Aktionskunst, Aktion Kunst=Mensch=Kreativität=Freiheit, BOA München
boa-Chronik/1976: Aktion "Kunst=Mensch=Kreativität=Freiheit"
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KUNST = MENSCH = KREATIVITÄT = FREIHEIT
Aktion anläßlich der Josef Beuys Ausstellung
"Zeige Deine Wunde"
im Münchner Kunstforum 1976
Donnerstag, 4. März 1976, ca. 14 Uhr
Münchner Kunstforum
(Fußgängerunterführung Maximillianstrasse/Altstadtring)
Konzept und Durchführung:
P.F.X. Strauss, Peider A. Defilla, Horst Gaukel
Verantwortlich:
Galerie b.o.a. München

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Situation:
  Im Münchner Kunstforum wird  unter dem Titel "Zeige Deine Wunde" ein Environment des Objekt- und Aktionskünstlers Joseph Beuys präsentiert. Das Environment besteht aus mehreren doppelt vorhandenen und zueinander in Beziehung stehenden Objekten.
  Beuys zufolge dienen seine Objekte dazu, mit provozierenden, teils irritierenden Methoden die Menschen aufzufordern, von ihrer Macht als Individuum, als freie Menschen Gebrauch zu machen. Beuys möchte ein "Bewußtsein davon schaffen, daß er (der Mensch) als kreatives Wesen auch ein freies Wesen ist und daß er sich aus diesem Grunde zwangsläufig antiautoritär verhalten muß." "Freiheit und Kreativität versetzen ihn prinzipiell in die Lage, bestimmen, formen, verändern zu können. Das gilt für den künstlerischen Bereich - der solche Möglichkeiten bewußt machen soll - wie für den gesellschaftlichen."
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"Kunst ist gleich Mensch, ist gleich Kreativität, ist gleich Freiheit"

  Motivation:
  Die Autoren der zum 4. März geplanten Aktion sind der Ansicht, daß die museale Präsentation von "Archivstücken" eines vergangenen Aktionsgeschehens, wie sie zur Zeit im Kunstforum zu besichtigen sind, den Beuys´schen Intentionen nicht gerecht wird, Fehlinterpretationen Vorschub leistet und die von Beuys geforderte kreative Aktivität - bedingt durch die sterile Ausstellungssituation (Aufsichtsperson, die eine Veränderung der Ausstellungssituation nicht zulassen darf, etc.) -  verhindert.
  Um den Widerspruch zwischen der Forderung nach Kreativität und der realen Ausstellungssituation zu verdeutlichen, wollen die Autoren versuchen, ein von ihnen gestaltetes Environment in der genannten Beuys-Ausstellung zur Aufstellung zu bringen, mit dem sie zur beuys´schen Thematik "Leiden als Grunderfahrung irdischen Lebens" aktiv Stellung nehmen.
 
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