| . | ..."Aggressive Armut" |
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Die Unwirtlichkeit der Städte Soziale Polarisierung, Ohnmacht und Feindseligkeit |
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Zunehmend spielen sich in den Wohnquartieren der Bundesrepublik "soziale Entmischungs- und Erosionsprozesse" ab. Dadurch bildet sich sozialer Zündstoff und ein wachsendes Milieu der Ärmlichkeit, wie es in deutschen Städten bisher unbekannt war. Das gilt für die alten und die neuen Bundesländer. Der Trend zur sozialen Polarisierung ist unverkennbar. Weil die Umzugsgeschwindigkeit rapide gestiegen ist, kann ein Quartier innerhalb von drei Jahren ins soziale Abseits rutschen und damit "den Bach runtergehen". Zu dieser Überforderung kommt es, weil die Zahl der ursprünglich vier Millionen Sozialwohnungen bereits auf zwei Millionen gesunken ist und weiter schrumpfen wird. Da die Zahl der Arbeitslosen gleichzeitig stieg, ist die räumliche Konzentration gleichsam programmiert. So gibt es vor allem in den neuen Bundesländern bereits Stadtquartiere, in denen die Arbeitslosigkeit 60 Prozent oder höher liegt. Vor allem dort herrscht ein "Klima der Ohnmacht und eine Kultur der Feindseligkeit bis hin zum offenen Rassismus". In den problematischen Quartieren wächst neben "verheimlichter Armut" auch eine "aggressive Armut" und damit Gewaltbereitschaft. Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit gelten zwar in der Bevölkerung als Kriterien für gute Wohnquartiere. Klar ist freilich, dass es nicht ausreichen wird, mehr Sicherheits- und Reinigungsdienste zu beschäftigen, um die enormen sozialen Probleme zu lösen. Zu diesen Feststellungen kamen Experten auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kassel. Es könne künftig nicht mehr darum gehen, ansehnliche Quartiere zu errichten und sich um die Instandhaltung von Fassaden und Dachrinnen zu kümmern. Es gehe vielmehr darum, so formuliert es Bernd Hunger, Mitverfasser der Studie "Überforderte Nachbarschaften", für funktionierende Nachbarschaften und dafür zu sorgen, "dass die Gesellschaft im nächsten Jahrhundert noch zusammenhält". Quelle:
FR v. 27.11.99
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