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.    Gentechnik - Risiken  (1/4)
.   Unerwartete Befunde 
  bei gentechnisch veränderten Pflanzen
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Ein lebensbedrohliches Gen aus der Paranuß
Die Flavr-Savr-Tomate platzt
Beim gentechnischen Eingriff ändert sich mehr als geplant (ergänzt am 04.03.00)
Beinahe ein ökologischer Großunfall
Schädlingsbekämpfung kann ein Gleichgewicht zwischen Schädlingen zerstören
Resistenz bewirkt höheren Selektionsdruck für die Schädlinge
Können transgene Pflanzen in die Umwelt entkommen?
Pollenflug
Anderes Erscheinungsbild nach Vermehrung aus Zellkulturen (neu am 04.03.00)
Ölpalmen waren verkrüppelt
Bt-Mais tötet nicht nur die Schadinsekten
Instabilität künstlicher Gene in Pflanzen
Bei den Petunien war nicht nur die Farbe verändert


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Ein lebensbedrohliches Gen aus der Paranuß
 Um das Eiweiß in Soja biologisch zu verbessern, baute die Firma Pioneer Hi-Bred ein Eiweiß-Gen aus der Paranuß in Soja ein. Zwar ist bekannt, daß 5% der Menschen allergisch auf Paranüsse sind, aber die Firma glaubte sich auf der sicheren Seite, denn die Paranuß enthält 1000 verschiedene Gene, es bestünde daher nur eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1000, daß sie gerade dieses Eiweiß erwischen würden, meinten sie. Freiwillig durchgeführte Tests an Personen mit einer Allergie gegen Paranüsse zeigten ein erschreckendes Ergebnis. Das gentechnisch veränderte Soja-Eiweiß war im Haut-Test noch in so hoher Verdünnung allergen, daß von oralen Tests abgesehen wurde, weil Todesopfer zu befürchten waren. Obwohl diese Soja als Viehfutter gedacht war, stoppte Pioneer dieses Projekt.
Der glückliche Ausgang war nur möglich, weil Allergien auf Paranüsse bekannt waren, so daß man die richtigen Menschen testen konnte. Es gibt nämlich keinen allgemeinen Test auf allergische Wirkungen.
Wie ist das mit der Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1000? Handelt es sich wirklich um ein so extremes Pech? Nicht unbedingt. Man hat ja nach einem Eiweiß mit besonderen Eigenschaften gesucht. Es enthielt besonders viel von der Aminosäure Methionin. Ist es nicht vielleicht gerade die Seltenheit dieser Eigenschaft, die es allergen macht? Kann man nicht annehmen, daß Allergien gegen Hauptnahrungsbestandteile im Laufe der langen Frühgeschichte des Menschen herausselektiert wurden? (Taz 18.3.1996 und New England Journal of Medicine 334, S.726-728, 1996).

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Die Flavr-Savr-Tomate platzt
 Die Flavr-Savr-Tomate fault nicht nur langsamer, sie erwies sich auch als schlecht transportierbar, weil sie sehr leicht platzt. Vielleicht ist der innere Druck, der sie prall aussehen läßt so hoch, daß die Außenhaut dem nicht gewachsen ist. Das zeigt aber, daß die Veränderung einer Eigenschaft andere Veränderungen unerwarteter Art zur Folge haben kann. (Bio/technology 13, S.540-541. 1995).

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Beim gentechnischen Eingriff ändert sich mehr als geplant
Marc Lappé, früher Professor für Gesundheitspolitik, jetzt Direktor des Zentrums für Ethik und Toxine und Kenneth Setchell, Professor für Kinderheilkunde, fanden, daß gentechnisch veränderte Pflanzen ihre Eigenschaften nicht nur entsprechend dem genetischen Konstruktionsplan ändern. Sie verglichen zwei transgene. Sojasorten mit den ansonsten genetisch gleichen konventionellen Sorten und fanden, daß sie von bestimmten Isoflavonen 12 – 14% weniger produzierten. Isoflavone aus Soja können möglicherweise vor Krebs und Osteoporose schützen, den Cholesterinspiegel senken und die Symptome der Wechseljahre verringern.
Die Forscher selbst sagen, das sei wegen der geringen Zahl der Sorten noch nicht das letzte Wort in der Sache, aber ihre Ergebnisse seien sehr einheitlich. Insgesamt wurden 18 Pflanzenpaare verglichen. Damit ist das eingetreten, was die Betreiber immer in Abrede gestellt hatten. Jetzt sagen sie, das sei ohne Bedeutung, weil die Änderung keine Bedeutung für die Ernährung habe. Selbst wenn das zutrifft, ist das kein Grund zur Entwarnung. Damit wurde vielmehr klar, daß es zu unerwarteten stofflichen Änderungen kommen kann, und das sollte als Warnung verstanden werden.
In der Tat hat Lappé nur zwei gentechnisch erzeugte Sorten untersucht. Er sagt, er hätte sechs weitere angefordert, die wären ihm aber von Monsanto verweigert worden. Außerdem hätte er Rohdaten seiner Versuche an Monsanto geschickt, aber keine Antwort erhalten. Lappé hatte schon früher Krach mit Monsanto. Der Konzern hat versucht, die Erscheinung seines Buches zu verhindern, indem er den Verlag bedrohte. Der Autor war gezwungen, den Verlag zu wechseln..
Beinahe ein ökologischer Großunfall
 Das Bacterium Klebsielle planticola wurde zur Alkoholgewinnung gentechnisch verändert. Die Rückstände davon wollte man als Kompost auf die Äcker geben. Das wurde als vollkommen harmlos eingeschätzt. Trotzdem wurden vorher Versuche durchgeführt, mit unerwarteten, Ergebnissen. Die Nematoden (Fadenwürmer) im Boden, die von Bakterien leben, vermehrten sich durch das Angebot drastisch und befielen die auf dem Acker wachsenden Nutzpflanzen (Weizen). Diese hatten eine stark verringerte Biomasse oder wurden blaß gelblich und gingen ein. Ohne diesen Versuch hätte es ein ökologisches Desaster gegeben. Die entsprechenden Äcker wären auf lange Zeit unbrauchbar gesesen. (Manuskript von M.T.Holmes und E.R.Ingham, Department of Botany and Plant Pathology, Oregon State University, 1995).

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Schädlingsbekämpfung kann ein Gleichgewicht zwischen Schädlingen zerstören
 Bei gentechnisch gegen das Rizomania-Virus resistent gemachten Zuckerrüben wurde ein zweites Virus gefunden. Es war vorher von dem nun bekämpften Virus unterdrückt worden und kommt jetzt zum Vorschein. (SPK (Sozialdemokratische Presse-Korrespondenz vom 5.3.1993 und Mitteilung  von Markus Raubuch AK gegen Gentechnologie, Göttingen, Oktober 1993)

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Resistenz bewirkt höheren Selektionsdruck für die Schädlinge
 Viren haben in virusresistenten Pflanzen eine höhere Mutationsrate. Das kann zu neuen Viruskrankheiten führen. (SPK (Sozialdemokratische Presse-Korrespondenz) 5.3.93, SZ 16.9.93 und SZ 30.12.97).
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Können transgene Pflanzen in die Umwelt entkommen?
 1% aller eingeführten Pflanzen verwildern. Das dauert mindestens etwa 20 Jahre, in einem Fall waren es 400 Jahre. Eine Testdauer von 3 Jahren für diese Frage ist ein Witz.(SZ 16.9.93).

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Pollenflug
 Die Dynamik des Pollenfluges wird durch die Größe des Ackers beeinflußt. Aus großen Feldern fliegt der Pollen weiter als nach Versuchen auf kleinen Feldern berechnet worden war. Die Computersimulationen müssen nun korrigiert werden. (New Scientist, 11.11.1995, S.10).

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Anderes Erscheinungsbild nach Vermehrung aus Zellkulturen
"Transgene (d.h. gentechnisch veränderte) Pflanzen zeigen erhebliche Variationen des Erscheinungsbildes (Phänotyp). Das wird somaklonale Variation genannt. Die Ursachen sind unklar. Eine Erklärungsmöglichkeit ist, daß der Pflanzenembryo während der Entwicklung einen epigenetischen Status (also einen Zustand, der nicht – oder zumindest nicht direkt – durch die Gene bedingt ist) annimmt, der im Normalfall bei der geschlechtlichen Vermehrung wieder rückgängig gemacht wird. Bei der ungeschlechtlichen (vegtativen) Erzeugung von Pflanzen aus Zellkulturen dagegen könnte ein solcher Status aufrechterhalten bleiben. Dadurch werden Gene stillgelegt (Silencing), die normalerweise exprimiert werden. Der Autor (eines Leserbriefes) meint, das sollte eine Lektion für das Klonen von Tieren sein. Nature Biotechnology 17, S.733, 1999.

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Ölpalmen waren verkrüppelt
Gentechnisch veränderte Ölpalmen waren verkrüppelt, klein und hatten abnorme Blüten und Früchte. (Sabine Rosenblath, Biotopia, Knaur-Verlag, 1088, S.83.)

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Kartoffeln änderten ihre Form
Gentechnisch veränderte Kartoffeln hatten aus unbekannten Gründen eine länglichere Form (FR 5.12.1991).

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Bt-Mais tötet nicht nur die Schadinsekten
 Bt-Mais tötet das nächste Glied in der Freßkette. Das hatte Novartis ausgeschlossen. Dabei scheint sich die Giftwirkung beim Durchgang durch das Beutetier durch dessen Stoffwechsel zu erhöhen. Bt-Toxin ist übrigens im Boden stabil. 
Außerdem ist die Ausrottung eines Schädlings nicht in jedem Fall günstig, weil dann Sekundärschädlinge in die ökologische Lücke drängen können. (Taz 2.12. 1997 und SZ 6.4.1999)

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Instabilität künstlicher Gene in Pflanzen
 Bei transgenen Pflanzen treten häufig unkontrollierbare Methylierungen auf. (Das sind Gen-Inaktivierungen). Das ergab eine Umfrage bei entsprechenden Firmen. (Geninformationsdienst 98, S.28, 1994 ).
Eine kleine Auflistung von Fakten:
Die Aktivität eingebauter Gene unterliegt Schwankungen und hängt u. a. von Umweltfaktoren ab (Temperatur, Lichtintensität), aber auch von endogenen Faktoren wie das Alter der Elternpflanzen. 
Die Resistenz gegen das Herbizid Basta z.B.geht auf diese Weise bei 37°C verloren, so daß die Blätter beim Besprühen verwelken. 
Eine kurze Aufzählung solcher Ergebnisse:
Ein später eingebautes Gen kann ein früher eingebautes abschalten. 
Bei Einführung weiteres Exemplare eines körpereigenen Gens können alte  u n d  das neue Gene abgeschaltet werden. D.h. eine normalerweise vorhandene Eigenschaft kann plötzlich ausfallen. Vervielfachung körpereigener Gene gilt aber offiziell nicht als Gentechnik und fällt nicht unter das Gentechnikgesetz.
 Da für gentechnische Veränderungen immer wieder dieselben Promotoren (Einschalter) und Marker verwendet wurden, kann ein Mehrfacheinbau wegen solcher Gen-Abschaltungen unerwartete Folgen haben. (Geninformationsdienst 102, S.15, 1995).
 Als Reaktion auf ein Fremd-Gen können sich die Aktivitäten anderer, u.U. auf dem Chromosom weit entfernt liegender Gene ändern. (Science 268 S.686-691 1995). D.h. daß verschiedene andere Eigenschaften verstärkt oder abgeschwächt werden können. Ein Zitat aus dieser Arbeit: „Das unvorhersehbare ist zu erwarten. “
Der auf eine solche Weise erworbene Aktivitätszustand eines Gens wird jedoch bei der Zellteilung identisch weitergegeben. Dadurch entstehen im Gewebe mosaikartige Zonen mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Beim Weiterzüchten dieser Pflanzen kann die unterdrückte Eigenschaft wieder auftauchen. D.h. evtl. nachteilige Eigenschaften können in den ersten Generationen unsichtbar bleiben und später plötzlich auftreten und auch das kann je nach Sonneneinstrahlung verschieden ausfallen. Evtl. Unterschiede zwischen Nord- und Südhängen sind möglich.Diese Folgen entallen bei Hybridpflanzen, weil sie nicht weiter gekreuzt werden. Aber die Gefahr, daß ein Schaden bestimmter unverträglicher Neukombinationen erst durch selten auftretende Umweltbedingungen sichtbar wird, ist auch bei ihnen nicht aufgehoben. 
Wird ein eingebautes Gen von beiden Eltern vererbt, verstärken sich die Inaktivierungseffekte, d.h. die eingebaute Eigenschaft wird schwächer statt stärker. (Bio/technology 12, S.883-888 1994).

Manchmal wird bei Genkonstrukten auch betont, sie seien stabil eingebaut. Offenbar sind die Effekte unterschiedlich stark ausgeprägt, aber wie sicher ist das im Einzelfall? Wie weit ist es beherrschbar? Und wie ernst werden Anzeichen von Instabilität genommen, wenn es um viel Geld geht?

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Bei den Petunien war nicht nur die Farbe verändert
 Die Petunien von Prof. Saedler blieben nicht nur unerwarteterweise weiß, was im Nachhinein durch die oben beschriebene Methylierung erklärt wird, sondern sie waren auch unempfindlich gegen Pilze geworden, ohne daß man weiß warum (Geninformationsdienst 96/97 S.16, 1994)
 
 
 


 

. ..Erstellt am 31.01.00, ergänzt am 04.03.00

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