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Nachholbedarf

Forum Menschenrechte beklagt Verletzung sozialer Rechte in Deutschland

Flüchtlinge, Migranten, Sozialhilfeempfänger sowie Frauen und Kinder seien hier zu Lande immer stärker von Not bedroht.

Fr.18.05.01 - Das "Forum Menschenrechte" hat die Verletzung sozialer Rechte in Deutschland beklagt. Die Bundesrepublik habe dabei "einigen Nachholbedarf", heißt es in einem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Bericht. Flüchtlinge, Migranten, Sozialhilfeempfänger sowie Frauen und Kinder seien hier zu Lande immer stärker von Not bedroht. Das sei keine Frage der Kosten, sondern des politischen Willens, unterstrich Ute Hausmann von der Mitgliedsorganisation Fian. Das Forum werde der Bundesregierung die Versäumnisse vorlegen, kündigte Hausmann an. Dem Forum gehören 41 Organisationen an.

Der Report verurteilt, dass in Deutschland lebende Flüchtlinge keinen Anspruch auf Kindergeld hätten. Im Gegensatz zur Kinderrechtskonvention stünden Flüchtlinge außerdem nur bis zum 16. und nicht bis zum 18. Lebensjahr unter besonderem Schutz. Ferner bemängelt der Bericht, dass die gesetzlich gewährten Sozialleistungen für Asylbewerber unter dem Sozialhilfeniveau lägen. Außerdem könnten Menschen ohne Aufenthaltsrecht aus Angst vor Abschiebung ihr Recht auf Bildung, Gesundheitsfürsorge und gerichtlichen Rechtsschutz nicht wahrnehmen.

(Quellen: kna)



Forum Menschenrechte
Am 12.1.1994 hat sich das Forum Menschenrechte (FMR) als ein Zusammenschluß von bundesweiten bez. Überregionalen Nichtregierungsorganisationen (NROs), Institutionen und Hilfswerken gegründet. Anlaß war die UN-Weltkonferenz über Menschenrechte, die im Juni 1993 in Wien stattfand.

Das Forum Menschenrechte dient u.a.

der kritischen Begleitung der Menschenrechtspolitik der Bundesregierung und des Bundestages auf nationaler und internationaler Ebene, der Unterstützung der Bewußtseinsarbeit in Deutschland über Universalität und Komplexität der Menschenrechte, der Informationsvermittlung und dem Erfahrungsaustausch, Nachbearbeitung und Umsetzungskontrolle des von der Wiener Menschenrechtskonferenz verabschiedeten Dokumentes.


FIAN
FIAN ist eine internationale Menschenrechtsorganisation für das Recht sich zu ernähren. 1986 gegründet, sind bei FIAN (FoodFirst Informations- & Aktions- Netzwerk) heute in Deutschland mehr als 1.300 Menschen Mitglieder. In elf weiteren Staaten Asiens, Europas, Lateinamerikas und den USA gibt es FIAN-Sektionen.

Menschenrechte werden weltweit verletzt. FIAN tritt dafür ein, daß die Landbevölkerung eine eigenständige Ernährungsbasis und eine entsprechende Rechtsbasis hat, um überhaupt erst in der Lage zu sein, die eigene Nahrung produzieren zu können. Das Menschenrecht sich selbst zu ernähren haben die Vereinten Nationen im internationalen Pakt über die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte (Sozialpakt) festgeschrieben.

Kleinbauern und ihre Familien werden für Exportplantagen von ihrem Land verdrängt. UreinwohnerInnen verlieren ihr Land durch Großprojekte wie Staudämme, oftmals ohne jede Entschädigung. LandarbeiterInnen verdienen zu wenig, um eine Familien ernähren zu können. Der Export europäischer Überschußproduktion bringt afrikanische Bauern um ihre Existenz. Die Folgen dieser Ungerechtigkeiten sind Hunger und Unterernährung, die Folgen sind die millionenfache Verletzung des Rechts, sich zu ernähren.

FIAN bringt die beschriebenen Unrechtssituationen in die Öffentlichkeit und vor die UNO-Menschenrechtsgremien, wendet sich an die verantwortlichen Regierungen und Unternehmen.

http://www.fian.de



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