Wir über uns (2)


B.O.A. seit 1974

Die ersten Aktivitäten der Kooperative konzentrierten sich auf die Durchführung von Ausstellungen und Aktionen, mit der Absicht, die Vermarktungs- und Rezeptionsmechanismen der Kunstbranche kenntlich zu machen..

Ab 1975 trat B.O.A. mit Multimedia-Veranstaltungen an die Öffentlichkeit. Experimentelle Musik, Akustische Literatur, Computerkunst, Experimentalfilme und-Videos kamen zur Aufführung. Eigene Buch-, Schallplatten-, Film- und Videoproduktionen entstanden.

Der "Deutsche Herbst 1977" gab schließlich Anlaß, sich  am Widerstand gegen die zunehmende Einschränkung der  bürgerlichen  Grundrechte zu beteiligen.  B.O.A. betrat journalistisches Terrain und produzierte Video-Dokumentarfilme: unter anderem über Bürgerrechtsbewegungen, Öko-und Friedenskämpfer,  Initiativen gegen Mietervertreibung und Volkszählung, kritische Gewerkschaftler.

"Der Überwachungs- und Atomstaat", "Ausländerfeindlichkeit und Rassismus", "Dritte Welt", "Krieg und Frieden", "Nationalsozialismus", "Behinderte", "Gentechnik-Kritik" , "Gewaltfreier Widerstand", "Rationalisierung und Arbeitslosigkeit", "Neue Medien" sind Themen, die B.O.A.seit 1977 immer wieder von neuem aufgreift.

Dabei werden die "professionellen" Gepflogenheiten der öffentlich-rechtlichen und kommerziellen Informationsbranche  bewußt nicht übernommen. Angelehnt an aktuelle politische und gesellschaftliche Ereignisse, soll insbesondere auch der Einfluß des zum Einsatz komenden Informationsmediums auf das dokumentarische Material und den Rezeptienten  untersucht, und die Manipulationsmechanismen mit spezifischen Mitteln des Mediums selbst offenbart werden..

Neben gemeinsamen Projekten mit anderen Künstler-Vereinigungen, steht B.O.A. mit gesellschaftlichen Gruppen in Kontakt, die ebenfalls an der  Herstellung einer wirksamen Gegenöffentlichkeit zu den herrschenden Propaganda-Kartellen interessiert sind. Zu diesem Zweck stellt B.O.A. geeignete Produktions- und Informationsmittel zur Verfügung - ganz im Sinne einer von Herrschafts- und Geldinteressen unabhängigen Medienpraxis.

Infolge ihrer gesellschaftskritischen Einstellung  hat die B.O.A.-Künstlerkooperative nur selten Zugang zu den Geldtöpfen der Kulturförderung und  bleibt daher überwiegend auf private Geld-und Sachspenden sowie Einnahmen aus künstlerischen Dienstleistungen angewiesen.

So bewahrt sie sich  zwangsläufig ein großes Maß Unabhängigkeit.

HRG

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B.O.A.-Künstlerkooperative München
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