.
.
Video 1 | 2 | 3 | 4 | 5
HRG's Weblog
Links
boa online-magazin
 D I E    E R S C H Ö P F U N G    D E R   W E L T  1

  Als ich gestern einschlief, dachte ich: Nicht 
mehr aufwachen  wäre eigentlich schön. Und 
ich bin guter Dinge aufgewacht. Wurde  von 
meiner Tochter geweckt, habe sie gewickelt... 2
 
 
 
 
 
 

 

  Im Anfang war das Vergessen, so heißt es in vielen abend- und  morgenländischen Schöpfungsmythen über die Menschwerdung. In der jüdischen Überlieferung schlägt der Engel des Vergessens dem  neugeborenen auf den Mund, damit er sein ursprüngliches Wissen über die Dinge vergesse.
 
 

a,A das 

1)   Vokal, der erste Buchstabe im Alphabet.
      A und O, Alpha und Omega, der erste und 
      der letzte Buchstabe im  griech. Alphabet, 
      daher Anfang und Ende (offb. 1,8).

2)   A, erster Buchstabe der 4-Buchstabensprache
      der DNA:  A,T,G und C

3)   der 6.Ton der C-Dur Tonleiter. Das 
      eingstrichene a (a1) ist  der Stimmton 
      (-> Kammerton).

9)   Das Buchstaben-Zeichen a (kleines a)
      ist eines von 256 Zeichen in der ASCII- 
      Tabelle. Ihm wird in der ASCII-Tabelle 
      folgender ASCII-Code  zugewiesen: 
      Dezimal   97 , Hexadezimal  61

10) Das Buchstaben-Zeichen A (goßes A)
      ist eines von 256 Zeichen in der ASCII- 
      Tabelle. Ihm wird in der ASCII-Tabelle 
      folgender ASCII-Code  zugewiesen: 
      Dezimal 65, Hexadezimal 41

ASCII ist die Abkürzung für "American Standard Code of  Information Interchance".
ASCII-Tabelle: In der ASCII-Tabelle sind sämtliche Buchstaben des Alphabets, internationale Sonderzeichen und Grafikzeichen enthalten. Den insgesamt 256 Zeichen werden in der Tabelle 
Zahlencodes zugewiesen, die für den internationalen Datenaustausch Gültigkeit haben und eine problemlose und  fehlerfreie Datenübertragung zwischen Programmen und Computern  sowie ihren Peripherie-Geräten (Computer-Tastatur, Monitore, Drucker...) gewährleisten.
 
 

          ³   was uns die zeichen bedeuten   ³
          ³   bedeuten uns was die zeichen   ³
          ³   uns bedeuten die zeichen was   ³
          ³   die zeichen bedeuten uns was   ³
          ³   di  ze chen bedeuten uns was   ³
          ³   i  ze chen be euten uns was   ³
          ³    i  z  ch   b   ut   us  was   ³
          ³    i  z  ch   b    t    s  was   ³
          ³    i  z  ch   b    t    s  w s   ³
          ³    i     c    b    t    s  w s   ³
          ³    i          b    t    s  w s   ³
          ³    i               t    s  w s   ³
          ³    i                    s  w s   ³
          ³    i                    s    s   ³
          ³    i                             ³
          ³                                  ³
          ³                                  ³
          ³                                  ³
          À                                  Ù  3

  Der Mensch nimmt sechzig bis siebzig Prozent seiner Information über das Auge auf. Bereits ein einziges Lichtquant erzeugt auf der Netzhaut elektrische Impulse; sie sind jedoch von so geringer  Energie, daß es zur Erregung der Nervenfasern molekularer Verstärkung bedarf. Dies geschieht durch die Aufnahme des 
Lichtquanten in den "Sehfarbstoff" Rhodopsin. Dieses Protein wird  dabei so verändert, daß es eine enzymatysche Funktion erfüllt. 
Auf diese Weise aktiviert jeweils ein Rhodopsin-Molekül einige  hundert sogenannte G-Proteine, was einen ebenso vielfachen 
Verstärker-Mechanismus bedeutet. Ähnliche Prozesse laufen beim  Zusammentreffen des G-Eiweißstoffes mit Phosphodiesterase, nun 
aber eine Verstärkung um bis zum Zehtausendfachen auslösend, ab.  Leztere baut eine vierte Substanz, Cyclo-GMP ab. Die Verringerung 
der Cyclo-GMP vermindert den Ionenfluß in der Sehzelle, wodurch  elektrisches Potential erzeugt wird. Am Ende der "Enzymkaskade"  steht somit eine relevante Spannung, die von den Photorezeptoren  schließlich in die "Nerven- Sprache" umgewandelt wird. 4
 
 
 
 
 

  "Rot physikalisch zu definieren, ist relativ einfach. Aber  erklären sie mal einem Blinden, wie es ist, Rot zu sehen",  schildert der Bremer Hirnforscher Hans Flohr das Dilemma von  scheinbarer Objektivität und subjektiver Wahrnehmung. "Da stößt  unsere Intuition sehr rasch an seine 
Grenzen." 5
 
 
 
 

  Getrieben von einem "großen Verlangen, wahres von Falschem  unterscheiden zu lernen" sucht er nach einer Methode, die eine  systematische Gewinnung neuer Erkenntnisse ermöglicht.
  Diese neue Methode, die Descartes im "Discours de la méthode"  vorstellt, besteht darin, daß nur als wahr behauptet  werden  darf, was man so klar und deutlich erkennt, daß man überhaupt  nicht daran zweifeln kann.
  Die cartesische Methode des radikalen Zweifels: Nur die Sätze  sollen als wahr genommen werden, deren Evidenz jeden Zweifel  ausschließt. Daher beginnt Descartes Suche nach ihnen dadurch,  daß er Ausnahmen auf ihre Bezweifelbarkeit untersucht. Bei diesen  Verfahren des methodischen Zweifels erwiesen sich alle durch die  Sinne vermittelten Informationen als bezweifelbar, da die Sinne 
häufig täuschen. Sogar Aussagen über die Existenz des Körpers,  auch des eigenen, müssen als ungewiß gelten.
  Die cartesische Methode bedeutet Reduktion von Komplexität auf  Einfachheit. Cogito, ergo sum ist die erste Gewißheit dieser  Metaphysik, auf ihr beruhen alle anderen Gewißheiten.

  "Ich denke", "ich bin".  6
 
 
 
 

  Die Landkarte des menschlichen Gehirns hat viele weiße Flecken. Angela Friederici (Psycholinguistin, FU Berlin) möchte einige  erkunden. Sie vermutet, daß Sprache im Gehirn mehrfach  repräsentiert ist, einerseits als Prozeß der Satzbildung, wobei 
Wörter nach komplizierten grammatikalischen Regeln aneinander  gereiht werden, andererseits unter dem Aspekt des Wissens, also  des durch Wörter vermittelten Inhalts. In den verschiedenen 
Windungen und Furchen des Gehirns hofft sie, irgendwann einmal  Regionen für Sprachmelodie, Grammatik und Bedeutung der Wörter lokalisieren zu können. Es ist seit längerem bekannt, daß diese 
drei Sprachelemente getrennt verarbeitet werden können. 7
 
 
 
 

  Die Aufgabe "hinter den Zeilen zu lesen", um die Situation des  (Schreibenden) zu erschließen, ist eine Aufgabe, die regelmäßig bei der Interpretation von geschriebenen Äußerungen sich stellt.  Aber selbst dann, wenn diese vorläufige Aufgabe zufrieden  stellend gelöst worden ist und es klar ist, was der Schreibende   versucht zu tun und inwieweit er dafür qualifiziert ist, bleibt  normalerweise noch eine weitere Aufgabe übrig, nämlich das  "zwischen den zeilen lesen", was er schreibt (und sagen will). Es  wäre sicher kurzsichtig, das, "was gesagt wird", als vollständig 
durch die vom Schreibenden verwendeten Wörter ausgedrückt zu betrachten... 
 

  Und doch muß jeder, der sich ernsthaft auf dieses Leseabenteuer einlassen will, hindurch nicht nur durch fertige autorisierte  Texte -, sondern muß über Vorentwürfe und Entwürfe, Vorstufen, 
Zwischenstufen, Vorendstufen aufsteigen, um dann immer wieder - ja, abzustürzen ins Nichts. Weil alles Angefangene, Probierte, Korrigierte immer wieder unfortgesetzt und unvollendet Fragment 
bleibt...

  "Es war Mord", sagt der umkämpfte, umrätselte letzte Satz  (...)
  "O Gott...wie hängt das alles zusammen? Denken. Wollen. Sein." 8

.
1 Titel einer Komposition von Mauricio Kagel
2 Achternbusch, Herbert: 57, Autor, Filmemacher, 
   München,  Quelle: SZ-Magazin, 22.3.1996
3 H.R.G.
4 Quelle: SZ, 17.1.1985
5 Quelle: Die Zeit, 31.5.1996
6 Quelle: SZ, 30.3.1996
7 Quelle: Die Zeit, 19.4.1991
8 Reinhardt Baumgart über Ingeborg Bachmanns 
   legendäres Todes-Arten-Projekt, 
   Quelle: Die Zeit, 24.11.1995

Information: 
horst@gaukel.info

vorherige  |  nächste                                    home