sonntagskonzert anlässlich des
internationalen kunstmarktes düsseldorf
am 24. oktober 1976 um 12.30 uhr im messegelände
sie hören PHANTASMA von peider - a. defilla,
ein musikkonzept für belie-
bige art und anzahl musikinstrumente,
klangerzeuger, frequenzbereiche
und lautstärken.
die klangquellen befinden sich innerhalb oder
ausser-
halb des aufführungsraumes und
können frei beweglich sein. musiker sind
nicht unbedingt erforderlich.
jede aufführung ist im prinzip ein
unwie-
derholbares ereignis, da
die reaktionen des publikums in das akustische
geschehen mithineinbezogen werden.
warnung: DAS
KONZEPT BEFASST SICH MIT ERFAHRUNGEN,
DIE DER SACHE NACH
EHER ZU DEN
DATAILS ZAEHLEN, FUER DEN BETRIEB
UND DEN UNTERHALT EINES
KERNKRAFTWERKES JEDOCH
ENTSCHEIDENDE BEDEUTUNG ERLANGEN KOENNEN.
ES
WIRD DAS PROBLEM
DER VERRINGERUNG VON LECKAGEN BEHANDELT.
FERNER WIRD
EIN VERFAHREN
ZUM GEFRIERDICHTEN VON ROHRLEITUNGEN BESCHRIEBEN.
DER BE-
RICHT GEHT KURZ
AUF UNTERWASSERINSPEKTIONEN EIN UND
BESCHREIBT EINIGE
SPEZIELLE ERFAHRUNGEN
MIT HILFSEINRICHTUNGEN: IN EINEM
MINDESTENS DREI-
WOECHIGEN INTENSIVKURS,
BEI DEM DIE ELTERN UND DIE
KINDER IN DER KLINIK
BLEIBEN MUESSEN,
FINDEN VIERMAL AM TAG SITZUNGEN VON
JE 15 MINUTEN DAU-
ER STATT, WAEHREND
DEREN DIE ELTERN IHRE GEISTIG
BEHINDERTEN KINDER UN-
TER AUFSICHT EINES
ARZTES ODER PSYCHOLOGEN BEHANDELN.
BEI ALLEN AUSSER-
GEWOEHNLICHEN VORKOMNISSEN
BITTE RUHE BEWAHREN UND DIE ANWEISUNGEN DES
PERSONALS ABWARTEN. DAS ERLOESCHEN
DER BELEUCHTUNG IN DEN WAGEN BEDEUTET
KEINE GEFAHR.
BEI HALT AUF FREIER STRECKE NICHT OHNE
AUFFORDERUNG DURCH
DAS PERSONAL AUSSTEIGEN;
EIGENMAECHTIGES AUSSTEIGEN IST
LEBENSGEFAEHR-
LICH. DIES
HIER IST EIN ABLENKMANOEVER.
GROESSTE VORSICHT IST GEBOTEN.
LASSEN
SIE SICH NICHT
DURCH TATSACHEN MIT
BEIDEN BEINEN AUF FE-
STEN BODEN BRINGEN.
LIEBEN SIE IHREN NAECHSTEN WIE SICH SELBST.
BEGEBEN SIE
SICH DESHALB
NICHT IN UNNOETIGE SCHWIERIGKEITEN.
FRAGEN SIE NICHT WAS
DAS SOLL.
HINTER JEDES WORT GEHOERT EIN FRAGEZEICHEN.
MUT ZUM IRRTUM.
ABER DAS
VERUNSICHERN HAT SEINE GRENZEN.
NEHMEN SIE DIE DINGE WIE SIE
SIND. WIR
BEDAUERN, IHNEN KEINEN BESSEREN BESCHEID
GEBEN ZU KOENNEN UND
VERBLEIBEN MIT FREUNDLICHEN GRUESSEN...
 |
|
PHANTASMA,
Musikkonzept von Peider A.Defilla
Realisation am 24.10.1976, 12.30 Uhr
im Rahmen von Kunst live
in den Düsseldorfer Messehallen
in Zusammenarbeit mit der P.A.P.-Kunstagentur
und der Galerie b.o.a. München
Ausführende: P.A. Defilla, Horst
Gaukel, Messepublikum u.a..
Kunst
live
Sirenenkonzert - Leute forderten
Geld zurück
(Schlagzeile der Rheinischen
Post, 25.10.1976)
Am Sonntag (...) kam in den Düsseldorfer
Messehallen (...) ein Sonntagskonzert von Peider A. Defilla zur
Aufführung: PHANTASMA - die Realisation eines totalen Musik-Envirenments,
unter Einbeziehung der Messehallen, frei beweglichen Klangerzeugern, sowie
Reaktionen des Publikums (Messebesucher und Aussteller, Messeleitung, Hallenaufsicht,
Polizei und Presse).
Ein von den Akteuren vor Konzertbeginn
verteiltes Flugblatt enthielt Hinweise über die Art der Aufführung,
sowie eine Warnung, bei allen außergewöhnlichen Vorkommnissen
Ruhe zu bewahren.
Die Musik-Aktion begann wenige
Minuten vor 12.30 Uhr: Ein auf der Bühne im Messe-Cafe-Cream (Halle
13) installierter Synthesizer wurde eingeschaltet und erzeugte, nach einem
automatisch ablaufenden Zufallsprogramm (Zufallsgenerierung) synthetische
Klänge von kontinuierlich zunehmender Lautstärke.
Ab 12.35 Uhr begann, entsprechend
vorprogrammiert, hinter dem Synthesizer eine kleine Alarm-Sirene mit Dauerton
zu heulen.
Dies war das Signal, die in Halle
12 in Stellung gebrachten zwei 80 kg schwere Alarm- und Warnsirenen
(Hörweite ca. 4,5 Km, ca. 90 Phon in 200 m Abstand) ertönen zu
lassen.
Der Abstand der kleinen Sirene
zur am nächsten stehenden großen betrug ca. 30 Meter, zwischen
den beiden großen Sirenen ca. 120 Meter, sodaß sich - ausgehend
von der Bühne des Messe-Cafes bis zur am weitesten entfernt stehenden
Sirene in Halle 12 - eine Klangdiagonale von etwa 200 Meter ergab. Neben
den großen, auf schweren Podesten montierten Sirenen, waren große
Plakate mit der Aufschrift 12.30 Uhr - Sonntagskonzert PHANTASMA von
Peider A. Defilla - ACHTUNG Sirenen stehen unter Strom angebracht.
Während der gesamten Laufzeit der
Sirenen verhielten sich die Messebesucher ruhig. Auch als das Aufsichtspersonal
die Notausgänge öffnete, entstand keine Panik.
Nach ungefähr zehn Minuten
Sirenenkonzert wurden auf Anordnung der Messeleitung die Stromzuführungen
durch Ordnungspersonal zerstört und die Sirenen, unter Mithilfe
der inzwischen herbeigerufenen Polizei entfernt. Im Beisein von Vertretern
der Messeleitung erfolgte ein polizeiliches Verhör der Akteure Peider
A. Defilla und Horst Gaukel. Die Messeleitung gab zu Protokoll, die Musik-Aktion
sei nicht genehmigt gewesen. Gleichlautendes wurde über die
Hallenlautsprecher ausgerufen. Außerdem wurde behauptet, unter den
Messebesuchern sei Panik entstanden, was jedoch mittels
Videoaufnahmen und Zeugenaussagen widerlegt werden kann. Wenn überhaupt,
brach
Panik unter den Ausstellern aus, die auf das Äußerste
empört die sichtlich erbleichten Messeverantwortlichen bezichtigten,
bescheuert
und unfähig zu sein, eine Kunstmesse ordnungsgemäß zu organisieren.
Zu betonen ist, daß der Messeleitung
per Einschreiben detaillierte Unterlagen über die geplante Aktion
zugegangen waren. Es erfolgten keinerlei Einwände, das Konzert wurde
im offiziellen Veranstaltungskalender der Kunstmesse angekündigt und
am Veranstaltungstag auf den an den Halleneingängen aufgestellten
Informationstafeln bekanntgemacht. Offensichtlich hatte sich niemand
mit Defillas Musikkonzept beschäftigt und nun erlebten alle ihre Überraschung
- wie so häufig, wenn kommerzielle Institutionen nach einem
progressiven Image trachten und dabei die Brisanz von neuer Kunst
völlig übersehen. Doch zum Trost: Irritationen, die Kunst hervorzurufen
vermag sind immer noch kalkulierbarer als die, die unsere von struktureller
Gewalt durchwirkte Gesellschaft alltäglich erzeugt.
Es bleibt noch zu berichten: Die
beiden Akteure Defilla und Gaukel wurden unter Hinweis auf das Hausrecht
und Androhung polizeilicher Gewalt vom Messegelände verwiesen. Außerdem
erfolgte eine Strafanzeige.
|
Tig
Elektro-Sirenen
zeichnen sich durch eine sehr robuste
Konstruktion, Wetterbeständigkeit, sowie durch eine gute Reichweite
aus.
Sie lassen sich universell einsetzen,
beispielsweise für den Zivilschutz, den Feueralarm, den Sirenenalarm
bei Lawinengefahr, sowie für den Einsatz bei Behörden und Industrieunternehmen.
Man kann verschiedene Sirenensignale damit
ausstrahlen, wie gleichbleibende und unterbrochene Dauertöne, sowie
Heultöne.
Modell ES-10:
Gewicht ca. 80 kg
Art des Motors: Drehstrom-Doppelnutläufer
Tonfrequenz: 420 Hz
Tonhöhe: a
Lautstärke in 200 m Entfernung
ca. 90 Phon
Hörweite bei Windstille ca. 4,5 km
|