| Galerie boa, 3.- 30. Juli 1976, Radierungen,
Fotos, Texte und ein Film vom Leben und der
Zärtlichkeit der heiligen Therese von Konnersreuth "Als ich sie endlich außerhalb des Dorfes
in ihrem Garten gefunden hatte, wie sie auf der Veranda ihres Häuschens
saß und sich in der Spätnachmittagssonne wärmen ließ,
sagte sie: das hat lange gedauert, bis ich das Geläut der Kirchenglocken
nicht mehr lieblich finden konnte, bis ich merkte, wie es mir in den Kopf
schlug daß das Augenlicht zitterte und das Herz zu kriechen anfing.
Seit drei Jahren sehe ich keine Kirche mehr, keinen Priester laß
ich herein: den Heiland aber habe ich inniger geschaut, ich spüre
sein Blut wärmer an den Händen und Füßen, an Herz,
seine Liebe füllt mich aus wie eine Wurzel, sein Leiden ist in mir
stark wie ein Stamm, seine Freude strömt aus mir wie die Sonne. Kein
Papst, kein Kardinal, kein Erzbischof, kein Priester und kein Diakon, keine
ausgeklügelte Hierarchie. Keine Macht. Keine Angst. Wie lange das
gedauert hat! Nun sind die Fesseln gelöst, die Hüllen abgefallen.
Alles ist gut.
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