"Uneingelöste Versprechen "
UN-Weltkindergipfel
2001 in New York
Vom 19. bis zum 21.
September 2001 veranstalten die Vereinten Nationen in New York einen
Weltgipfel für Kinder. Bei dieser Sonder-Generalversammlung der
Vereinten Nationen geht es um die Frage, was getan werden kann, um
die Überlebens- und Entwicklungschancen von Kindern weltweit
grundlegend zu verbessern.
Do.28.06.01 - Die Konferenz knüpft an den ersten Weltgipfel
für Kinder von 1990 an. Dies war die bis dahin größte
internationale Zusammenkunft mit Vertretern aus über 150
Ländern, darunter 71 Staats- und Regierungschefs. Die Teilnehmer
verständigten sich auf 27 ehrgeizige Entwicklungsziele für
das Jahr 2000. Dabei ging es unter anderem um die Senkung der
Kindersterblichkeit, die Bekämpfung der Mangelernährung, die
Verbesserung der Bildungschancen und einen besseren Schutz für
Kinder vor Missbrauch und Ausbeutung.
Jetzt gilt es zu überprüfen, welche Ziele von welchen
Ländern erreicht wurden, wo es Probleme gab und welche
Schlüsse daraus gezogen werden müssen. Auch vor Abschluss der
Detail-Auswertung steht fest: Viele Versprechen konnten nicht
eingelöst werden. Kriege und die immer weiter auseinander
klaffende Schere zwischen Arm und Reich haben weitreichende
Fortschritte verhindert. Die rasante Ausbreitung der
Immunschwächekrankheit AIDS hat im südlichen Afrika sogar
viele der mühsam erkämpften Erfolge der vorangegangenen
Jahrzehnte zunichte gemacht hat.
Die UN-Weltkonferenz für Kinder will Antworten auf diese
Herausforderungen finden und eine Agenda für Kinder im 21.
Jahrhundert verabschieden. Es gilt, die Kluft zwischen der nahezu
weltweiten Ratifizierung der UN-Kinderrechts-Konvention und dem
anhaltenden Elend, in dem Hunderte Millionen Kinder aufwachsen zu
schließen. Denn Kinder haben ein Recht auf einen guten Start ins
Leben, auf die volle Entwicklung ihrer Anlagen, auf eine gute
Schulbildung und auf eine Jugendzeit, in der sie sich - vor Ausbeutung
und Gewalt geschützt - auf ein verantwortungsbewusstes und
selbständiges Leben als Erwachsene vorbereiten können.
Entscheidend für den Erfolg der neuen Agenda wird sein, dass diese
möglichst breit angelegt wird. Sie muss für Kinder in allen
Regionen der Erde relevant sein. Deshalb setzt sich UNICEF dafür
ein, dass auf regionalen Vorbereitungskonferenzen die jeweiligen
Probleme analysiert und Vorschläge zu einer Verbesserung der
Situation der Kinder erarbeitet werden. Auf Einladung der bosnischen und
der deutschen Regierung fand beispielsweise vom 16. bis zum 18. Mai in
Berlin eine solche Sitzung der Staaten Europas und Zentralasiens statt.
Darüber hinaus gilt es, möglichst viele gesellschaftliche
Gruppen und auch Kinder selbst in die Entwicklung des neuen
Aktionsplans einzubeziehen. Viele Regierungen beteiligen bereits
Nicht-Regierungsorganisationen sowie Kinder und Jugendliche an dem
Vorbereitungsprozess zu der Konferenz. Einige haben auch
Sonderbeauftragte ernannt, um die Vorarbeiten auf nationaler Ebene zu
koordinieren und für die nötige Öffentlichkeit zu
sorgen.
Für UNICEF ist der Weltkindergipfel Anlass, neue Partner für
eine weltweite Bewegung für Kinder zu suchen. Der
Friedens-Nobelpreisträger Nelson Mandela und seine Frau
Graça Machel unterstützen diese Bewegung, indem sie bei
ihren Kontakten zu Politikern, Wirtschaftsvertretern und Medien
dafür werben, die Rechte der Kinder offensiver als bisher zu
vertreten. Ihr Motto lautet: "Wir dürfen die kostbaren Leben
unserer Kinder nicht vergeuden. Kein einziges mehr, nicht einen Tag
länger. Es ist höchste Zeit, zu handeln."
(Quelle: unicef)
Noch nie haben laut Unicef so viele Kinder
unter Kriegen gelitten. In den vergangenen zehn Jahren seien zwei
Millionen Kinder in Kriegen gestorben, sechs Millionen seien verletzt
worden. Zur Zeit würden weltweit 300.000 Kinder als Soldaten
mißbraucht. Nach Unicef-Angaben sterben jährlich zwölf
Millionen Menschen vor dem fünften Geburtstag, zumeist an leicht
vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten. Das Grundrecht auf Bildung
wird Unicef zufolge 130 Millionen Kindern verwehrt. 250 Millionen
Kinder werden wirtschaftlich ausgebeutet, hieß es im Bericht von
Unicef. Kriminelle Banden setzen nach Unicef-Schätzungen
jährlich etwa fünf Milliarden Dollar mit Kinderprostitution
und -pornographie um. In Deutschland lebten mehr als eine Million
Kinder von Sozialhilfe. Zudem seien deutsche Kinder auch bedroht von
Mißbrauch, Gewalt und Arbeitslosigkeit. Die deutsche Regierung
sei mit verantwortlich für die wachsende Kinderarmut. (Quellen:
dpa und sz v. 16.11.99)
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UNICEF:
http://www.unicef.de
http://www.unicef.de
(K)eine Welt für Kinder? – Fakten zur Lage der Kinder
Wie hat sich die Situation der Kinder im vergangenen Jahrzehnt
verändert?
Die Weltkindergipfel 1990 und 2001: Bilanz und Ausblick (PDF-Dokument)
http://www.unicef.de/gmfc/Weltkindergipfel.pdf
Kinder in Westeuropa: 1990 bis 2000
http://www.unicef.de/akt/akt_151.php?news_id=387
Kinder in Osteuropa und Zentralasien: 1990 bis 2000
http://www.unicef.de/akt/akt_151.php?news_id=388
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