelligence Agency",
das "National Reonnaissance Office", das Aufnahmen
von Spionage- Satelliten auswertet,
die "Defense Mapping Agency", eine Behörde
für militärische Karten,
das National Photographic Interpretation Center
der CIA.
Die NIMA, die sich als eine "Kampf-Unterstützungabteilung
des Verteidigungs- Ministers versteht, organisiert die "Dominant Battlespace
Awareness" - den beherrschenden Überblick auf dem Schlachtfeld Erde.
Wie man auf der NIMA-Homepage nachlesen kann, kommt als Anwendung der durch
die "Shuttle Radar Topography Mission" im All gewonnenen Vermessungsdaten,
die "Schlachtfeld- Visualisierung, Planung militärischer Missionen
und Zieleinrichtungen" in Frage. Einzigartig ist die Genauigkeit, mit der
das unter Federführung des deutschen Unternehmens Dornier entwickelte
X-SAR-Radar das Bodenrelief der Erde erfasst. Die Messungen erfolgen
bis auf sechs Höhenmeter genau. Bisherige Messungen kamen nur auf
eine Genauigkeit von hundert Höhenmeter. Unterabteilungen der NIMA
überspielen die Daten der Endeavour Mission auf die Computersysteme
des Air Force Flight Test Center in Edwards oder des Western Space
& Missile Center in Vandenberg - ein Erprobungsgelände für
Minuteman und ICBM-Raketen sowie Cruise Missiles.
"Es gibt militärische Aspekte der
Mission auf der amerikanischen Seite", räumt auch DLR-Sprecher Eduard
Müller ein, "aber nicht auf der deutschen." Ausserdem würden
die Ergebnisse der dreideimensionalen Erdvermessung nicht nur Militärs
und Wissenschaftlern, sondern für jedermann zugänglich sein.
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