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.   XENO-ÖSTROGENE (3)
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Schäden durch hormonell wirksame Chemikalien 
bei Tieren 

Beobachtungen an Tieren

In den 50er Jahren gab es erste Berichte über die östrogene Wirkung von Abbauprodukten des Pestizids Methoxychlor auf Säugetiere und 10 Jahre später erste Hinweise auf eine solche Wirkung des weltweit verbreiteten Pestizids DDT bei Vögeln (Texte des Umweltbundesamtes 65/95 S.45-46).

Bei Seeadlern und anderen fischfressenden Vögeln in den USA blieben viele Eier unbefruchtet und aus den anderen schlüpften in erheblicher Zahl mißgebildete Junge. 
In Kalifornien wurde beobachtet, daß bei den Möwen oft mehrere Weibchen gemeinsam brüteten, weil es so wenige fortpflanzungsaktive Männchen gab.

1980 ging am Apopka-See in Florida die Geburtenrate der Alligatoren um 90% zurück. Die Männchen hatten viel zu kleine Penisse und enthielten fast kein Testosteron (das männliche Geschlechtshormon). Auch bei den Weibchen richtete die weibliche Hormonwirkung Schaden an. Bei ihnen wurde fast die doppelte der normalen Östrogenkonzentration gefunden, mit der Folge, daß die Eierstöcke junger Weibchen bereits so ausgebrannt waren wie sonst bei älteren Tieren am Ende ihrer fruchtbaren Lebenszeit (The New Yorker 15.1.96 S.50). Die Phänomene an den Alligatoren waren aufgetreten, nachdem sich eine Fabrik an den Ufern des Sees niedergelassen hatte, die Dicofol, ein DDT-haltiges Pestizid, in den See einleitete.
Auch bei den wenigen noch existierenden Panthern in Florida wurden Mißbildungen an den Geschlechtsorganen der Männchen gefunden. Sie enthielten doppelt so viel weibliches wie männliches Hormon und 75% ihrer Spermien waren deformiert.

Im  Mississippi wurden, wahrscheinlich wegen der hohen Konzentrationen an DDT und polychlorierten Biphenylen, die Störe steril (Spiegel 9/96 S.232). 

Englischen Anglern war schon vor Jahren aufgefallen, daß es immer mehr Zwitter unter den Fischen gab). Daraufhin haben Biologen Forellen in Käfigen stromabwärts von Abwassereineitungsstellen in den Fluß gehängt. Sie stellten fest, daß die männlichen Fische Dottereiweiß bildeten. Das ist ein eindeutiges Zeichen, daß sie unter Östrogenwirkung standen, weil Dottereiweiß nur dann gebildet wird. (UBA-Texte 65/95, S.45-56). 

Flußbarsche mit stark vergrößerten Hoden wurden gefunden. Sie wurden früher geschlechtsreif als normal, hatten aber trotz der Größe der Hoden weniger Spermien. In den Bäuchen der Männchen wurden sogar Eier gefunden (FR 25.2.2000).
Die Beobachtungen sind in Tabelle 1 zusammengefaßt.
 

Tierversuche
Um diese Beobachtungen zu erhärten wurden durch Tierversuche durchgeführt.

Möweneier wurden mit DDT behandelt. Danach waren alle männlichen Tiere verweiblicht. Ihren Hoden enthielten Eierstockgewebe (UBA-Texte 65/95; S. 48).

In Wachteleier wurde DDT injiziert, mit dem Erfolg, daß die Tiere ein gestörtes Fortpflanzungsverhalten zeigten und weniger Nachkommenhatten hatten (UBA-Texte 65/95; S.45-56).
Trächtige Ratten erhielten Phthalate) mit dem Futter und gebaren männliche Tiere mit deutlich kleineren Hoden, die später 20% weniger Spermien produzierten (Spiegel 9/96 S.232).

Andere trächtige Ratten erhielten kurz vor der Geburt ihrer Jungen Dioxin. Äußerst kleine Mengen (64 Milliardstel Gramm/kg Körpergewicht) waren ausreichend für eine Störung der Fortpflanzung (UBA-Texte 65/95; S.32).
Affenweibchen erhielten über längere Zeit Dioxin in einer Menge, die einem Achtel des Grenzwertes entspricht, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem damaligen Bundesgesundheitsamt festgelegt wurde, und verursachte in dieser niedrigen Konzentration Endometriosen (UBA-Texte 65/95; S.32 und taz 15.9.94).  Endometriosen sind Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, die auch bei Frauen nach Hormonbehandlungen auftreten.
Die Tierversuche sind in Tabelle 2 zusammengefaßt.
 
 
 


 

. ..Erstellt am 25.03.00, letzte Änderung am 01.04.00

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