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| . | XENO-ÖSTROGENE (4) | |
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Schäden durch hormonell wirksame Chemikalien bei Menschen Rückläufige Spermienzahlen Die Zahl der Spermien bei Männern
verringert sich seit einigen Jahrzehnten drastisch. Das ist spätestens
seit den 80er Jahren bekannt und auch als Folge der Umweltbelastung angesehen
worden. Aber zum allgemein diskutierten Problem wurde diese Tatsache erst,
nachdem der Arbeitskreis um den Dänen Niels Skakkebaek eine umfassende
Untersuchung hierzu veröffentlichte. Ihm war aufgefallen, daß
nicht nur die Zahl der Spermien zurückging, sondern daß parallel
dazu die Zahl von Mißbildungen der männlichen Geschlechtsorgane
stieg und die Zahl der Hodenkrebserkrankungen zunahm (Spiegel 9/1996).
Die Zahl der Hodenkrebsfälle verdoppelte sich in Dänemark zwischen
1943 und 1982, bei jungen Männern zwischen 15 und 24 Jahren ver-4-fachte
sie sich sogar. Auch für England wurden ähnliche Zahlen gefunden
(Texte des Umweltbundesamtes (UBA) 65/95 S.11-15). Sogar bei abgetriebenen
männlichen Föten wurden schon Hodenkrebsvorläuferzellen
gefunden (The New Yorker 15.1.96 S.43).
Was wir heute sehen, sind die Schäden der vorherigen Generation Das Beängstigende bei den Spermienzahlen ist, daß der Rückgang zunächst keine Auswirkungen auf die Zeugungsfähigkeit hat - bis zu einer bestimmten Grenze. Befruchtungszentren fordern meist 20 Millionen/ml. Das gilt als Normgrenze. Wenn die Durchschnittswerte diese Grenze unterschreiten, ist mit dem plötzlichen Auftreten massenhafter männlicher Unfruchtbarkeit zu rechnen. Die Spermienzahlen sinken von Jahr
zu Jahr um etwa 2%. Das bedeutet eine Abnahme von mehr als 40% in einer
Generation. Außerdem hängt die Spermienzahl nicht nur vom Jahr
der Probenentnahme ab, sondern auch vom Geburtsjahr des untersuchten Mannes,
d.h. je jünger, desto weniger Spermien. Aus diesem Umstand, wie auch
aus dem Zusammenhang mit Mißbildungen muß geschlossen werden,
daß die Hauptschädigung vor der Geburt stattfindet. Das bedeutet:
Die Schäden, die wir heute sehen, sind vor der Geburt der getesteten
Männer eingetreten und die durch heutige Umweltbelastung verursachten
Schäden werden wir erst erkennen, wenn die heute geborenen Jungen
ihre Pubertät abgeschlossen haben.
Skandinavien ist am stärksten betroffen Weltweit an unterster Stelle bezüglich
durchschnittlicher Spermienzahlen steht Dänemark, dicht gefolgt von
anderen skandinavischen Ländern. Bis vor Kurzem bildete Finnland eine
Ausnahme, mit Werten, die fast genauso hoch waren wie bei uns vor 60 Jahren.
Und die Zahl der Hodenkrebserkrankungen war nur ein Viertel so hoch wie
in Dänemark (The New Yorker 15.1.96 S.43). Das schien zunächst
verwunderlich, sind doch Klima, Ernährung und Lebensweise in beiden
Ländern ziemlich ähnlich. Als wahrscheinlichste Erklärung
galt, daß in Finnland die Umweltbelastungen erst später eingesetzt
haben, und daß die heute untersuchten Männer noch davor geboren
wurden. Übrigens sind die Werte in den finnischen Städten etwas
schlechter als auf dem Lande.
Beim Fischessen ist der Mensch das Ende der Nahrungskette Korrelationsuntersuchungen mit Lebensumständen
zeigen, daß niedrige Spermienzahlen parallel gehen mit hohen chemischen
Belastungen, mit der Zahl zugelassener Autos, dem Konsum von Fleisch und
Fett sowie Alkohol. Es gibt aber auch Vermutungen, daß häufiges
Fischessen eine besonders starke Wirkung hat. Beim Fischessen ist der Mensch
nämlich das Ende einer Nahrungskette (s."Der
Sonderfall Organozinn-Verbindungen"). Es würde auch erklären,
warum die Schäden in Skandinavien so deutlich sind. Bei Eskimos, die
hauptsächlich von Fisch leben, bleiben männliche Föten im
Wachstum zurück. Hier wurde Dioxin als Verursacher ausgemacht. Die
Jungen waren umso kleiner, je höher die Dioxinbelastung der Mutter
war (taz 15.9.94).
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| . | ..Erstellt am 25.03.00, letzte Änderung am 01.04.00 |