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Hineinschlittern in einen Krieg: Regierung
drängt auf Bundeswehr-Beteiligung bei Nato-Einsatz in Mazedonien update 30.08.01, 15:00 Mo.02.07.01 Fr.22.06.01 BVG prüft Rechte des Bundestags bei neuer Nato-Strategie 1999 beschloss die Nato, in Zukunft auch "out of area" zuzuschlagen. Hätte der Bundestag zustimmen müssen? Die PDS klagt in Karlsruhe. Der Rest des Bundestages argumentiert fein: Der Nato-Vertrag sei nicht geändert, sondern fortentwickelt worden. (taz vom 20.06.01) Die PDS-Bundestagsfraktion hat gegen die Regierung Organklage erhoben, weil diese im April 1999 dem neuen strategischen Konzept der Nato zustimmte, das eine Vertragsänderung darstelle, ohne dafür ein Votum des Bundestages einzuholen. Die neue Strategie sei von dem alten, 1949 geschlossenen Nato-Vertrag nicht gedeckt, argumentiert die PDS. Von einem Militärbündnis gegen militärische Angriffe von außen habe sich die Nato zu einer Organisation gewandelt, die "Krisenreaktionseinsätze" in Ländern außerhalb des Bündnisgebietes zu ihren Aufgaben zähle. Die Rechte des Bundestags seien dadurch verletzt worden, dass ein Zustimmungsgesetz des Parlaments fehle, sagte der PDS-Fraktionsvorsitzende Roland Claus in der mündlichen Anhörung in Karlsruhe. Die Richter des Zweiten Senats befragten den Außenminister hartnäckig. Berichterstatter Udo Di Fabio wollte von Fischer wissen, ob es nicht doch "die ein oder andere Besonderheit" in der neuen Strategie gebe. Die Nato habe damals gleichzeitig Kriegseinsätze ohne UN-Mandat gegen Jugoslawien geflogen. Verhielt man sich mit einem neuen Papier nicht "gewollt oder ungewollt zu diesem Einsatz?", fragte er. Fischer entgegnete, dass dieser Einsatz nicht auf dem neuen Strategiepapier beruht habe; der Kosovo-Krieg habe vor der Verabschiedung des Konzepts begonnen. Die Außenpolitik müsse auf Entwicklungen reagieren können, ohne "gleich völkerrechtlich verbindliche Vertragsänderungen" beschließen zu müssen. Fischer und Scharping warnten darüber hinaus vor "verheerenden" außenpolitischen Schäden, falls das Gericht der PDS-Klage stattgebe. (fr vom 20.06.01) Beobachter rechnen damit, daß das Gericht die Klage zum Anlaß für ein Grundsatzurteil nimmt. Der Bundestag selbst hat sich in diesem Streitfall jedoch bereits auf die Seite der Regierung geschlagen. Begründung: Man sehe sich eben nicht in seinen Rechten verletzt. Der Bundestag wird in Karlsruhe durch dessen Rechtsausschuß-Vorsitzenden Rupert Scholz (CDU) vertreten. Für die PDS nehmen Fraktionschef Roland Claus und sein Vorgänger Gregor Gysi an der Verhandlung teil. (...) Die Position der Bundesregierung wird vor Gericht der Heidelberger Rechtsprofessor Jochen Frowein vertreten. Als Anwalt der PDS fungiert der Hamburger Völkerrechtler Norman Paech, der im vergangenen Jahr auch Vorsitzender jener zehnköpfigen Gruppe renommierter Juristen war, die in einem internationalen Tribunal die NATO-Staaten wegen der Bombardierung Jugoslawiens der schweren Völkerrechtsverletzung schuldig sprachen. Das Urteil des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts unter Vorsitz von Gerichtspräsidentin Jutta Limbach wird frühestens im Herbst erwartet. (jw vom 19.06.01) Geburt aus dem Geiste der militärischen Gewalt Der Nato-Sieg in Jugoslawien ist eine Niederlage der Politik (...) Was wir mit dem Sieg der NATO über Jugoslawien miterleben - als "historische Zeitzeugen" sozusagen - ist die Geburt des politischen Europas aus dem Geiste der militärischen Gewalt: zeitgleich mit dessen Geburt aus dem Geiste des Kapitals in Form der Schaffung des Euro. (Es) ist ein gewaltätiges Europa, das da im Entstehen ist - ein Europa, das jeden Zweifel an dem Nutzen des Militärs für die Gestaltung einer zivilen politischen Ordnung erstickt. [ mehr... ] Wie begann der Kosovokrieg? Mit einer medialen Lüge von Rudolf Scharping, sagt ein WDR-Fernsehteam. Der Verteidigungsminister fühlt sich verleumdet. Widerlegen kann er den Vorwurf bisher nicht. Schon vom ersten Tag des Kosovo-Krieges an wurde die Bevölkerung getäuscht. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren der im ARD-Magazin "Monitor" gezeigten Dokumentation "Es begann mit einer Lüge". Das Filmmanuskript ist über das Internet abrufbar.[mehr... ]
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